Tag 85 – Durango-Silverton Railroad

Heute hat unser Camper Archi einen Ruhetag. Ganz stimmt das nicht, denn die paar Meilen vom Campground nach Historic Town Durango muss er uns dann doch noch führen.

Dafür darf er sich am Parkplatz den ganzen Tag ausruhen.
Denn heute steht Zugfahren am Programm.

Nicht irgendein Zug, sondern der alte und ehrwürdige Durango- Silverton Express. Der Zusatz „ Express“ ist zwar etwas übertrieben, weil die Lokomotiven aus dem Jahr 1882 noch immer mit Dampf betrieben werden. Dementsprechend ist auch die Geschwindigkeit mit ca. 20 km/h eher gemütlich.

Doch alles der Reihe nach.

 

Um 09:00 erreichen wir den Bahnhof in Durango und sehen schon von Weitem den zähen schwarzen Rauch über dem Tal hängen.

Wir sind heute der 4. Zug, der die 80km weite Strecke in das Bergbaudörfchen Silverton in Angriff nehmen wird.

Wir haben einen offenen Waggon gebucht, soll heißen, dass wir keine Wände und Fenster, sondern nur ein Sonnendach haben.

Die Sonne lacht vom Himmel und pünktlich um 09.30 schrillen die Dampfpfeifen und mit einem Schnaufen und Ruckeln geht’s los.

 

Wie sich später herausstellt, sitzen wir auf der richtigen Seite des Zuges und haben eine tolle Aussicht auf die vor uns dampfende Lokomotive, die sich langsam aber stetig das enge Tal hinaufquält.

Die Luft ist erfüllt von schwarzem Kohlenstaub, vereint mit Dampfgeruch.
Brillen schützen die Augen vor Russflankerln die sich immer wieder in das Wageninnere verirren. Marthas hellgraue Hose schaut auch nicht mehr ausgehfein aus, aber sie nimmt es gelassen.

 

Je höher wir in die Berge kommen, desto wolkiger wird es. Nach allen Richtungen wackelnd und mit teilweise besorgniserregenden Schräglagen erreichen wir dann nach 3,5 Stunden das kleine 2832m hoch gelegene Bergbaustädtchen Silverton.

 

Es regnet leicht und wie in einen Wildwest Film bewegen wir uns nur auf dem Boardwalk, weil die Straßen matschig vom Regen sind.

Das Mittagessen gibt es stilgerecht in einem Saloon, im Herzen der Stadt.
Auch die Forellen werden hier parniert, schmecken aber richtig gut.

Inzwischen hat der Himmel, wie in den Bergen üblich, komplett zugemacht. Wir schlendern im Ort herum. Viel mehr als Restaurants und Souvenierläden gibt es aber nicht. Das Gesamtbild ist aber hübsch. Die geplanten 2 Stunden Aufenthalt reichen jedoch vollends, zumal es jetzt auch kühl und windig ist.

Zuerst bemühen wir uns einen Platz im Bus zurück zu bekommen, er braucht nur eineinhalb Stunden, als das aber nichts wird, freuen wir uns dann doch auf die Rückfahrt per Zug nach Durango.

 

Nocheinmal stehen wir am Geländer und schauen vom Zug die senkrecht abstürzenden Felswände zum reißenden Wildbach hinunter, jetzt wird es auch wieder wärmer.

Glücklich vom Erlebten aber ziemlich geschlaucht von der Wackelei und der in Summe 7 stündigen Fahrt, ruckeln wir am Abend mit schrillenden Damppfeiffen in Durango ein.

Die Bewohner sind alle so stolz auf ihre Eisenbahn und das obwohl mehrere Züge jeden Tag die Strecke fahren, einen Lärm machen und viel Gestank. Trotzdem winkt jeder, der uns sieht.

Auf der Fahrt zurück zum Campingplatz bleiben wir noch beim Liquorstore stehen und kaufen zum zweiten Mal den Weinbestand der Marke Beringer Pinot Grigio – unser neuer Lieblingswein – auf. Wir haben jetzt 12 Doppelliter, das sollte bis Wyoming reichen….

Den Flüssigkeitsverlust der vergangenen Stunden füllen wir dann auf unserem Standplatz in alter Manier mit einigen Gspritzten wieder auf 🙂

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2 Gedanken zu „Tag 85 – Durango-Silverton Railroad

  1. Huidiwuidi, der Zug hat aber eine gewaltige Schräglage!! Da würde ich auch einen Schluck aus der Weinflasche brauchen ? Bussi Biggi

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