Tag 22 – Rhett Butler trifft Scarlett O’Hara

Es schüttet, und das sollte sich heute auch den ganzen Tag nicht ändern. Die Trolleytour, die uns von den beiden netten, übereifrigen Damen in unserer Rezeption ans Herz gelegt wurde, haben wir wegen Schlechtwetter abgesagt. Ehrlich gesagt, glaube ich auch nicht, dass es viel zu sehen gegeben hätte, aber jeder liebt halt seine eigene Stadt…

So fahren wir nur durch Milledgevill durch. Es gibt in der Tat sehr viele alte schöne Häuser. Trotzdem schlagen wir gleich den Weg noch Norden Richtung Tennessee ein.

 

Am Weg entdecken wir einen neuen Supermarkt, INGLES, den wir erkunden wollen und haben einen Volltreffer gelandet. Es ist ein großer Meinl am Graben, der keine Wünsche offen lässt. Obwohl unser Kühlschrank eigentlich voll ist, wird jetzt doch noch ordentlich eingekauft. Hier gibt’s sogar Darbo Marmelade und Ferrero Rocher. Das große Augenmerk Roberts gilt aber der Fischabteilung mit frischem Thunfisch. Der muss mit, keine Frage, und noch vieles anderes.

Kuriosum im Supermarkt: Jeder nimmt ein Sackerl für seinen nassen Schirm, (was ja nicht blöd ist…), beim Rausgehen wirft er es wieder weg. Macht min. 1000 Sackerl am Tag. Außerdem gibts „wine to go“, in kleinen Tetrapackungen. Noch was Tolles: ein eigener Kühlraum nur fürs Bier.

Ein Kapitel im Reiseführer hat mich aufhorchen lassen. In der kleinen Stadt Jonesboro ist Margret Mitchell, die Autorin von „Vom Winde verweht“ geboren und hier gibt es auch das Tara-Museum. Also da muss ich hin. Es ist zwar klein, im Bahnhof von 1868 untergebracht, aber sehr anschaulich und durchaus unterhaltsam. Der Film läuft in einer Ecke, wir können uns fast nicht losreißen. Einige Requisiten vom Film, Originalkleider von Scarlett und sogar ihre Unterhosen sind da in Vitrinen ausgestellt. Viele andere Infos zum Film und zu den Schauspielern lassen uns hier gut zwei Stunden verbringen.

Der größte Aha Effekt ist allerdings die Info, dass es die Farm Tara in dieser Form nie gab. Alle Touristen suchen sie verzweifelt, doch es war nur eine Kulisse, die in Hollywood aufgestellt wurde.

Aber nördlich von New Orleans stehen einige dieser großen Herrenhäuser, und da werde ich noch mein eigenes Tara finden!!!

Jetzt weiter in den Norden, die Fahrt ist jetzt echt hart. Wir durchfahren Atlanta, eine Riesenstadt, nur im Nebel. Durch die Regenschauer sieht man fast nichts und auch die 7! spurige Autobahn durch die Stadt ist wegen der vielen Trucker sehr unangenehm. Am Nachmittag dann endlich wieder am Land.

Wir finden einen kleinen Campground in einem State-Parc und sind dort die einzigen Gäste. Es gibt auch keine Rezeption. Wir sind sozusagen mutterseelenalleine in diesem Wald.

Der Platz ist eigentlich perfekt, trotzdem grübeln wir ein bisschen, ob wir uns da fürchten sollen. Doch es wird schon dämmrig und es schüttet nach wie vor wie aus Kübeln,also bleiben wir.

Damit wir keine Zeit zum Grübeln haben, kochen wir uns etwas Leckeres und kippen gleich eine Flasche Wein. (Das Schild „kein Alkohol auf diesem Campground“ übersehen wir geflissentlich – so gut ist unser Englisch schließlich auch nicht :-))

Nach Thunfischsteak in Sesamkruste mit Pak Choi und Toscanabrot und einem Schluck Whiskey fürchte ich mich gleich viel weniger…..

 

 

 

5 Gedanken zu „Tag 22 – Rhett Butler trifft Scarlett O’Hara

  1. Liebe Martha, lieber Robert, lieber Wauzi!
    Ich lese Eure Berichte mit Begierde und bin jedesmal betrübt ☹️, wenn sie zu Ende sind. Einfach herrlich, wie man mit Euch mitreisen – und tagträumen ?- kann! Freue mich mit Euch und hoffe auf mehr, mehr, mehr …. Glg Edith

  2. War sicher ein tolle Ausflug in das Museum 🙂
    Ich drücke euch die Daumen, dass der Regen nachlässt u bald die Sonne wieder lacht 🙂
    Busserl lieserl

  3. Hallo! Eure Berichterstattung ist ganz toll, nur das Essen macht mich total fertig, denn ich bin gerade in Losenstein! ? Ich wünsche euch eine herrliche Zeit und bin schon gespannt, wie die Reise weitergeht! Alles Liebe! Andrea

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