DANKSAGUNG

Wie bei allen Büchern gibt es auch bei unserem Blog eine Danksagung.

Zuerst danken wir natürlich unserem Archie, der uns 39.000 Kilometer sorgenfrei durch Amerika führte.

Weiters allen Menschen, die wir auf unserer Reise trafen, ob Amerikaner oder Besucher aus anderen Ländern. Viele haben dann auch weiter unseren Blog verfolgt. Es war uns eine Freunde, Euch kennenzulernen!!!!

Ein großer Dank all unseren Freunden, die mit uns mitreisten. Es waren so viele, wir waren wirklich gerührt, wie viele positive Nachrichten und nette Kommentare wir erhielten. Lisa, du warst die Beste!!! So hatten wir die Gewissheit, dass wir zu Hause nicht vergessen werden – und das ist ein schönes Gefühl 🙂

Auch allen, die sich zwischendurch bei uns rührten und uns auch an ihren Erlebnissen teilhaben liessen.

Vor allem aber Danke ich meiner wunderbaren Familie, die es erst möglich gemacht hat, dass wir diese Reise durchführen konnten ohne uns Sorgen um unser Haus zu machen und alles Mögliche und Unmögliche für uns erledigte. Meiner Schwägerin Gina und meinem wunderbaren Bruder Edi,  der nicht nur 200 Tage meine Post sortierte und erledigte bzw. wenn notwendig auch nach Amerika scannte, sondern auch meine Tupper-Geschäfte am Leben erhielt, damit mich meine Kunden nicht vergessen. Nicht zu vergessen, die IT-Unterstützung. Hätte ich dich Edi nicht gehabt, wäre dieser Blog nicht durchführbar gewesen.

Und zu guter letzt danken wir beide natürlich unserem Herrgott, der 200 Tage schützend seine Hand über uns gehalten hat!!!!!!

 

D A N K E !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Tag 201 – Wien, Wien, nur du allein………

Der große Tag – Wir kommen nach Hause!

Ich hab die Nacht im Flieger gar nicht mal so schlecht geschlafen und bin jetzt so halbwegs fit. Der Flug dauert 8,5 Stunden.

Da wir durch die Stürme am Wochenende in Europa auch zwei Stunden später von Orlando abflogen, haben wir natürlich den Anschlußflug in Frankfurt versäumt. Macht aber fast gar nix, so müssen wir uns nicht durch die Gänge am Flughafen hetzen, sondern trinken mal einen guten Kaffee.

 

Nur zwei Stunden nach unserem geplanten Flug gibt es dann den nächsten AUA Flug nach Wien. Jetzt wird auch unser Gepäck mit uns ankommen.

 

 

Nochmal der traditionelle Welcome-Gspritzte, dann kommt NÖ bzw. Wien schon in Sicht. In der Maschine wird wie immer bei der Landung der Donauwalzer gespielt und noch nie habe ich mich so darüber gefreut. Es ist schon wieder dämmrig, als wir auf heimischem Boden aufsetzen.

 

 

Auf meinen Bruder ist Verlass. Er holt uns ab und die Wiedersehensfreude ist erwartungsgemäß auf beiden Seiten sehr groß.

 

BRRRRR…. Hier ist es wirklich kalt!!!! Eigentlich hab ich ja viel Sonne in unseren Taschen mitgebracht, die muss ich aber erst öffnen….

 

Bevor wir in unserer Wohnung gemeinsam mit unserer Familie die Flasche Sekt öffnen und gemeinsam auf die glückliche Heimkehr und das wunderbare halbe Jahr trinken, machen wir das letzte Vorher – Nachher Foto.  31 Jahre Unterschied sind doch gar nichts!!!!!

Nach 201 Tagen bleibt mir nur zu sagen Schön wars! und Danke Euch fürs „Mitreisen“ es war uns eine Ehre!!!!!!!

 

ENDE!!!!!

 

Tag 200 – Goodby Amerika

Ja, das war jetzt tatsächlich unsere letzte Nacht!!! Den Morgen brauchen wir noch, um die letzten Reste zu verstauen, bzw. in kleinere Taschen zu packen. Das verlangt jetzt  höchste Konzentration. Hätten wir doch noch mehr wegwerfen sollen???

Als um 11 Uhr alles gepackt und im Auto ist, verlassen wir das Days Inn und gehen erstmal ordentlich frühstücken.

 

Im Madeleine sitzen wir nach dem Frühstück noch lange herum und surfen im Netz. Roberts Statistik muss immer wieder nachgefeilt werden 🙂 Wir schlendern noch länger in der Florida Mall herum. Begeistert schaue ich zu, wie kleine Kinder aus dem Wagerl heraus das IPhone 8 testen…

 

Nachdem wir um 4 Uhr das Auto zurückgeben müssen, geht sich so gar nichts mehr aus. Wir haben auch irgendwie keine Lust mehr. Wir haben so viel erlebt, heute steht einfach die Abreise im Mittelpunkt.

 

Bei strahlendem Sonnenschein fahren wir zum Flughafen, und sind schon 5 Stunden vor Abflug da.

 

Beim Einchecken und der Security gehen aber gleich mal 2 Stunden drauf. Für unser Übergepäck zahlen wir 88 Dollar. Das ist eigentlich wohlfeil, ich habe Schlimmeres befürchtet.

 

Jetzt muss es unbedingt noch ein letztes Steak sein, findet Robert und ich vergönne mir noch einen richtig guten Burger. Zwei Bier dazu, damit wir im Flugzeug gut schlafen. Das ist der beste Burger, den ich im letzten halben Jahr gegessen habe. Na ja, so viele waren es ja auch nicht. Wie man sieht, bekommen wir nur ein Mini Plastikbesteck, und das zum Ribeye Steak. Auf Roberts Anfrage nach einem echten Messer meint der Kellner, wir wären schon durch die Security durch und das wäre jetzt zu riskant, den Gästen echtes Besteck zu geben.
Freundlicherweise schneiden sie ihm das Fleisch dann in der Küche schon auf…. Interessanterweise gibt es im Flugzeug dann wieder echtes Besteck……..

Um 10.15  sollte die Maschine abheben  – jetzt schon 1 1/2 Stunden Verspätung. Ob sich das Umsteigen in Frankfurt ausgeht, bezweifle ich……

Bis wir aufwachen, sollten wir wieder in Good Old Europe sein.  Irgendwie sind wir beide jetzt doch ein bisschen aufgeregt und auch ein bisschen traurig.

Aber wie man sieht, geht es den Amerikanern bei unserem Abschied auch nicht besser…..

 

Tag 199 – Disneyland

Heute machen wir das, was alle Orlandobesucher machen, wir gehen ins Disneyland.

Genauer gesagt ins Animal Kingdom. Hier dreht sich alles um Tiere. Der Park ist in Kontinente aufgeteilt, überall die entsprechenden Tiere, die meisten in echt….

Fotos heute nur vom Handy, wir wollen unsere schweren Kameras erstmals nicht mitschleppen.

 

Neu ist Pandora. Bekannt aus dem Film Avatar. Das hat erst im Mai aufgemacht. Mein Fernfahrer mutiert heute zum begeisterten Kind. Das müssen wir jetzt alles anschauen und natürlich ausprobieren.

 

Wir sind zwar schon ganz in der Früh da, doch vor uns warten schon mindestens 1000 Leute – kein Scherz – bis es 9 Uhr wird. Wahnsinn…. Dementsprechend sind schon die Schlangen vor den Attraktionen. Bei einer Bahn in Pandora beträgt die Wartezeit 205 Minuten. Das ist zu viel. Bevor man sich anstellt, kann man aber ausprobieren, ob man nicht zu voluminös für den Sessel in der Bahn ist…….

 

Wir schauen uns aber doch sehr viel an.  Es gibt Shows und natürlich andere Attraktionen, wo man nicht den halben Tag ansteht. Am schönsten sind aber immer die Trails, wo man die echten Tiere sieht.

 

Mit einem Wagen gehts richtig auf Safari. Am Beeindruckendsten sind die Gorillas, die hier in einem Dschungel leben. Silberrücken so hautnah zu erleben ist schon etwas Außergewöhnliches. Oder gibts die vielleicht auch in Schönbrunn? keine Ahnung….

 

Wir vergessen ganz die Zeit, es ist so kurzweilig. Erst, als es um 6 Uhr zu regnen beginnt, suchen wir unser Auto und es geht zurück .

 

Noch ein Steak und ein Bier, dann fallen wir völlig erschöpft in unsere Betten. Wir werden wohl erst morgen ordentlich zusammenpacken.

 

 

Tag 198 – Archi kommt nach Hause

Schon um 8 Uhr beginnt Robert zusammenzupacken. Vor lauter Aufregung isst er gar kein Frühstück mehr…. Ich schon!

 

Die letzten Handgriffe, Betten abziehen, Bettzeug und Handtücher wegwerfen, nochmal Gas nachfüllen,  es ist alles leer und schaut sehr traurig aus. Dann starten wir zur letzten Fahrt. Wie auf rohen Eiern lenkt Robert den Wagen zur Cruise America Station.

Um 1/2 10 ist es vollbracht. Wir haben ihn ohne Blessuren und ohne weitere Beanstandungen wieder nach Hause gebracht. Die Übergabe erfolgt ganz schnell, wir zahlen noch die 10 Generatorstunden, dann warten wir auch schon auf unser Taxi.

 

Feierlicher Abschied vom unserem Camper Archi, der uns sorgenfrei über den ganzen Kontinent gebracht hat. Fehlt nicht viel und wir zerdrücken noch ein paar Tränen…..

Nochmals fahren wir zum Days Inn am Orange Blossom Trail. Wir bekommen erst um drei Uhr unser Zimmer, das stört aber gar nicht. Wir sitzen gut beim Pool, schließen hier noch die Nespressomaschine an und genießen die Sonnenstunden mit Tagesbericht schreiben, Statistiken vollenden und Nachlesen unseres Blogs.

 

Um 4 Uhr bringt uns der Hotelshuttle zum Flughafen. Hier holen wir uns noch einen Mietwagen für die letzten beiden Tage.

Wir suchen uns einen schicken SUV aus. Beim Wegfahren glauben wir, in einem Elektroauto zu sein. So leise ist er gegen unseren Lastwagen.

 

Im nächsten Outlet kaufen wir noch eine Reisetasche. Die letzte, die wir kauften, ist zu groß geraten, überschreitet das Maß, das man mitnehmen darf. Das wollen wir nicht riskieren.

Und Abends darf es dann auch noch ein Lobster sein. Bei Red Lobster, wo wir zu Beginn den Anfang unserer Reise gefeiert haben, kehren wir jetzt wieder ein und schmausen vorzüglich.  Im Vordergrund Roberts Lobsterplatte, im Hintergrund mein bescheidener Fisch. Aber ich greife herzhaft bei ihm zu 🙂

 

Durch das nächtliche Orlando fahren wir zurück ins Hotel. Alles ist uns so vertraut, wie wenn wir schon ewig hier leben würden.

Tag 197 – Putztag in Orlando

Wir haben uns heute extra den Tag freigehalten, um den Wagen auszuräumen und zu putzen.

Vorher wird noch, wie alle Jahre unsere Bundeshymne lautstark gesungen 🙂

Obwohl einige Kasterl während der Reise sogar leer geblieben sind, staunen wir, was wir alles noch haben. Es wird ein endloses Hin- und Hergeräume. Wie wird das alles in die drei Taschen gehen. Wir schmeissen Berge weg, was wir hier lassen müssen bzw. jetzt auch nicht mehr brauchen.

 

Robert putzt wie ein Besessener, meines Erachtens viel zu viel. Er sagt, er tut es nicht für Cruise Amerika, sondern für unseren Archie. Und so ist es schon drei Uhr, als wir das erste Mal die Zeit checken. Huch…. um 4 Uhr sperrt das Tupperware Headquarter zu und ich will ja unbedingt nochmal hin in den Shop.

 

Es geht sich dann prima aus. Ich kauf noch ein paar Kleinigkeiten, halte mich aber angesichts der Berge, die noch verstaut werden müssen, eher zurück. Noch ein letztes Foto vor dem Freundschaftsbrunnen, dann gehts auch schon wieder zurück.

Jetzt noch die letzten Handgriffe. Ich wasche 4 Maschinen Wäsche, auch unsere tollen Decken. Vielleicht kann ich sie morgen noch irgendwo reinstopfen. Das wird ungeahnt, von einem Urlaub ohne Schmutzwäsche nach Hause zu kommen.

Die zwei Kleinen haben übrigens gestern noch Strümpfe bekommen. In Österreich soll es ja schon kalt sein, was man sich hier bei 25 Grad gar nicht vorstellen kann.

Zum Abendessen haben wir – wahrscheinlich vor Aufregung – gar nicht viel Appetit. Also braten wir uns nur mehr die letzten Garnelen mit Knoblauch und öffnen unsere letzte Flasche Wein. Es ist ein Oak Leaf wie zu Beginn unserer Reise.

 

Wir haben heute früh Holländer kennengelernt, die ganz entzückt sind, dass wir aus Österreich kommen. Sie fliegen morgen nach Hause und laden uns abends noch auf ein Bier in ihren Camper.  Von Robert kommt allerdings erst um 7 Uhr die Meldung, dass der Wagen jetzt schön genug ist….. stöhn……

 

Es wird ein netter Abend. Wir plaudern sehr angeregt und trinken noch die letzten Vorräte von unserem und ihrem Lagerbestand……

Ein letztes Mal geht es jetzt in meine geliebte Schlafecke 🙂

 

Tag 196 – St. Augustine 2.0

Wir verlassen unseren Luxusplatz um 11 Uhr.

 

Zuerst zum Leuchtturm. Alle Dinge, die wir beim ersten Besuch ausgelassen haben, werden jetzt nachgeholt. Leuchtturm mit Wärterhaus sind ein sehr anschauliches Museum, also der Turm ist voll in Funktion, aber man kann ihn auch besteigen. Wieder wird auf die Lebensgefährlichkeit hingewiesen, doch dieses Risiko gehen wir ein, zumal das Wetter so prächtig ist.

 

Jetzt muss es auch unbedingt nochmal St. Augustine sein. Wo es im April glühend heiss war und wir uns nur träge durch die Straßen schleppten, sieht jetzt alles klar und frisch gewaschen aus.

 

Am Nachmittag essen wir das Hühnercurry, das Robert gestern schon gemacht hat.

Und jetzt beginnt der heikelste Teil des Tages. Die letzte Etappe unserer Reise, 230 km zurück nach Orlando.

Robert ist schon den ganzen Tag angespannt. Nichtmal das Hörbuch verträgt er. Zuerst geht es ganz gut, dann kommen wir in Orlando in einen endlosen Stau und wir stehen noch 2 Stunden auf der Autobahn.

 

Die Sonne geht schon unter als wir um 7 Uhr am KOA in Orlando ankommen.

 

WIR HABEN ES GESCHAFFT!!!!! Wir sind zurück! Wir begießen es ausgiebig, ich preise meinen Fahrer und jetzt ist auch er wieder ganz gelöst.

Tag 195 – Savannah 2.0

Wir sind zurück in Florida.

 

Obwohl wir ja schon im April in Savannah waren, peilen wir es jetzt bei der Rückreise nochmals an. Schon allein wegen des Eissalons „Leopold“ gehört diese Stadt nochmal besucht.

Heute keine Schlangen und auch keine Angestellte, die in der Warteschlange Wasser austeilt, damit die Leopold-Fans in der Sonne nicht umkippen.

 

Heute ist es total schön. Strahlender Sonnenschein und angenehme Temperaturen. Nach der Eisschleckerei schlendern wir nochmals durch die Stadt. Die Südstaatenhäuser, die „Langsamkeit“, die hier herrscht und die vielen Parks machen den Spaziergang zu einer reinen Wohltat.

 

In der Kirche, die innen übrigens wunderschön ist, zünden wir wie damals ein Kerzerl an und danken schonmal dafür, dass man da oben bis jetzt so gut auf uns aufgepasst hat.

 

Erst am späteren Nachmittag absolvieren wir noch die zwei Stunden, die wir noch fahren wollen und landen um 1/2 7 auf der Anastasia Halbinsel vor St. Augustine.

Am KOA bekommen wir einen Luxusplatz. Er hat sogar einen Gasgrill und wir haben eine feine Sitzgruppe vor dem Camper, wo wir noch lange mit einer Kerze sitzen. Also nicht nur mit einer Kerze, auch mit einem Gspritzten, eh klar :-).

Am Abend ist es soweit. Ich backe die allerletzten Schwammerl und sie schmecken köstlich. Robert macht noch schnell ein Hühnercurry, er hat Angst, dass er zu wenig von mir abbekommt. Mit Recht, mit Recht…….. Stermann und Grissemann unterhalten uns beim Essen.

Tag 194 – Der Kreis schließt sich

Heute total bewölkt, aber warm, irgendwie gar nicht unangenehm. Abschied vom KOA Mt. Pleasant Park. Nochmals zurück ein Foto mit See.

 

Was wir beim ersten Mal in Charleston nicht gemacht haben, ist der Besuch der Boonehalle Plantation. Wer in den 80er Jahren „Fackeln im Sturm“ gesehen hat, erkennt vielleicht das Herrenhaus. Hier wurde die Serie gedreht.

 

Boonehalle ist noch immer in Privatbesitz. Der Hausherr lebt hier und arbeitet auch bei den Führungen mit. Es wird uns aber nicht verraten, welcher von den Herren der Besitzer ist. Einige Räume im Untergeschoß sind für Besichtigungen freigegeben, fotografieren darf man leider nicht. Die Lady in der Südstaatentracht macht eine sehr gute „Show“ durch die alten Zeiten. Auch eine Farbige erzählt von damals und singt Sklavenlieder. Ihr Großvater war der Sohn von Sklaven und wurde hier auf der Farm geboren. Ihre Familie arbeitet seither ununterbrochen auf Bonnehalle.

 

 

Und wieder gibt es eine tolle Eichenallee und das schon bekannte „Luisianamoos“, das wie Schleier von den Bäumen hängt.
Früher waren Baumwolle und Pecannüsse die Haupteinnahmequellen, jetzt sind es alle Arten von Getreide und Gemüse. Die Fahrt mit dem Traktor über die Farm müssen wir leider auslassen. Ein Wolkenbruch folgt dem nächsten.

 

Jetzt sind wir auch wieder in Georgia angekommen und auf dieser Brücke schließt sich unser großer Kreis. Wir kommen genau an dem Punkt an, wo wir im April die große Runde begonnen haben. Fast 40.000 km haben wir seit April zurückgelegt. Das muss natürlich am Abend ausgiebig gefeiert werden.
Wir schlafen wieder auf dem gleichen Campingplatz wie damals. Red Gate auf einem Farmgelände. Zwar gibt es nur mehr einen „trockenen“ Platz ohne Wasser und Strom, doch das ist uns egal. Wir wollen nicht weitersuchen, wir wollen feiern!!!!
Mit italienischem Prosecco und Alaska Wildlachs stoßen wir auf die Wiedervereinigung der Routen an. Jetzt müssen wir nur noch die 500 km bis Orlando gut und unfallfrei schaffen.

Tag 193 – Abschied vom Strand

Wir verlassen erst um 12 Uhr unseren Campingplatz und somit auch die Strände South Carolinas. Kurz fahren wir noch entlang der Unterhaltungsmeile, dann geht es schon mehr von der Küste weg.

 

Ab jetztfahren wir wieder zu den Städten. Durch Georgetown, die Hautstadt South Carolinas, dann in die Nähe von Charleston.

Hier gibt es nicht viel Aufregendes zu berichten. Während der Fahrzeit von etwas über zwei Stunden hören wir unser Buch „Das Herzenhören“ fertig.

Absolute Empfehlung von uns!! Die Handlung spielt in Burma wo wir ja kürzlich erst waren. Wir hören die letzten Sätze genau, als wir am Mount Pleasant KOA Campground ankommen. Der Platz ist ein Teil der Oak Land Plantation, die aber versteckt am anderen Ende des Sees liegt, noch immer in Privatbesitz, und gut abgeschirmt von den Campinggästen ist.

 

Heute gibts schon um 4 Uhr richtiges Campingessen. Spagetti Bolognese!! Wir müssen jetzt alle Vorräte, die wir noch haben, aufessen. Mit dem Wein sind wir auch sehr bemüht. Sollten wir uns bei unserem letzten Einkauf mit den Tagen verzählt haben ???? 🙂

 

Abends schlendern wir noch um den See, die Plantage bekommen wir aber nicht zu Gesicht, nur Sümpfe und die typische Vegetation der Südstaaten.

 

Tag 192 – Strandtag am Myrtle-Beach

Wir machen noch einen Urlaubstag und beschließen, uns heute überhaupt nicht wegzubewegen. Zumindest mit dem Auto nicht. Gemütlich schlendern wir in den Tag, frühstücken erst um 11 Uhr und genießen das Nichtsvorhaben.

 

Vormittags geht Robert zum Strand fischen, vielmehr badet er seine Köder und ich schnapp mir ein Sesserl und sitz im Schatten vor dem Camper. Sooo erholsam. Wieso fahren wir eigentlich nächste Woche nach Hause???? Es ist so herrlich, nicht zu kalt, nicht zu heiß…

So groß ist der Campingplatz, der See gehört auch dazu.

Irgendwie kommt jetzt schon immer mehr die große Wehmut auf. Im Supermarkt drehen wir schon jedes Stück in der Hand und denken nach, ob wir das noch brauchen und auch unterwegs heißt es immer öfter: einmal müssen wir noch das machen, einmal noch das….  UFF der Abschied wird uns nicht leicht fallen. Weniger jetzt vom Land an sich, sondern von unserer Art zu leben. Alles ist so einfach. Alles, was du besitzt, ist bei dir, und Sorgen gibt es so gut wie überhaupt keine. Wir brauchen 5 T-shirts und zwei Shorts und das waschen wir immer. Das einzige Thema ist nur, was essen wir heute und wo bleiben wir heute. Wird eine Umstellung werden.

Aber noch ist es ja nicht soweit, wir haben ja noch eine ganze Woche.

Nach dem Vormittag am Strand fahren wir doch weg und zwar wieder zu einem Minigolfplatz. Das machen wir so gerne, und hier gibts einen 36 Loch Platz. Ich verliere haushoch, obwohl ich mir wirklich Mühe gebe 🙂

 

Noch kurz ins Outlet, das auch in der Nähe ist. Aber viel können wir nicht mehr kaufen. Wir machen uns jetzt schon Gedanken wegen des Übergepäcks.

Um 5 Uhr sind wir wieder zurück. Heute gibts T-bone Steaks. Hmmmm… Ein letztes Mal werfen wir den Griller an.

Und auch hier haben wir noch ein Vorher-Nachher Foto auf Lager.

 

Das Steak schmeckt noch immer. Der Unterschied: Robert ist 25 Jahre älter und das Cola ist nur fürs Foto. Heute gibts chilenischen Rotwein. Wir genießen mal wieder……

 

Tag 191 – Myrtle Beach

Weiter in den Süden. Direkt am Meer entlang können wir nicht fahren. Zum Strand kommt man immer nur über Stichstraßen, dazwischen sind Lagunen.

 

Unseren Strandtag verbringen wir am Sunset Beach – jetzt sind wir wieder in South Carolina. In diesem Bundesstaat waren wir ja schon zu Beginn, das heißt, es kommt jetzt kein neuer dazu.

Die Pensionisten sind schon eingerichtet. Die kommen hier mit Wägelchen an, wo alles drin ist, was man für so einen Strandtag braucht. Keine schlechte Idee.

Hier gibts wieder einmal eine fotogene malerische Fishing-Bridge!

 

Und gleich bei unserem Platzerl gibts dann auch eine Hochzeit :-). Das Brautpaar kommt ganz allein. Nur der Beamte, der traut, und eine Fotografin. Da muss ich natürlich zuschauen, so romantisch….

 

Eine kurze Episode sei noch erwähnt: wir finden beim Ausgang ein Handy im Sand. Schaut noch unbeschadet aus, muss also gerade passiert sein. Wir haben einen Buggy mit einem Paar wegfahren sehen. Wahrscheinlich haben es die verloren. Was jetzt??? Einfach Hinlegen, das wollen wir nicht. Ich scrolle mal die Kontakte durch und finde eine Nummer „House“. Ich ruf an und spreche auf den Anrufbeantworter, dass ich am Strand sitze und noch eine halbe Stunde warten werde. Nach 20 Minuten kommt ein Herr mit Auto angerast und fällt mir um den Hals. Er kann es gar nicht fassen, was für ein Glück er hatte……… Wir freuen uns auch!

 

Wir fahren noch weiter und finden einen riiiiiiiiesengroßen Campingplatz in Myrtle Beach direkt am Meer. Der Stellplatz ist zwar relativ eng, doch wir bekommen einen Platz 20 Metern vor den Dünen und dem Strand entfernt. Da drängt es sich auf, unseren Willkommens-Gspritzten auch am Strand einzunehmen. Den Wein natürlich undercover in der Mineralwasserflasche. Alkohol in der Öffentlichkeit ist ja sowas von verboten…..

 

Der Platz hat eine wunderbare Poollandschaft. Das ist entschieden der größte und bestausgestattetste Platz, den wir je hatten. Kostet auch 62 Dollar, aber das ist er Wert. Hat sogar einen großen Indoorpool.

Tag 190 – North Carolina

Bei Sonnenschein weg von unserem Platzerl am Campingplatz von Wilmington.

 

In der Stadt Wilmington gibt es eine große Attraktion. Das Kriegsschiff  USS North Carolina, eingesetzt im 2. Weltkrieg, liegt hier vor Anker und kann in jedem Winkel besichtigt werden. Das ist natürlich ein Highlight für Robert, aber auch mich fasziniert diese „Stadt“. Es ist wirklich alles noch vorhanden. Sogar die Küchen und die Bäckerei mit allen Töpfen und Rührern. Robert interessiert sich natürlich mehr für die Technik. Im Maschinenraum blüht er auf und ich kann ihn nur schwer davon abbringen, mir alles zu erklären…..Auf der Brücke liegen noch Seekarten und die Kanonen sind noch alle vorhanden. Das Schiff bekam nur einmal einen Torpedotreffer ab, der es aber nicht zum Sinken brachte.

 

Die Stadt Wilmington selbst ist sehr hübsch, ähnlich Charleston, mit einem Riverwalk und vielen Lokalen. Und wieder diese Südstaatenhäuser, wie wir sie schon kennen.

 

Wir fahren jetzt weiter der Küste entlang. Kilometerlange breite Sandstrände. Da lockt es natürlich, uns am Nachmittag an den Strand zu setzen und im Wasser spazieren zu gehen.

 

Weit kommen wir heute nicht, aber wir haben ja noch genügend Zeit, bis wir in Orlando sein müssen.

Auf einem Good Sam Campground bei den Brunswick Beaches bleiben wir stehen. Ein sehr hübscher Platz, vor allem sitzen wir noch lang in der untergehenden Sonne.

 

Heute Abend machen wir uns den Red Snapper. Wir sind uns einig, dass das eines der besten Essen in diesem Urlaub ist. Der Fisch ist ein Gedicht, wie wir es noch nie gegessen haben.

Tag 189 – Weiter Richtung Süden

Was für ein Schlafplatz, der ganze Park gehört uns fast alleine. Von diesen Plätzen kann man in Europa wohl wirklich nur träumen (gell Gerti?) Wir frühstücken wieder im Freien, noch 9 Mal haben wir die Gelegenheit dazu, in Wien wird es wohl noch einige Tage dauern, bis wir wieder am Balkon decken können…..

 

Der Wald hinter unserem Camper wirkt wie Dschungel mit tropischen Bäumen. Jetzt auch die Temperaturen danach. Nach der kalten Nacht ist es jetzt schnell warm geworden.

 

 

Der Ranger macht uns auf die historische Plantage Summerset aufmerksam. Anfang des 18. Jahrhunderts hat die Familie Collins hier mit 800 Sklaven ein stattliches Anwesen errichtet. Wir streunen ein bissl herum und schauen in alle Häuschen, die meisten noch im Original, hinein.

 

Am reizvollsten an der gesamten Anlage, zu der auch der Platz unseres Campgrounds gehört, ist unser privater Badesteg. Welch ein Genuss. Es ist jetzt strahlend blau und der See spiegelglatt. Ich könnte ewig hier liegen und in die Sonne schauen….

 

Wir zögern kurz, entschließen uns dann aber doch, weiterzufahren. Fast die gesamten 4 Stunden Fahrt geht es an Erdnuss und Baumwollfeldern vorbei. Die Baumwolle wird hier gerade mit großen Maschinen geerntet.

 

Um 5 Uhr erreichen wir den KOA Platz in Wilmington. Gleich die Sesserl raus in die Sonne. Irgendwie wollen wir jetzt gar nichts mehr anschauen, sondern nur mehr unseren liebgewonnenen Camper und das schöne Wetter genießen.

Aus dem Kühlfach holen wir auch noch die letzen der vielen Brombeeren, die wir in Canada gepflückt haben.

 

Tag 188 – Frisco auf den OBX

Heute Nacht hat es ordentlichen Sturm und Regen gegeben. Unser Camper wackelt beunruhigend, doch zwei Schluck Whiskey und die Ohropax etwas tiefer hinein und schon schlafen wir gut. Robert hat zwar ein Leck über seinem Bett und schläft mit der Salatschüssel auf dem Bauch, doch ich höre ihn Schnarchen, also behindert es ihn kaum.

 

Der Tag beginnt sonnig auf den OBX ( Outer Banks) wie sie die Einheimischen nennen. Wir müssen jetzt doch wieder den schon obligaten Strandspaziergang starten. Der Sand ist so fein und festgedrückt, da macht das Gehen Freude. Und auch hier wieder jede Menge Fischer, die mit ihren PickUps und unzähligen Angeln am Strand stehen.

 

Zu Mittag machen wir uns auf zum Ende der Insel, wir wollen noch entscheiden, ob wir mit den zwei Fähren weiterfahren, oder doch zurück und über Brücken. Beim Infocenter hören wir, dass die erste Fähre gratis ist und eine Stunde Überfahrt, die zweite dann 2,5 Stunden Überfahrt. Doch bei diesem Sturm meint die Dame, dauert es sicher länger. Die Entscheidung ist gefallen. Wir wollen den Sturm auf dem Meer nicht riskieren und auch nicht in die Dunkelheit kommen.

Dafür darf ich jetzt die Leuchttürme anschauen. Einer ist schöner als der andere. Leider darf man nur bis zum Columbusday raufgehen. Warum eigentlich???? Die Anweisungen für den Aufstieg musste ich jedoch festhalten.

Sollten wir die Besucher am Stephansdom vielleicht auch vor den unzähligen Gefahren warnen???

Zu Mittag gibt es kurzentschlossene Spagetti Carbonara. Die Völlerei erreicht dieser Tage schon ihren Höhepunkt.

Der Weg zurück führt uns wieder den langen Streifen zurück. Links und rechts das Meer und die Dünen. Immer wieder müssen wir Baggern ausweichen, die den Sand von der Straße schaffen müssen. Zu den alten Brücken werden jetzt noch neue, höhere gebaut, damit auch Kreuzfahrtsschiffe hier durchkönnen.

 

Im Sonnenlicht kommen die typischen bunten Stelzenhäuser, die es hier überall gibt, viel besser zur Geltung als beim Runterfahren.

 

Das „First Flight“ auf dem Nummernschild von North Carolina bezieht sich hier auf genau diesen Ort. Von hier starteten die Brüder Wright den ersten Flug der Menschheitsgeschichte. Der Felsen, wo sie abhoben ist gekennzeichnet. Der Flug dauerte genau 12 Sekunden, war aber ein Meilenstein der Technik.

 

Jetzt noch das Bodi-Lighthouse – der Aufstieg hier genauso gefährlich, wie beim Letzten , hier steht auch noch „das ist so hoch, wie 12 Stöcke eines Hauses“ –   schon geht es über weitere drei ganz lange Brücken aufs Festland.

 

Um 5 Uhr beziehen wir einen Platz im Pettigrew-Statepark und das um 12 US Dollar. Das ist so billig, weil wir schon so alt ausschauen und einen Senior-Preis angeboten bekommen.

Robert bestätigt, dass er ist im 60. Lebensjahr ist, schon zahlen wir nur die Hälfte. Was für ein Glück, schon soo „alt“ zu sein.

 

Nr. 4 ist ein schönes Platzerl. Der See ist zwar nicht weit, und die Sonne scheint, aber es ist kalt und wir sind im Moment so faul. Schließlich müssen wir unseren Urlaub noch ausnützen. Gestern hab ich im Supermarkt ein Schulterscherzl gefunden. Dazu gibt’s am Abend Dillfisolen und noch den Rest meiner Fingerling-Potatos.

 

 

 

Tag 187 – Outer Banks

Trotz schlechter Wettervorhersage strahlt die Sonne vom Himmel. Wir beschließen kurzerhand uns heute frei zu nehmen, und gar nichts zu machen, vor allem, nicht weiterzufahren.

Gleich nach dem Frühstück (im Freien!) machen wir uns über die Dünen zum Strand auf.

Endlose Kilometer und kein Mensch. Stimmt nicht ganz, die Fischer sind schon sehr aktiv. Zu einem kommen wir gerade, als er einen großen Fisch an Land zieht.

 

Wir gehen und gehen und gehen. Wir wollen gar nicht umkehren.

Zwei Stunden und ein Kilo Muscheln später sind wir dann doch zurück beim Camper. Er wird plötzlich ganz schwarz und der Wind wird auch stärker.

Nach einem zweiten Kaffee beschließen wir, uns doch noch das Ende der Insel anzuschauen. Uns wurde dort auch in einem Nationalpark ein schöner Campingplatz empfohlen. Und so zuckeln wir einfach die 40 Kilometer noch weiter. Bei einem Fischhändler kaufen wir noch Thunfisch und Red Snapper, das soll unser Abendessen werden.

 

Der Platz ist dann wirklich toll. Riesengroß, hügelig, man sich aussuchen, will man in den Dünen stehen, oder oben auf einem Hügel, und das Meer sehen. Wir entscheiden uns für das Meer. Es ist zwar weit weg, aber wir wollen eh nur mehr faul sein. Schließlich haben wir heute einen Urlaubstag.

Tag 186 – Über die Chesapeakebay

Leider wieder Hochnebel, doch total warm und angenehm. Zeit für einen ausgedehnten Spaziergang. In diesem State-Park gibt es unzählige Wege und ein Strandspaziergang ist Pflicht. Nur ein leichter Wind weht uns um die Nase.

Wir sehen Pfeilschwanzkrebse am Strand liegen, eines der ältesten Lebewesen auf unserem Planeten die hier im Meer leben.

 

Hier sind nicht nur die Fischer, sondern auch die Ornithologen in ihrem Element.

 

Gegen Mittag brechen wir von unserem Platz auf. Immer das Meer links von uns, dann sind wir richtig.

Es folgt eine bauliche Meisterleistung. Wir überqueren die 48 Kilometer breite Bay auf einer Brücke!!!!. Zweimal taucht diese ins Wasser und wir fahren in Tunnels weiter, sodass oben die Schiffe drüberfahren können.

 

Jetzt scheint endlich wieder die Sonne. Wir durchfahren Virginia Beach, hier jetzt die Hiltons, Sheratons, noble Boutiquen und ein schöner Strand mit Spazierweg. Nur für uns absolut kein Parkplatz. Wir irren ein bisschen herum und fahren dann etwas sauer weiter. Die wollen uns einfach hier nicht. Macht eh nix, wir wollen lieber in die Natur ohne so viel Tourismus.

 

Unser Ziel für den Abend sind die Outerbanks in North Carolina. Wir überfahren auch bald die Grenze. Hier viel Landwirtschaft und schöne Strecke. Klar, bei Sonne ist alles schön und unsere gute Laune kehrt zurück. Am Vormittag bei Nebel befürchteten wir schon, dass jetzt 14 Tage vor dem Reiseende die Luft draußen ist…. aber nein!!

Bei einem Visitorcenter gehen wir schnell ins Internet und schauen wie die Wahl ausgegangen ist. An dem sind wir natürlich schon interessiert, gewählt haben wir ja nicht, da die Wahl erst beschlossen wurde, als wir schon weg waren.

Wir streben diesen schmalen Dünenstreifen an, der die Lagune vom Atlantik trennt. Der erste Campingplatz ist eine Frechheit. Ein abgetakelter Platz um 50 Dollar. Wir fahren gleich weiter und im Nationalpark Cape Hatteras machen wir den Lottosechser. Ein Platz direkt bei den Dünen. Viel Platz und wunderschön. Leider geht die Sonne bald unter, doch ein kleiner Spaziergang über die Dünen zum Strand geht sich noch aus.

 

In der Mittagspause hab ich Guacamole gemacht und die genießen wir jetzt bei Tacos und Gespritzten (what else…) dann gibt es Steinpilze auf frischen Nudeln. Diese haben wir von Canada noch eingefroren. Also die Steinpilze, nicht die Nudeln….

 

Tag 185 – Ab in den Süden – der Sonne hinterher

Schon am frühen Morgen wecken uns die Kinder mit dem Geklapper der Töpfe, sie laufen von Camper zu Camper. „Süßes oder es gibt Saures“ heißt hier „Trick or Treat“ . Wir stellen uns noch schlafend. Wir haben wirklich absolut nichts Süßes im Auto. Wir könnten Ihnen höchstens einen Apfel geben, und das haben sie sicher nicht so gerne….

 

Es hat die ganze Nacht wild geregnet, aber das trübt die Laune der Gäste scheinbar überhaupt nicht. Wo gestern das Lagerfeuer war, wird jetzt schon fleißig Sekt getrunken und das Wetter passt wohl gut zu den Skeletten und Grabsteinen.

Als wir abfahren schreien uns unsere Nachbarn noch aus den Campern nach: „Have a safe travel“ einige kommen raus und winken heftig. Wir sind total gerührt.

Im Nieselregen geht es weiter, kurz zum Strand nach Lewes, wo im 17. Jahrhundert die Holländer gelandet sind, später die Engländer. Ein paar Häuser aus dieser Zeit stehen noch.

 

Hier gibt es wegen der vielen Touristen drei Outlet-Center. Doch das Einkaufen lockt uns nicht. Wir haben jetzt schon Bedenken, ob wir unser Hab und Gut in drei große Taschen bringen.
Wir fahren weiter die Halbinsel runter, jetzt durch Maryland – unseren 27. Bundesstaat. Die Insel besteht nur aus großen Hotels, eines hässlicher als das andere. Hier kommen wir uns vor, wie an der italienischen Adria. Nur Minigolfplätze, Geschäfte für Strandoutfits, Schwimmtiere etc…… Bei Nebel im Oktober wirkt alles sehr trostlos, obwohl eigentlich viele Leute unterwegs sind.

 

Und schon überfahren wir die Grenze zu Virginia. Jetzt merken wir, dass wir wieder in den Südstaaten sind. Felder mit Baumwolle, Erdnüssen und Zuckerrohr. Auch die Häuser sehen anders aus. Alles ein bissl heruntergekommen, aber vielleicht ist das nur hier am Land so.

Wir steuern den nächsten Campingplatz an. Heute sind wir 280 Kilometer gefahren, gestern waren es 450 KM. Wir kommen also in großen Schritten dem Süden und der Wärme wieder näher.

Schon von Weitem sehen wir einen riesigen Platz mit unzähligen Campern und noch mehr Kindern, die einen unglaublichen Wirbel machen. Wir schauen uns schon panisch an. Was wird hier heute Abend wieder abgehen??? Nachdem man uns einen Platz für 65 Dollar anbietet, nehmen wir Reißaus und finden einen viel netteren wirklich tollen Platz in einem Statepark 15 Minuten weiter.

Wir haben heute im Supermarkt Kalbschnitzel gefunden und haben noch gefrorenen (geschenkten) Salbei aus Kalifornien. Also drängt sich das heutige Menü förmlich auf. Saltimbocca a la Romana mit Safranreis. Hmmmmm…….

 

Also so darf es zu Hause nicht mehr weitergehen. Jeden Abend ein großes Essen…… Da kommen wir ja nie wieder in unsere Garderobe hinein.

 

 

Tag 184 – Ein Tag – Vier Bundesstaaten

 

 

Ein gutes Frühstück ist Pflicht! Heute wird ein anstrengender Tag. Wir müssen vorbei an den großen Städten New York, Philadelphia und Baltimor. Heute ist weit und breit niemand vom Campingplatz zu sehen, also sind wir doch wieder eingeladen.
Wir verlassen New Haven und schlagen den Weg nach New York ein. Bei New York – wir queren die Bronx – nehmen wir die Washington Bridge über den Hudson River.

 

Manhattan können wir im Dunst erkennen. Die Skyline ist immer wieder beeindruckend. Doch hinein wollen wir nicht. Das passt nicht zu unserem Urlaub. Motorhomes wären in Manhattan auch gar nicht erlaubt, da müßte man mit dem Zug reinfahren.

 

Die Autobahnen jetzt 6-spurig, bei einer Abfahrt geht es oft in 4-5 Richtungen auf  weg. Da streikt auch Tom Tom….. Wir verfransen uns des Öfteren, doch Robert behält die Nerven – mein Held!!!. Zurück zum Start und wir versuchen es nochmal….. Dann stecken wir wiedereinmal im Stau….

Nach etwa 4 Stunden Fahrt haben wir New York hinter uns. Übrigens waren wir jetzt von Connecticut beim Start auch schon im Bundesstaat New York und sind jetzt in New Jersey.

Lange dauert es nicht, da landen wir im Bundesstaat Deleware. Hier wollen wir heute Nacht schlafen. Wir haben auch schonen einen Platz im Auge.

Nach 8 Stunden Fahrt erreichen wir nahe der Stadt Dover in der Nähe des Strandes den Jelly Bear Campground. Es gibt schon auf der Straße ein Express Check In. Wir wissen gar nicht, was los ist. Nachdem man uns zuerst 70 Dollar  – dann doch nur 45 Dollar für den Platz – der übrigens rammelvoll ist – abnehmen will, erfahren wir den Grund.

Es ist ein Feiertagswochenende und es gelten die Hochsaisonpreise! Welcher Feiertag? frage ich…. „na eines von den drei Helloween Wochenenden“. Uff!!! Am Platz dann großes Helloween Spektakel. Die Camper sind wild geschmückt, wir schauen uns einige an, tratschen mit den Nachbarn und bewundern die Deko. Die halbe Nacht kommt aus einem Lautsprecher Sturm- und Geistergeheul….

Unsere Nachbarin sagt, sie feiert seit Ende September. Und Weihnachten? frage ich, „wird das auch so groß gefeirt???“ Nein, meint sie, da trifft man sich mit der Familie, aber die eigentlichen Hollidays sind der Monat vor dem 31.Oktober!!!! Na dann…..

 

Ein Nachbar kommt noch extra zu unserem Camper und lädt uns zu seinem Lagerfeuer ein. Eine andere gibt uns ihren Wasserschlauch, weil sie sieht, dass unserer zu kurz für den Platz ist. Wir sind immer wieder überrascht von der Herzlichkeit der Menschen.

 

183 – Connecticut

Am Morgen versucht Robert verzweifelt, jemanden zu finden, bei dem wir zahlen können. Beim dritten Anlauf hat er jemanden, der ihm dann stolze 50 Dollar abnimmt…. Ich wäre wahrscheinlich einfach gefahren, nachdem das Büro wieder leer war, aber er ist immer so ehrlich….
Aber wir stehen auch in einem wunderschönen Park, das sehen wir jetzt erst.

 

 

Der nächste Halt ist Mystic, ein kleines Dorf, wo im 19. Jahrhundert der Walfang und der Schiffsbau blüten. Es hat über den Fluß auch eine alte Kippbrücke, die einmal in der Stunde aufmacht, um die Boote durchzulassen.

 

Nach einem gemütlichen Kaffee schlendern wir durch den Ort, der noch mit den alten Kapitänshäusern, die sehr schon hergerichtet sind, beeindruckt. (Das ist irgendwie der Urlaub der schönen Häuser, vor allem, wenn sie so weiß sind, und der Himmel so blau)

 

Unterwegs immer wieder Kürbisse, geschmückte Häuser. Sogar das Baustellenklo wurde zur Helloween Deko.

 

In New Haven,  gibt es fast nur ein Thema und das ist die berühmte Yale University. Die drittälteste Universität der Staaten wurde 1700  gegründet und lehrt 11500 Studenten. Der Bereich der Uni ist riesig.  Es gibt sogar ein eigenes Konzerthaus. Leider gibt es heute keine Führungen mehr, aber wir schlendern unter den vielen jungen Läuten durch die Universitätsstadt. schaut so wahnsinnig „ehrfürchtig“ aus sogar die Mensa, wo auf den Toren das Essen in Stein gemeiselt ist.

 

In der Unibuchhandlung finde ich zwar keine Bücher, dafür eine Brille, die heute ganz genau zu meinem Outfit passt 🙂

Wir haben uns heute etwas zu viel Zeit gelassen, Yale war so interessant, nur gibt es in der Umgebung keine Campingplätze. Wir fahren mal auf die Autobahn Richtung Süden, dann aber wieder zurück, weil westlich von New Haven doch ein Platz im Tom Tom angezeigt wird. Es ist schon dunkel, als wir dort einfahren. Kein Büro, aber jeder Platz ist besetzt. Einen winzigen finden wir noch und stellen uns kurzerhand drauf. Hoffentlich kommt da niemand mehr.

 

 

 

Tag 182 – Newport

Im leichten Morgennebel verlassen wir Cape Cod.

Der Weg führt uns wieder über die Verbindungsbrücke über den Cape Cod Kanal.

 

Unser heutiges Ziel ist die Stadt Newport im Bundesstaat Rhode Island.

Der Tripadviser zeigt uns als Nummer 1 der Sehenswürdigkeiten den Cliff Walk an.

Das hübsche Städtchen Newport hat schon sehr früh reiche Menschen aus ganz Amerika angelockt.

Auf dem Parkplatz beim großen Sandstrand von Newport finden wir einen Abstellplatz für unseren Archi.

Der Cliff Walk startet am Rande der großen Sandbucht und führt uns immer die Klippen entlang vorbei an all den wunderbaren Villen.

Die schönsten Häuser wurden von der Familie Vanderbilt gebaut, die es schafften, Ende des 19.Jahrhunderts mit Schiff und Eisenbahnbau in die Liga der reichsten Amerikaner aufzusteigen. Auch die Villa, die für den Großen Gatsby als Filmkulisse diente, ist hier zu finden.

Der Weg ist wunderschön angelegt und die 10 Kilometer sind schnell absolviert….

 

Zurück am Strand machen wir es uns mit unserem Kaffee auf der Strandmauer bequem und bestaunen die Wellen, die durch Algen ganz rosa gefärbt sind. Links von uns das Städtchen mit der Kirche, wo John F. und Jackie sich das JA Wort gaben.

 

Wir wollen noch ein Stück weiterfahren, stauen uns über eine der nächsten Brücken, die immer wieder die Buchten umspannen und landen um ½ 6 auf einem Campingplatz nicht weit von der Autobahn.

Wir wollen so früh parken, weil wir heute Beinfleisch und Suppengemüse gefunden haben und so gibt’s heute das „Menü Heimat“.

 

Guuute Rindsuppe mit Griesnockerl (der Gries ist zwar etwas fein, doch sie gelingen trotzdem), danach Rindfleisch mit Spinat und „neuen“ Kipflern, hier Fingerling-Potatos genannt. Wir schwelgen uns weg. Im Auto riecht es noch in der Nacht Wiener Gasthaus…..

 

 

 

Tag 181 – Marthas Vineyard

Ich muss einen guten Draht zum Universum haben :-). Heute Nacht noch Gewitter, Sturm und Dauerregen, heute Morgen Sonnenschein vom Feinsten. Und es weht kein Lüfterl. Also sofort zur Fähre, um endlich nach Marthas Vineyard zu fahren. Das verlangt ja schon der Name, da mal hinzukommen…

 

Wir nehmen gleich das frühe Schiff, obwohl wir dafür auf das Frühstück verzichten müssen, aber der Tag ist zu schön zum Herumbrodeln. Nach 45 Minuten und 7 Dollar erreichen wir Oaks Bluff, eine kleine Stadt auf der Insel. Sofort sind wir beim Radverleih und haben auch schon unsere Drahtesel für den heutigen Tag. Die Insel ist am Besten mit dem Rad zu erforschen – sagt Lonely Planet. Dass die Insel keineswegs ganz flach ist, wie ich es mir vorstelle, sagt er nicht….

Aber so ohne Essen kann ich natürlich keinen Meter fahren. Mangels Frühstücksgelegenheit – viele Lokale haben für den Winter schon geschlossen – gehen wir gleich Mittagessen.

 

So sieht das Essen aus, das man in den meisten Lokalen bekommt….

 

Das Radeln hier macht wirklich Spass. Nicht nur, dass es 24 Grad hat – und das Mitte Oktober – gibt es fast auf der ganzen Insel breite Radwege. Sie führen über Dämme, zu Leuchttürmen, durch schicke Wohngegenden, etc..

 

In Edgartown sieht man nur weiße Häuser mit riesigen Rasenflächen. Hier ist das Geld. Erinnert ein bisschen an Sylt.

Was wir aber vermissen, sind die Lokale oder Bars, die wir auf der gesamten Fahrt vergeblich suchen.

 

Am Strand gehen die Leute sogar noch baden. Wir haben unsere Badesachen leider nicht mit. Ich glaube, ich hätte mich heute auch reingeschmissen.

 

Die Fahrt geht nun nach Vineyard Haven und hier immer bergauf, bergab. Ich bin schon ziemlich fertig. Man merkt, dass wir die letzten Monate nicht viel Bewegung gemacht haben. Und 50 Kilometer auf dem Rad hatte ich auch schon lange nicht mehr und der Sattel ist mehr als hart. Vielleicht wäre das Elektrorad doch die bessere Wahl gewesen.

Doch ich halte notgedrungen durch und um 5 Uhr sind wir wieder zurück in Oaks Bluff. Jetzt finden wir auch endlich ein Lokal und trinken gleich jeder zwei Bier. Wegen der Elektrolyte – eh klar!!!

Eine Texanerin setzt sich mit ihrem Lobster an unseren Tisch und wir haben es die nächste Stunde noch ziemlich lustig.

 

In Oaks Bluff schauen die Häuser wie Zuckerhäuschen aus. Verziert wie eine Torte und auch ganz bunt. Im Abendlicht schlendern wir zur Fähre. Der Himmel ist jetzt komplett rot. Wir genießen noch die Überfahrt.

 

Als wir wieder in Cape Cod ankommen ist es zwar stockdunkel, aber zu unserem Campingplatz – der gleiche wie gestern – finden wir grad noch. Ein Steak ist schnell gebraten und mit Salat und Grana mundet es vorzüglich. Aber ich glaube, jetzt hätte mir alles geschmeckt. Ich bin so hungrig und eigentlich auch schon todmüde. Was für ein Tag!!!!

 

 

Tag 180 – Wir warten auf die Sonne

Nachdem wir vorhatten, noch auf die Insel Marthas Vineyard zu fahren und uns dort ein Rad zu leihen, müssen wir einfach noch einen Tag auf die Sonne warten. Mal sehen, ob die Rechnung aufgeht. Wir verlassen unseren Campground und nachdem heute Morgen wieder niemand im Büro anzutreffen ist, fühlen wir uns eingeladen und fahren weiter.

Wieder vorbei an schönen Häusern, den Strand lassen wir heute aus. Zu viel Nebel und immer wieder nieselt es.

Doch ein Minigolfplatz bremst uns dann doch ein. Schließlich hab ich nach meiner letzten Niederlage hier noch einiges aufzuholen.

Hmmmm…Ich verliere wieder, aber es hat trotzdem Spass gemacht und diese Stunde hat es auch nicht geregnet.

Seit 1. Oktober ist hier Helloween ausgebrochen. Nicht nur, dass schon überall Gespenster und Skelette hängen, gibt es auch ganz große Kürbismärkte. Meist vor Kirchen – klar, weil das auch sooo ein religiöses Fest ist.

 

Am Nachmittag flanieren wir noch durch eine Einkaufsmall, aber das macht uns irgendwie keinen besonderen Spass. Viel lieber sitzen wir im Camper und lesen und kochen. Heute halten wir uns aber zurück, der gestrige Abend war etwas zu viel des Guten.

In der Nähe der Fähre in Woodshole finden wir einen Campingplatz. Es gibt sogar einen Shuttle zum Schiff. Ich nütze den Nachmittag noch zum Wäschewaschen. Um 1/2 7 ist es auch stockdunkel. Im Moment trommelt der Regen so arg auf unser Dach, dass es fast unvorstellbar ist, dass morgen ein Sonnentag bevorsteht. Ich werde das Universum heute Nacht noch bearbeiten.

Tag 179 – Geburtstag in Cape Cod

Robert hat heute Geburtstag, also soll es ein sehr besonderer Tag werden. Aber eigentlich sind ja alle unsere Tage hier sehr besonders. Wir verlassen unseren Platz in der Grube, hier wollen wir keine zweite Nacht schlafen und ziehen hinauf zum Ende der Insel nach Provincetown.

 

Die gesamte Küstenlänge ist ein Nationalpark. Obwohl es sehr bewölkt ist und auch teilweise nieselt, gehen wir ein bisschen den Strand entlang und schauen über endlose Marschlandschaft. Die Sanddünen machen auch vor der Hauptstraße nicht halt.

 

Unser Ziel ist die Stadt Provincetown am Ende von Cape Cod. Hier geht es auch so richtig rund. Die Gegensätze zum 17. Jahrhundert könnten nicht größer sein. Wo einst die Pilgerväter mit strengen Tugenden an Land gingen, ist hier heute alles erlaubt. Vor allem ist die Stadt das Urlaubsmekka der Homosexuellen, die sich hier absolut nicht verstecken müssen. Die Hauptstraße ist gesäumt von schrägen Lokalen. Die Stimmung ausgelassen. Natürlich auch für alle anderen. Jede Menge Theater, Kinos, Kunstgalerien und sonstige Vergnügungen werden angeboten.

Nachdem wir eine halbe Stunde Parkplatz suchten, schmeißen auch wir uns hinein und genießen das bunte Treiben.

 

Am Weg zum Parkplatz faszinieren uns wieder die Truthähne die hier trotz dem bevorstehendem Thanksgiving noch friedlich herumsitzen.

 

Hier am Abend einen Campingplatz zu finden ist anfangs nicht leicht, doch dann entdecken wir einen, der noch offen hat, allerdings ist das Büro unbesetzt. Also beziehen wir einfach einen Platz und schließen uns an. Schauen wir, ob wir morgen jemanden vorfinden.

Die Feier am Abend ist sehr gelungen. Meine eingeschleuste Torte ist eine Überraschung und schmeckt auch sehr gut und auch der Sekt samt den gewünschten Lachsbrötchen mundet meinem Geburtstagskind.

 

Hoch soll er leben!!!!

Tag 178 – Massachusetts

Das Gebläse unserer Camperheizung eignet sich hervorragend zum Haareföhnen .

 

Danach noch ein langer Schwatz mit zwei deutschen Pensionisten, die auch schon ein halbes Jahr unterwegs sind. Erst dann verlassen wir unseren Platz Richtung Massachusetts.

Aus New Hampshire sind wir gleich wieder draussen. An der Küste entlang ist dieser Bundesstaat nur etwa 20 Kilometer lang.

War es in der Früh sonnig senkt sich in Gloucester dicker Nebel über die Bucht. Wir wollten zwar hier ein bissl flanieren, doch der Nebel macht es so frisch, da macht sich doch gleich die Faulheit bemerkbar und wir fahren weiter.

 

Die Essex Halbinsel ist eine Augenweide. Alte Prachtvillen säumen die Straßen. Ich staune nur und vergesse eigentlich, ein bissl zu fotografieren. Muss es wohl auf meiner inneren Festplatte abspeichern.

Vorbei an Salem, das eine unrühmliche Vergangenheit wegen seiner vielen Hexenverbrennungen hat. Jetzt feiern die Staaten es als Halloween Hochburg. Wir haben das Gefühl, ganz Boston macht sich an diesem langen Wochenende auf den Weg in diese Stadt. Vor den Häusern hängen Skelette und Geister, an den Fenstern hängen Spinnen – es ist verrückt. Wir flüchten kurzerhand wieder auf die Autobahn, hier haben wir nichts verloren.

Bei Boston kommen wir trotz Stau ganz gut vorbei. Einen Besuch haben wir nicht geplant. Wir haben es schon mal besucht, heute steht Cape Cod auf unserem Plan.

 

Wir nehmen die Bücke über den Cape Cod Canal, der 1952 gebaut wurde, um den Schiffen die 270 Meilen um das Cap herum zu sparen.

 

Hier nehmen wir die „längste historische Straße“ von Neuenglang. Alte Villen von Schiffsbauern und Reedern die sich hier während der goldenen Zeit der Segelschiffahrt niederließen.

In Brewster haben wir Glück und finden trotz des Columbusday-Wochenendes noch einen Platz auf einem netten Campground.

Abendessen wird etwas Besonderes. Am Hafen kaufen wir bei einem Fischhändler fangfrische Jakobsmuscheln, die es jetzt in Safransauce mit Nudeln gibt.

Tag 177 – Von Maine nach New Hampshire

Erst denken wir, es ist im Camper so finster, weil wir im Wald stehen, doch bald realisieren wir, dass es total bewölkt ist und es regnet leicht. Und das nach dem gestrigen Tag. Kaum zu glauben.

 

Wir folgen der 1A der Küste entlang  und kommen zuerst in den Ort Keenebunkport. Hier reihen sich die typischen Main Villen an der Ocean Avenue aneinander. Schon an den Autos kann man erkennen, dass hier das Geld ist. Wir kommen auch bei einer besonders gut bewachten Villa vorbei und erfahren, dass das das „Sommerhäuschen“ von Ex Präsident George W. Bush ist. Wenn es ihm in seinem Texas zu heiss ist, weiss auch er, wo es schön ist.

 

Unser nächstes Ziel ist Ogunquit, wo es einen wunderschönen Küstenweg gibt. Die Einwohner haben ihn aus ihrer Tasche bezahlt und erhalten ihn auch. Wir wandern etwa 5 Kilometer immer dem Meer entlang und genießen die frische Seeluft. Die Sonne läßt sich leider nicht blicken.

 

Weiter durch Wälder (jetzt endlich viele rote Bäume) und immer wieder in irgendeinen Ferienort. Die Sandstrände sind hier endlos lang und breit. Im Sommer muss es hier ziemlich von Urlaubern wimmeln.

 

Diese Truthähne rennen vor uns über die Straße, ich glaube sie sind schon auf der Flucht vor Thanksgiving 🙂

 

Jetzt bekomme ich endlich noch mein Leuchtturmfoto in Cape Neddick. Der Turm steht auf einer Felseninsel. Es gibt nur eine Gondel hinüber, aber nur für den Leuchtturmwärter.

 

 

Kurze Zeit später kommen wir in den Bundesstaat New Hampshire. Portsmouth ist eine große Stadt mit Ziegelhäusern. Schaut ganz englisch aus.

 

Es wird schön langsam Zeit, uns ein Nachtlager zu suchen, doch an den Stränden scheint alles schon eingewintert zu sein. Wir sind sehr skeptisch, etwas zu finden, doch unser TomTom wirft doch noch einen Platz in Hampton aus, der uns Unterschlupf gewährt.

Zum Abendessen gibts heute Schweinsfilet in einer Mandel Whiskeysauce.

Tag 176 – Pumpkin Mania

5. Oktober und wir frühstücken im Freien. Das ist auch für Neu England ungewöhnlich. Alle reden vom Wetter. Das ist auch der Grund, warum nicht ganze Wälder voll roter Bäume sind, sondern doch immer nur Vereinzelte. Aber uns ist die Wärme lieber…..

 

Jetzt gehts hinein nach Boothbay Harbor. Wieder so ein Bilderbuchstädtchen, in dem es sich lohnt, herumzuflanieren. Hier gibt es sogar eine Werft, die alte Segelschiffe aus dem 19. Jahrhundert wieder herrichtet.

Ein guter Espresso bei einer Bar runden den Spaziergang ab.

 

Wir hören von einer Stadt im Norden mit dem lustigen Namen Damariscotta, wo die ganze Woche ein Kürbisfest stattfindet.

Am Samstag findet die große Parade statt bei der die Kürbisse durch die Straßen gezogen werden. Die Größten und Schwersten werden dann prämiert.

Wir aber haben heute schon den schwersten Kürbis von Neuengland mit insgesamt 1.760 Pfund oder 800 kg gesehen.

 

Weiter geht es nach Freeport. Dort hat L.L.Bean einen riesigen Outletstore. Ja es ist fast schon eine kleine Stadt. Bean war ein Entenjäger der mal zu Beginn des 20. Jahrhunderts bei der Jagd nasse und kalte Füsse bekommen hat. So entwickelte er Lederstiefel, die jedoch unten mit der Sohle komplett mit Gummi verbunden waren. Das machte ihn so berühmt, dass er ein großes Imperium mit Jagd- und Outdoorausrüstung aufbaute. Die komplette Stadt Freeport ist jetzt voll mit Outletläden der diversesten Marken. Wie Boss in Metzingen haben sich die Firmen dem Erfolg angehängt und die Stadt wimmelt von kauflustigen Menschen.

Robert bekommt zum Geburtstag gleich eine neue Jeans und ein gefüttertes kariertes Hemd. Die Entenschuhe kann ich ihm ausreden. Auf Entenjagd gehen wir in Wien ja doch eher selten.

Nicht nehmen läßt er sich, wenigsten einen Schlüsselanhänger mit dem berühmten Schuh mitzunehmen.

Und ich bekomme noch einen leichten hellblauen Rucksack, passend zu meiner neuen Wanderausrüstung.

 

Es ist jetzt Zeit, sich um mein kaputtes Handy zu kümmern. Es ist ja ein Jammer, ich bin schon den dritten Tag ohne Internet und whatsapp 🙁

In Portland, einer großen Stadt eine Stunde entfernt, finden wir übers Internet ein Cellphone Repair. Leider ist es nicht nur die schwache Batterie sondern es löst sich auch noch der Bildschirm. Die Reparatur wird allerdings sofort durchgeführt und ich bin mehr als glücklich.

 

Allerdings hat das Ganze zwei Stunden gedauert und wir kommen bei der Weiterfahrt in die Dunkelheit, was gar nicht gut ist. Die Sonne geht ja schon um 6 Uhr unter. Am Weg zur Küste verfahren wir uns auch noch zweimal, doch um 1/2 8 sind wir dann endlich auf einem Campingplatz an der Küste.

 

Zur Feier des erfolgreichen Tages wird heute die zweite Hälfte unseres tollen Hechts aufgetaut und es gibt ihn gespickt mit Steinpilzen und Belugalinsen.

 

Tag 175 – Mains Küste

Am Morgen machen wir noch einen Spaziergang zum Meer. Dann geht es  weiter Richtung Süden.

 

Auf einmal ist es warm geworden. Schon bald schwitzen wir in unseren Jeans.

Jetzt geht es über die Penobscot Bridge mit der höchten Brückenaussicht der Welt. Na bitte, schon wieder eine Superlative….

 

Im hübschen Ort Camden – jetzt hat uns die USA wieder mit ihren Verkehrsstaus – lassen wir uns in einem Park die Sonne auf den Bauch scheinen und gehen bei Peter Otts im Hafen Clamchowder und Lobsterrolls essen. Auch der Wein mundet ausgezeichnet.

Die Kreuzfahrtschiffe liegen draußen auf Rede und karren die gleichen Leute in die Stadt, die gestern in Acadia waren.

 

Schön sind die vielen Schiffe und vor allem die Clipper, die hier erstmals gebaut wurden, im kleinen Hafen zu beobachten.

In Rockland gibt es einen Leuchtturm, der nur über einen einen Kilometer langen Damm erreichbar ist. Wir starten das Unterfangen sind uns aber bald einig, dass wir bei diesem starken Wind da nicht rausgehen. Lieber zurück zum Camper auf Kaffee und Kekse.

 

Weiter geht’s der Küste entlang Richtung Boothbay Harbor. Kurz davor sehen wir von der Straße einen schönen sonnigen Campingplatz und bleiben gleich stehen. Zu verlockend ist die Aussicht, mal wieder in Shorts mit Aperol Spritz bewaffnet, in der Sonne zu sitzen.

 

Da sich seit gestern mein Handy tot stellt, stöhn….., lese ich wieder einmal ein richtiges Buch – ja genau, so aus Papier zum Umblättern – das ich in einer Loundry gefunden habe.

Heute Abend machen wir uns nur mehr Tzaziki, heute mittag haben wir schon genug geschlemmt.

Tag 174 – Acadia Nationalpark

Das war eine frische Nacht   Brrr……….

Aber am Morgen ist es wieder sonnig. Heute steht der Acadia Nationalpark auf dem Programm,

 

Ein großes Küstengebiet mit herrlichen Buchten, „hohen Bergen“ 460 Meter und doch schon einigen roten Blättern.

 

Das Gebiet gehörte einem gewissen Rockefeller, und da er es vor der Holzindustrie retten wollte, hat er es nicht verkauft, sondern dem Staat geschenkt. Das war aber schon vor 100 Jahren, damit ist der Acadia NP einer der ältesten in den Staaten.

Wir fahren einfach die vorgeschlagene Scenic Route einmal um die Halbinsel und stoppen bei schönen Stränden und wilden Klippen. (Natürlich nicht, ohne einen großen Steinpilz mitzunehmen..) Da es nur ganz wenige Parkplätze gibt, haben wir mit unserem Camper ein bisschen Probleme. Vor allem gibt es 4 Tunnels. Einer ist unter unseren 12 Fuß. Bei 11,80 kommen wir aber ohne Probleme doch noch durch. Den Schweißfilm auf Roberts Stirn ignoriere ich einfach.