Tag 171 – Lunenburg

Heute sind wir wieder mehr als zufrieden mit dem Wettergott. Gleich vor dem Frühstück machen wir einen ausgiebigen Spaziergang auf „unserem“ Strand. Der Wind pfeift uns zwar um die Ohren, aber das macht gar nichts.

 

Wir fahren nochmal etwas südlicher zum Ort Mahone Bay, mit seinen vielen Kirchen. Allein vom See aus kann ich 6 erkennen. Da muss doch wirklich für jeden etwas dabei sein:-)

 

Schon beim Parkplatzsuchen merken wir, dass hier was größeres los ist. Heute ist das Fest der Fetzenpuppen. Schon an der Straße jede Menge bunter Köpfe und jedes Haus und vor allem jedes Geschäft übertrifft sich in der Kreativität. Vor der Kirche steht sogar ein Fetzen-Brautpaar.

 

Am Ortseingang haben wir noch einen Parkplatz gefunden, jetzt in der Ortsmitte geben wir auf. Keine Chance, wir schauen uns alles nur im Vorbeifahren an. Ich glaube, heute trifft sich hier die ganze Insel. Es herrscht Kirtagstimmung mit viel Musik und Rummel.

Etwas ruhiger geht es am eigentlichen Zielort Lunenburg zu. Deutsche Auswanderer von der Lüneburger Heide haben sich da angesiedelt und nachdem es hier kein Ü gibt, heißt es Lunenburg. Wir finden noch einige deutsche Flaggen vor Häusern , viel sind es nicht mehr, aber 1830 ist ja auch schon lange her.

Bunte kunstvolle alte Stadthäuser. Manche sind da wohl etwas zu bunt geraten.

 

Nicht zu bunt ist unser wunderschöner Hummer, den wir in einem kleinen Holzhaus bestellen. Schmeckt köstlich. Und das mit Ausblick auf den Hafen und die alten Schiffe.

 

Auf dem Weg nach Digby, wo wir morgen die Fähre nehmen wollen, streifen wir noch den unaussprechlichen Kejimkujik Nationalpark. Ein großes Waldgebiet, durch das sich tiefbraune Flüsse durch mäandern. Wir spazieren nur ein kleines Stück hinein. Zum Erkunden ist hier ein Kanu sicher die bessere Wahl, als ein Auto.

 

Um 7 Uhr kommen wir in Digby an und schlafen 5 Minuten von der Fähre entfernt am Digby RV Park. Er hat heute seinen letzten Tag, gerade nochmal Glück gehabt. Mit zwei holländischen Campern teilen wir uns das große Gelände.

Schon am Abend wird es ziemlich kalt. So etwa 6 Grad, Hoffentlich frieren wir nicht in der Nacht. Wie es heiß war ist unsere Klimaanlage nicht gegangen, jetzt wo es kalt ist, streikt unsere Heizung……Wir werden uns einfach fest aneinanderkuscheln…….

 

 

Tag 170 – Halifax

Ja, Ja, Ja, das Warten hat sich gelohnt!!!! Strahlendblauer Himmel, aber kalt…. brrrr……

30 Kilometer in die Stadt zurück. Am Weg noch in Dartmouth Gas nachfüllen. Das ist hier in Canada gar nicht so einfach. Über die große Brücke (3,5 $) in die Innenstadt von Halifax.

 

Am Stadtrand finden wir nach ausgiebigem Suchen den Friedhof, wo 1912 etwa 200 Opfer der Titanic, die von zwei Schiffen aus Halifax geborgen wurden, bestattet sind. Die Gräber sind in einer Schiffsform angeordnet. Nicht von allen wußte man die Identität. Erst 2007 konnte ein „Unnowed Child“ mittels DNA identifiziert werden. Jetzt steht beim Grab sogar eine Foto dabei. Ist sehr ergreifend.

 

In der Stadt selbst muss es natürlich zuerst die Zitadelle sein.  Am Hügel oben finden wir auch einen guten Parkplatz, damit wir genug Zeit haben, alles anzuschauen. Falls jemand Fragen zum Bau von Festungsanlagen hat, nur zu, Robert gibt liebend gern Auskunft 🙂

 

Wir lassen danach den Wagen gleich stehen und spazieren hinunter zum Hafen. Am Pier 21 kaufen wir uns eine Lobsterroll. Da ist sicher ein halber Hummer gemischt mit irgendeiner Sauce drin. Wau, ist das gut!!!! Leider gibts hier nix Gscheites zu Trinken dazu…

 

Der Hafen jetzt in der Sonne ist ein Genuss, nicht nur für die Kamera. Einige Gebäude sind noch aus dem 19. Jahrhundert.

 

Das Boot mit dem lustigen Maxerl ist übrigens kein Boot für Kindergeburtstage, sondern tatsächlich ein Schleppschiff für den Hafen.

 

Der Kalte Wind treibt uns wieder in den Camper und wir fahren jetzt die Küste entlang. Nennt sich Lighthouse Trail.

Ich gebe aber Robert das Versprechen, nicht ALLE anschauen zu wollen.

Doch in Petty Cove muss ich raus. Ein Bilderbuchstädtchen. Bunte Häuser, viele Fischerboote und vor allem eine Einzigartige Landschaft. Ein Hochmoor und die Küste mit großen runden Felsen, wo sich die Wellen in weiße Geischt verwandeln.

 

Besser könnte der Leuchtturm für meine Fotos nicht stehen.

Noch eine halbe Stunde weiter finden wir einen Platz in Hubbard in der Mahone Bay. Er hat sogar einen eigenen Strand, aber den schauen wir uns erst morgen an.

 

Jetzt noch schnell 10 Runden Jolly. Robert besiegt mich ununterbrochen…. aber es macht Spaß.

 

 

 

Tag 169 – Ein Regentag

Jetzt hat es uns aber richtig erwischt. Es schüttet schon beim Aufwachen so gewaltig, dass ich mich gleich wieder unter die Decke verdrücke. Wir warten lieber, bis es vorbei ist.

2 Stunden Später: Es prasselt noch immer wild auf unser Blechdach (das klingt im Auto ja nochmal so wild) und es ist kein Ende in Sicht. Auch der Wetterbericht verspricht keine Besserung. Na ja, nach 168 Tagen darf es auch mal ein Regentag sein.

 

Der muss jetzt aber auch richtig zelebriert werden 🙂 Ich bekomme auch noch den zweiten Kaffee ans Bett und lese mal genüßlich mein „Hotel New Hampshire“ fertig. Was für ein Buch!!!

Aufstehen tu ich erst, als um 1 Uhr das Mittagessen schon fertig ist. Robert hat mal wieder seine berühmte Tom Ka Gai Suppe gekocht. Passt zum Wetter!!!!

uhhhh…. Heute ein bissl scharf geworden aber mit viel Reis schmeckt sie mir auch.

Kurz überlegen wir, in irgendein Museum zu fahren, oder zur Tankstelle Gas nachfüllen. Robert ist ein wenig unruhig, dass jetzt so gar nichts passiert, aber nachdem es noch immer wie wild schüttet, kann ich ihn davon überzeugen, dass wir einfach um 4 Uhr schon den Wiskey auspacken und dableiben.

Noch dazu, wo wir so gutes Internet haben. Ich hab auch noch eine große Tupperware Bestellung aufzugeben, das kann ich jetzt alles in Ruhe machen.

Am Weg zur Laundry sehen wir uns am Campground noch etwas um. Martha meint noch man kann ja nie wissen und plötzlich stolpern wir förmlich über insgesamt 5 Steinpilze. Alle noch ganz jung und fest.

 

Jetzt kommt auch noch die Sonne raus und beleuchtet die herbstliche Flußlandschaft  mit ihrem tiefstehenden Licht.

 

Versöhnt kehren wir zu unserem Camper zurück und werden die Linguini von gestern mit frischen Steinpilzen veredeln.

 

 

 

 

Tag 168 – Im Schwammerlhimmel

Die Nacht auf unserem halb „illegalen“ Platz war super und komplett ruhig. Auch das ältere amerikanische Ehepaar, das neben uns steht, war froh, hier bleiben zu können. Der Mann ist gestern Abend ganz wackelig zu uns gekommen und hat gemeint, ob wir da stehenbleiben, da steht doch „day use only“. Wir haben gemeint, das wäre ok, der nächste Campingplatz ist zu weit weg. Er hat dankbar genickt und hat sich dann auch getraut. Die Amis sind solche Angsthasen…. Er hat erst von uns die Absolution gebraucht……

Noch vor dem Frühstück will ich in diesen Wald auf der Insel vor unserem Stellplatz. Ich rieche irgendwie Schwammerl. Und tatsächlich. Hier fliegt man fast drüber. Sicher ein Kilo Steinpilze und sogar ein paar Eierschwammerl.

 

Ich bin im 7. Himmel… Robert bremst mich ein, dass es genug ist, also gehen wir frühstücken.

Schon jetzt gibts Eierspeise mit Eierschwammerl. Hmmmmm…… Welches Lokal hätte mir das bieten können.

 

Es ist schon 12 Uhr als wir aufbrechen. Wir haben gestern nicht gemerkt, dass die Strecke, die wir fuhren, nur mit einer Fähre in den Süden geht. Also wieder 18 km zurück, ist uns aber egal. Auf der Autobahn wird es nach dem Nebel heute früh kurz wieder sonnig, die Gegend ist auch sehr schön. Später ist es dann aber ganz verhangen und es beginnt auch zu nieseln.

 

Um 3 Uhr sind wir in Halifax, der Hauptstadt von Nova Scocia. Wir gehen zu Sobeys einkaufen, das ist ein ganz guter Markt und brechen dann zum KOA Campground 17 Kilometer entfernt auf. Bei dem Nieselregen will ich hier eh nix anschauen, das kann auch bis morgen warten.

Der faule Nachmittag tut gut, ich geh wieder auf Schwammerljagd in den Wald, finde aber nix und Robert kocht inzwischen.

 

Frische Nudeln mit gebratenen Steinpilzen, was will der Mensch noch mehr zu seinem Glück.

 

Außerdem haben wir das beste Internet des ganzen Urlaubs und Robert lädt gleich die wichtigsten Filme (für ihn) runter. Fluch der Karibik, Alien, etc. etc……

Ich geb mir heute sicher eine Schnulze aus der ZDF Videothek und die letze Heute Show haben wir auch noch nicht gesehen.

Von den deutschen Wahlen haben wir ja schon genug gehört.

 

 

Tag 167 – Küstenstraßen

Sahen wir in der Nacht noch einen tollen Sternenhimmel, stürmt es jetzt heftig. Hat schon um 2 Uhr angefangen. Unser Camper schaukelt gewaltig. Robert träumt sogar, die Bremsen lösen sich und wir stürzen die Klippen hinunter….

Na, so weit kommt es Gott sei Dank nicht, aber auch beim Frühstück sind wir noch beunruhigt.

 

Eigentlich ist Regen angesagt, aber wir freuen uns natürlich über den sonnigen Tag. Es ist soo unnatürlich heiß und schwül. Der Tornado, der an der Ostküste der USA wütet schaufelt warme feuchte Luft in den Norden.

Bis zum Ausgangspunkt aus dem Park, dem Ort Baddeck fahren wir noch eine Stunde die spektakuläre Küstenstraße entlang. Gott sei Dank lässt der Wind nach.

 

Hier in Baddeck haben wir nur einen Fixpunkt, das Alexander Graham Bell Museum. Der Schotte Bell, der das erste brauchbare Telefon der Welt erfand lebte meistens hier in seinem kanadischen Ferienhaus. Das Museum ist noch viel interessanter als Erwartet. Bell erfand nicht nur das Telefon, er war Lehrer, Erfinder, Forscher und ein niemals ruhender Wissenschaftler.

 

Am späten Nachmittag machen wir uns auf in südlicher Richtung. Nach 1 ½ Stunden Fahrt erreichen wir die Ostküste und in einer Picknickarea in Boylston stellen wir uns einfach hin, einen Campingplatz finden wir hier nicht. Ist aber eh sehr schön!!!!

Ich geh im Wald noch Schwammerlsuchen, bin aber nicht erfolgreich. Außerdem wird es bald finster.

Tag 166 – Cape Breton

Die Wettervorhersage ist zwar nicht so vielversprechend, doch wir lassen uns von unserem Vorhaben, das Cape Breton zu umrunden, nicht abbringen.

Das ist schließlich DIE Sehenswürdigkeit in Nova Scotia, und laut Führer eine der schönsten Panoramastraßen Nordamerikas. Gar nicht auszudenken, das auszulassen, wie wir kurz angedacht haben…

 

Anfangs finden wir das allerdings nicht und auch die Wolken tun ihr Übriges, uns nicht in Euphorie ausbrechen zu lassen, doch siehe da….

Gegen Mittag wird es immer sonniger und auch die Straße wird spektakulärer. Mal winden wir uns hinauf, mal wieder hinunter in Fischerdörfer, zu Stränden und natürlich zu Leuchttürmen.

 

Immer wieder bleiben wir stehen und schauen, fotografieren, oder wir wandern ein bisschen.

 

Gleich bei unserem ersten Aufstieg zum Freshwater Lake finden wir einen Steinpilz. Jetzt sind wir natürlich nicht mehr zu bremsen und wir gehen immer tiefer in den Wald rein. Viele verschiedene Pilze, es bleibt aber bei einem Steinpilz, aber immerhin….

Es dauert natürlich ziemlich lange, bis wir die nahezu 200 Kilometer schaffen.

 

Um 5 Uhr bleiben wir – die Runde ist noch nicht ganz geschafft – auf einem außerordentlich schönen, kleinen Platz stehen. Direkt auf der Klippe, nur mehr das Meer ist vor uns, parken wir unseren Archie.

Jetzt gibt es auch die Steaks, die wir gestern kauften und der Steinpilz veredelt sie auf das Feinste….

 

Tag 165 – Abschied von P.E.I

Wir verlassen mit vielen anderen gegen ½ 10 unseren Campingplatz. Beim Eingangshäuschen werden schon die Fenster zugenagelt. Keine Frage, hier herrscht im Winter ein raues Klima.

Heute heisst es Abschied nehmen von dieser wunderbaren Ferieninsel Prince Edward Island-kurz P.E.I wie die Einheimischen sie nennen.

 

Zur Fähre sind es nur 15 Minuten. Noch schnell zum letzten Leuchtturm der Insel, dann geht es auch schon in den Bauch der Fähre. 70 Minuten – 100 Dollar für uns und den Camper.

 

In Nova Scotia ist es jetzt leider etwas bewölkt. Da unser Ziel für morgen Cape Breton Island ist, fahren wir von der Ankunftsstelle Caribu in den Norden nach Baddeck, dem Ausgangspunkt des Trails.

 

Zwischendurch machen wir Halt bei einem großen Supermarkt. Wir waren schon eine Woche nicht einkaufen und Robert rafft Unmengen an Lebensmittel in unser Wagerl. Scheinbar geht es ihm schon besser. Er weiß gar nicht, was er für heute kaufen soll. Er meint sogar ein Steak wäre ihm zu wenig für ihn müssen wir zwei kaufen…. Dann finden wir aber auch noch Kabeljau, hier vor der Küste gefangen, der wird heute unser Abendessen.

Das Steak muss bis morgen warten.

Wir finden einen schönen Campingplatz von einer jungen deutschen Familie geführt.

Uns sie haben gutes Internet. Was für eine Freude.

Tag 164 -Sonne-Strände-Leuchttürme

Dachten wir gestern Abend noch, dass das kein besonderer Platz wäre, empfängt uns heute die Morgensonne in voller Pracht. Robert schwächelt zwar noch, doch die Spiegeleier mit Speck schmecken ihm schon.

 

Heute die Ostküste runter. Schöne Strände, viele Leuchttürme – und ich will zu JEDEM!! In den Orten ist eine Menge los. Heute ist auf der ganzen Insel Garage Sale – das sind private Flohmärkte vor den Häusern. Alles steht draußen, von Traktoren zu Kleidern, Spielzeug, Geschirr bis zu Obst, Marmeladen und Kürbissen. Bei einem Großen bei einer Tankstelle machen wir auch halt und ich darf stöbern. Sogar vor den Kirchen gibt es Flohmärkte. Ob es da alte Bibeln oder Gesangsbücher gibt, kann ich nicht sagen.

 

Robert bleibt im Auto, er ist zu schwach zum Stöbern…… mein armer Fernfahrer. Er braucht die Kraft zum Fahren. Nicht mal in ein Lobsterlokal will er reingehen, dabei schaut es mehr als verlockend aus.

Bei einem Flohmarkt vor dem letzten Leuchtturm mach ich auch noch Beute. Ich erstehe eine 40 Jahre alte Singlesammlung von Elvis’ größten Hits, aus Anlass zu seinem 50. Geburtstag herausgebracht. Die Platten sind nicht schwarz, sondern GOLD. Ich hab zwar nicht mal einen Plattenspieler, aber das wollte ich haben. War nicht billig, aber es ist ein ganz seltenes Souvenir.

 

Wir kommen früh zu unserem Campingplatz schon in der Nähe der Fähre. Wir haben keine Lust mehr herumzufahren, und Robert schaut eigentlich wirklich erbarmungswürdig aus.

Der Platz hat einen langen eigenen Strand und wir lassen es uns beide nicht nehmen, noch bis zum Sonnenuntergang unten beim Wasser zu sitzen. Wer weiß wie viele solcher Tage wir noch haben. Morgen macht dieser Campingplatz auch für den Winter schon dicht. Das war knapp, hier gibt es weit und breit keinen Anderen.

Tag 163 – Strandtag

Wieder ein traumhafter Tag, allerdings mit einigen Einschränkungen am Morgen.
Mein lieber Robert hat „Männerschnupfen“ von der übelsten Sorte. Ich blättere schon im Stadtführer, wo es ein Spital mit Notfallambulanz gibt. Damit darf man ja wirklich nicht spaßen.

 

Also läuft er mehr als gequält und leidend herum. Als er länger beim Haupthaus sitzt, weil dort das Internet besser ist, will ich mal nach ihm schauen und knalle alle Autotüren zu. Den Schlüssel hat Robert IMMER bei sich.

DIESMAL NICHT!!!! Panik!! Was machen wir jetzt? Welche Scheibe opfern wir, um hier wegzukommen? Mein Patient schwitzt gleich noch viel mehr und ich befürchte schon das Schlimmste. Auf einmal sehe ich, dass die kleine Luke beim oberen Bett einen Spalt offen ist, da komm ich allerdings mit meinem Körper keinesfalls durch. Kinder finde ich auf die Schnelle auch nicht, die ich raufheben könnte. Wir schieben uns den Holztisch davor, und schauen mal beide hinein und oh Wunder!!! Der Schlüssel liegt oben auf dem Bett und ich kann ihn mit der Hand erreichen…. Uffff…. na das ist ja nochmal gut gegangen, so ein Glück!!!!!

Es dauert etwa eine halbe Stunde bis Robert wieder normalen Puls hat und wir unsere Reise fortsetzen können.

 

Die Hauptstadt Charlottetown enttäuscht, da ist nicht der nette Hauptplatz mit Café und Fußgängerzone… Es ist ein nüchterner Ort, der uns gleich durchstarten lässt. Da fahren wir lieber wieder in die Natur.

 

Es beginnt schon die Kürbisernte und die gelben Früchte schmücken bereits die ersten Häuser. Hier muss auch die Hauptstadt des Rasenmähens sein. Das fällt wirklich auf. Jeder hat einen Mähtraktor und so klein das Haus auch ist, davor ist immer eine große Fläche Rasen und jede ist perfekt gemäht.

Weiter durch Fischerdörfer, an Stränden und Leuchttürmen entlang. Auffallend sind die roten Sandsteinklippen, deren Farbe den Sand oft rostrot erscheinen lassen.

 

Nach dem Mittagessen (heute gibt es die zweite Hälfte der frischen Nudeln von der Italienerin mit schwarzer Trüffelsauce) verbringen wir den Nachmittag in Red Point, an einem wunderbaren Strand. Robert sitzt nur erschöpft in seinem Sessel, ich mache eine lange Strandwanderung im Seichten Wasser auch auf der Jagd nach Fotomotiven.

 

Die weitere Küstenstraße sparen wir uns und fahren am frühen Abend direkt zum nächsten Campingplatz. Robert legt sich gleich ins Bett. Statt dem traditionellen Willkommens-Gespritzten trinkt er Tee. Er ist WIRKLICH krank. Mein Ärmster….

 

 

Tag 162 – Prince Edward Island

Strahlender Sonnenschein, fast gleißende Farben. Das haben wir schon lange nicht mehr so gehabt. Das holt ja den bekennensten Langschläfer aus den Federn…

 

Vor dem Frühstück zum Strand um da ein bisschen herumzuspazieren.

 

Die Brücke nach Prince Edward Island ist mehr als beeindruckend.

Die Confederationbridge wurde 1997 gebaut und ist 13 Kilometer lang. Vor dem Bau konnte man diese Insel, die gleichzeitig eine eigene Provinz ist, nur mit Fähren und Flugzeugen erreichen.

Das Befahren kostet zwar 45 Dollar, aber es ist noch viel billiger als die Fähre und vor allem viel schneller. Erst dadurch wurde die Insel so richtig belebt.

 

Durch den Golfstrom ist es hier bedeutend milder als auf dem Festland. Von der Laubfärbung sieht man hier so gut wie gar nichts.

In der Tourist-Information wird uns eine Tour vorgeschlagen, die wir aufgreifen. In Summerside, DIE Lobsterstadt machen wir bei einer unscheinbaren Holzhütte am Hafen Halt und essen sofort einen Lobster. Es schaut eher aus wie ein Lobsterbeisl, als ein Restaurant und es gibt sogar ein Mittagsmenü – mit Lobster!!!!

 

In Sommerside gibt es übrigens im Juli einen Lobster Karneval. Da kommt die ganze Insel zusammen.

 

Das war schon mal ein guter Anfang unserer Besichtigungstour. Jetzt weiter, immer dem Meer entlang. Hier ist in jeder Bucht eine Austernzucht zu sehen. Die Austern von Malpeque sind angeblich jedem Austerngourmet bekannt….Große Hallen, Austern-Outlets und jede Menge Stände, wo man sie kaufen und essen kann. (das wäre was für Euch, Birgit und Eva!)

 

Das Licht ist phantastisch für Fotos und so tobe ich mich bei den Leuchtturmhäusern und den frischen Farben der Natur ordentlich aus.

 

Südlich von Charlotteville, der Hauptstadt der Insel, finden wir einen Koa-Campground, da haben wir morgen nicht weit, zu einem Stadtbummel.

 

 

Tag 161 – Wir erreichen den Atlantik

Noch nebeliger als gestern, auch noch während der Fahrt. Da sieht man wirklich nix mehr von der Umgebung. Nur die bunten Bäume läuchten noch wie Lampions heraus. Schaut im Nebel irgendwie unwirklich aus.

 

Wir fahren und fahren – heute ziehen wir uns wieder einen Brunetti rein – das heißt Robert fährt und ich mache nur den Bordservice. Trauben, Äpfel, etc…. Wasser, Tee… was mein Fernfahrer braucht, wird herangeschafft, auch während der Fahrt. Und natürlich liegt die Navigation auch bei mir. Wir haben zwar ein Navi, doch manchmal ändern wir die Route, weil wir dem Meer entlang fahren wollen, usw.

In Moncton machen wir Stop, nicht um die Stadt anzuschauen, sondern um unser Gulasch zu essen. Hmmmmm….. jetzt ist es so richtig gut und ich esse es mit großem Appetit.

Schon in der nächsten halben Stunde ist wieder ein Meilenstein unserer Reise geschafft.

Wir kommen wieder am Atlantik an. 4/5 unserer Reise sind vorbei. Von dem großen Viereck auf unserem „Plan“ sind drei Seiten geschafft. Jetzt heißt es eigentlich nur mehr gerade runter nach Orlando, aber bis dahin sind es ja noch einige Wochen.

Am Parlee Beach vor dem Ort Shediac halten wir unsere Zehen ins Wasser und machen noch einen langen Strandspaziergang. Es hat jetzt heiße 27 Grad und ist ssehr schwül. Ganz komisch. In Quebec haben wir vorgestern bei 13 Grad gefroren und jetzt am Meer ist es wieder so heiß.

 

Knapp vor der Brücke zu Prince Edward Island bleiben wir in einem Provicial Park stehen und campen hier mit wunderbarem Blick auf die Bucht unter uns. Auf einmal frischt es auf, es kommt Wind und Nebel und vorbei ist es wieder mit der Sonne. Aber egal, wir stehen gut, und morgen ist ja auch noch ein Tag.

Tag 160 – Anreise nach New Brunswick

Wieder beginnt unser Tag nebelig. Ist aber egal, wir haben einen Fahrtag. Um 09 Uhr geht der Nebel weg, doch die Bewölkung bleibt.

Es ist gar nicht kalt, sodass wir die Gelegenheit nutzen, im Freien zu frühstücken.

Die Gegend ist jetzt sowas von öde. Nicht mal die Kamera will scharf stellen. Sie hat so gar nichts, auf das sie fokusieren kann….. Die Ärmste…..

Man beachte bitte den lustigen Ortsnamen auf dem Schild. Ha! Ha!

Also fahren wir brav die Autobahn mit 90 km/h dahin…. 100 km, 200 km…..

Endlich seh ich ein Schild Outlet, ich will Robert schon nötigen, stehenzubleiben, dann ist das nur ein Traktoren Outlet…… Also heute zweifle ich schon an unserer Urlaubswahl…hahaha….

Doch dann sehen wir auf der Autobahn ein kleines Schild Fromagerie. Wir klammern uns ja wirklich an jeden Strohhalm, heute noch etwas zu erleben und fahren ab.

 

Die Fromagerie entpuppt sich als Juwel.

Wir verkosten die tollsten Käse. Ziege, Schaf, Kuh und schauen auch noch den zwei Käsern zu, die das hier machen. Draußen am Gelände sind die Stallungen und die Milchtanks.

Hier merken wir so richtig, dass wir im französischen Teil Kanadas sind.

Die Käse sind so genial, wir setzen uns ins Auto und essen die ersten 30 Deka, die wir gekauft haben, gleich mal auf. Also wieder rein, jetzt kaufen wir mehr, auch für die nächsten Tage. Und das Beste ist, die Käse kosten so 1,50 – 2 Euro für 10 Deka…. Wahnsinn. Das gibt’s wirklich nur in dieser verlassenen Gegend.

Jetzt erreichen wir auch bald die Grenze zu New Brunswick, einer neuen Provinz. Nochmals eine Stunde Zeitverschiebung, jetzt trennen uns zu Wien nur 5 Stunden.

Das wird ein kurzer Tag.

 

Eine nette Dame erklärt uns im Visitorcenter genau, was es hier zu sehen ist. Einiges gibt’s hier, aber nichts wirklich Weltbewegendes. Wir wollen ohnehin nur durchfahren.

In Grand Falls bleiben wir auf einem sehr schönen sonnigen Campingplatz. Wir haben heute Gulasch geplant, das braucht schon einige Zeit. Also heißt es stehenbleiben. Es ist ohnehin nicht mehr so leicht. Etwa die Hälfte der Plätze haben hier schon Winterpause.

 

Wir haben gestern einen Wadschunken gefunden, also freuen wir uns schon sehr auf unser Essen. Jetzt ist es allerdings schon stockdunkel und das Fleisch ist immer noch nicht weich. Wir hoffen das Beste…..

 

 

 

 

 

Tag 159 – Quebec City

Dichter Nebel heute Morgen in Quebec. Mit dem Shuttle fahren wir vom Campingplatz in die Stadt. Statt 15 Minuten, wie angekündigt, brauchen wir eine Stunde, aber egal, das Wetter ist eh trostlos.

Quebec ist eine schöne Stadt am St. Lorenz Strom. Viele alte Häuser. Es gibt eine Ober- und eine Unterstadt und über allem thront das 150 Jahre alte Château Frontenac, ein Fairmont Hotel.

Bei Nebel schaut aber alles nicht so großartig aus, wie ich es in Erinnerung hatte. Außerdem geht so ein kalter Wind, dass wir uns fest in unsere Daunenjacken hüllen. Man kann gar nicht glauben, dass wir gestern 27 Grad hatten.

 

 

 

Spazieren wir eben ein bisschen schneller durch die Stadt und machen gleich eine längere Kaffeehauspause. Was man halt so macht, wenn einem kalt ist….

Doch siehe da, gegen 12 Uhr reißt es auf und die Sonne kommt raus. Wie schön!!!

 

 

Wir müssen nichts Spezielles besichtigen und so lassen wir uns einfach durch die Straßen treiben und genießen.

Zum Mittag kehren wir in das Lokal „Lupin“ ein. Wie der Name schon sagt, ein Restaurant, das für seine Hasengerichte bekannt ist. Robert nimmt zwar eine Ente, aber ich bleibe beim Hasen. Schmeckt sehr gut. Wir sitzen lange in der Sonne.

 

 

Mit der Standseilbahn geht es später wieder in die Oberstadt, wo wir noch kurz auf den Hügel der Zitadelle spazieren.

 

Die Rückfahrt wird noch sehr lange, wir stehen 1 ½ Stunden im Stau und schlafen im warmen Bus fast ein.

Tag 158 – St. Lorenz Strom

 

Am Morgen suchen wir den Strand vom Campingplatz und treffen dort auf einen Kanadier, der gerade mit einer Drohne über die Inseln fliegt. Als Robert Interesse zeigt – er hat genau die Gleiche zu Hause –  lässt uns der junge Mann am Tablet mitschauen und wir bekommen auch noch drei Fotos von ihm.

 

Die Inseln von oben sind natürlich nochmal interessanter. Die Brücke führt übrigens hinüber in die USA.

Es wird eine wunderschöne Weiterfahrt entlang des Sankt Lorenz Stroms. Wir meiden die Autobahn, sind zwar langsamer, aber es ist einfach schöner fürs Auge. Bis nach Quebec City sind es knapp 500 Kilometer, das sollte zu schaffen sein.

 

Die Orte, durch die wir fahren sind klein und durchwegs liebevoll gepflegt. Da die Häuser keine Zäune haben und alle einen sehr gepflegten Rasen, schaut es aus, als ob wir die ganze Zeit durch einen Park durchfahren würden.

Kurz vor Quebec City bleiben wir am KOA Campground. Jetzt ist es doch etwas spät geworden. Klar es ist Mitte September und um 7 Uhr geht die Sonne unter. Als wir glücklich um halb acht auf unserem Platz stehen, ist es stockdunkel.

Das wollten wir eigentlich nicht, bis in die Dunkelheit reinfahren, doch wir wollten auch nicht zu weit von der Stadt wegstehen, zumal wir gelesen haben, dass der KOA einen Shuttle hat und wir das Auto morgen einfach stehenlassen können.

Ich bin hundemüde und schaffe gerade noch, die köstlichen Trüffelnudel zu essen, und Robert vom Bett aus beim Abwasch zuzuschauen 🙂

 

Tag 157 – 1000 Island Tour

Wir beschließen, noch in Kingston zu bleiben.

 

Das eine Schiff für die 1000 Insel Tour schaut so nett aus, dass wir das gleich buchen. Außerdem geht es auch in einer halben Stunde schon los.

 

Die Fahrt dauert drei Stunden und ist sehr kurzweilig.

Am östlichen Ende des Lake Ontario beginnt der 1500 km lange St. Lorenz Strom.

Mitten im Strom befinden sich die sogenannten 1000 Island welche in Wirklichkeit ca. 1800 Inseln sind.

Nicht nur, weil die meisten Inseln bewohnt sind, und die tollsten oder witzigsten Häuser drauf stehen, lernen wir auch die Eltern des Bürgermeisters von Kingston kennen und die sind so etwas von nett und lustig, sodass wir jede Menge Spaß haben.

Auf Deck 2 spielt eine Live Band, und die Stimmung ist mehr als ausgelassen. Außerdem scheint die ganze Zeit die Sonne.

Außerdem lernen wir noch die indischen Verwandten des Bürgermeisters kennen, die gerade zu Besuch in Kingston sind. Echt interessante Leute, die jetzt in Washington leben.

 

Es hat übrigens jede der Inseln eine Nummer, die Nummer 1 können wir erkennen.

Ein wunderschöner Tag, der mit einem Spaziergang im Zentrum endet.

 

Wir fallen auch noch über ein italienisches Delikatessengeschäft drüber, (Wie unser Carlo, nur moderner) lernen die Besitzerin kennen, die 10 Jahre in Italien gelebt hat, und lassen hier für frische Nudeln und Trüffelpasta ein kleines Vermögen und freuen uns diebisch. Natürlich gibt’s dann auch noch Cappuccino mit Amerettinis und Paninis mit Mortadella…….hmmmmm.

Ein Stück wollen wir heute doch noch weiter kommen, also fahren wir am St. Lorenz Strom entlang bis Rock Port, wo wir einen Platz mit Strand finden.

 

 

Tag 156 – Kingston am Lake Ontario

Wir verlassen schon um 9 Uhr Niagara um einen ordentlichen Schlag in den Norden zu machen. Von der Strecke ist nicht viel zu berichten, außer richtig viel Verkehr rund um Toronto. Wir umfahren die Stadt im Norden. Einmal zähle ich 18 Fahrspuren nebeneinander. Wahnsinn…. Es kostet Robert wirklich viel Konzentration uns da durchzubringen und immer die richtige Ausfahrt zu erwischen. Tüchtiger Robert !!!!

 

Nur Industriegebiete und große Wohnsiedlungen…

Wir hören unseren „Mann namens Owe“ fast fertig, was die Zeit schneller vergehen lässt.

Zu Mittag kaufen wir zum Darbo Preiselbeerkompott eine Gänseleberpastete. Das besondere ist aber eindeutig das Kompott!!!!!

 

Unser Ziel ist Kingston, das im Reiseführer schön beschrieben ist.

Vor der Stadt machen wir Stop in einem Outlet, das aber keinen Output bringt. Hier gibt es wirklich nix für uns. Beim Liquor Store sind wir erfolgreicher. Jetzt kaufen wir unseren „Peller Estates“ schon im 4 Liter Tetrapack. Passt aber besser in unseren Kühlschrank. Na hoffentlich verlieren wir da nicht den Überblick…..

 

Kingston war die erste Universitätsstadt des Landes. Und ein paar Jahre sogar die Hauptstadt von Ober- und Untercanada. Es gibt noch sehr viele viktorianische Villen, ein Fort und vom Hafen kann man Bootsfahrten zu dem Gebiet „Thousand Islands“ machen. Vor der Küste im St. Lorenz Strom sind es eigentlich mehr als 1800 Inseln, doch das Gebiet heißt halt so.

Es ist schon halb sieben. Wir suchen uns jetzt erstmal einen Campingplatz und entscheiden dann, ob wir morgen zu den Thousand Islands wollen. Da das Salatdressing nach diesen Inseln benannt ist, gibt’s passenderweise Salat mit Shrimps und genau dieser Sauce….

 

Tag 155 – Niagara Falls

Relativ früh schaffen wir heute die Abfahrt nach Niagara.

 

 

Nach etwa 1 ½ Stunden sind wir auch schon da. Heute finden wir ein ganz schönes, vor allem ruhiges Platzerl 3 Kilometer von den Fällen entfernt. Kurz ein Drink und schon sitzen wir im Bus, der uns hinunter in den Ort Niagara Falls bringt.

 

Hier stürzt der Lake Erie in den Lake Ontario, bzw. der Niagara River, der die beiden verbindet. Mit 54 m Höhe sind die Fälle nicht die höchsten, aber sicher zählen sie zu den Beeindruckendsten der Welt.

Der Niagara River ist auch gleichzeitig die Grenze zwischen Canada und der USA. Also wieder sind wir ganz nah unserem Ausgangsland. Über die Rainbowbridge wäre man in 10 Minuten drüben. Doch wir bleiben in Canada, von hier aus sind die Fälle viel besser zu sehen.

Der Große, der Hufeisenfall liegt auf der kanadischen Seite, aber auch auf amerikanischer Seite stürzt ein beachtlicher Fall hinunter. Wir stehen lange an der Brüstung und können gar nicht aufhören, auf die Kante zu starren. Das Wasser ist glasklar und der Sonnenschein tut das Übrige, damit es hoffentlich wirklich gute Fotos werden.

Wir buchen eine Tour „Behind the Falls“, wo wir mit einem Lift 30 Meter runterfahren und dann durch Tunnel hinter den Fall gelangen. Beeindruckender ist aber die Plattform, die neben den herabstürzenden Wassermassen ins freie ragt. Wir sind trotz Regenschutz pitschenass, aber es ist es wert.

 

Die Bootsfahrt überlegen wir uns in letzter Minute. Wir sehen jetzt, wie die Leute in der Gischt und dem starken Blast auf dem Schiff „kämpfen“ und versuchen, ihre Kameras noch trocken zu halten. Es fährt zwar direkt auf den Hufeisenfall zu, doch von dort sieht man durch die Gischt viel weniger, wie wir hier von der Plattform.

Und am Ende wird mir wieder schlecht, na das brauch ich ja gar nicht.

 

Viel mehr reizt uns jetzt ein Drink auf der Terrasse des Victoria Palace. Auf den Mojito wird mir garantiert nicht schlecht……

 

Auf der Suche nach einer Pizza, die bilden wir uns heute ein, schlendern wir durch den Ort, der zu 70 Prozent ein Rummelplatz ist. Trotzdem finden wir eine sehr gute Pizzeria und lassen uns Pizza und Rotwein schmecken.

 

Tag 154 – Toronto

Heute also nach Toronto! Die Anreise ist ein bisschen kompliziert. Wir müssen mit dem Camper nach Appleby zur Bahn, das kostet uns schon 1 Stunde incl. langer Parkplatzsuche und dann eine knappe Stunde mit dem Zug fahren. Der ist aber sehr bequem. Im Obergeschoss genießen wir die Fahrt in die Stadt.

 

Heute blauer Himmel, welch ein Glück! Als wir vor fünf Jahren da waren hatten wir nur dunkle Wolken, da wirkte alles trostlos.

Unser erster Weg ist also gleich der CN Tower, 540 Meter hoch, das Wahrzeichen Torontos. Ein Lift bringt uns bis 457 m und wir sehen weit über die Skyline, den Lake Ontario und die Inseln. Selbst die Wolkenkratzer sehen von da wie Spielzeughäuser aus. Das Roger Center, ein Baseballstadion für 60.000 Besucher schiebt unter uns gerade sein grosses Kuppeldach beiseite. Wau!

 

Es gibt sogar einen Bereich, wo man auf einer Glasplatte steht und unter sich die Menschen wie Ameisen ausmachen kann. Ein komisches Gefühl. Die Japaner schmeissen sich hier kreischend auf die Platten….

 

 

Die ganz Furchtlosen buchen noch eine Kletterpartie in 400 m Höhe.

Wir schlendern jetzt weiter durch die Stadt, ein Bier in der gegenüberliegenden Brauerei muss gleich sein, und dann weiter durch die Hochhausschluchten.

 

Interessant ist für mich, dass es noch so viele alte kleine Häuser gibt, die in Lücken zwischen den Giganten stehengeblieben sind.

Das Gebäude der Kunsthochschule wirkt wie ein großer bunter Tisch mitten auf der Straße.

 

Die Überraschung: Zu Mittag gibt es so richtig gekochtes Essen. Rindsripperl in Biersauce und  EIN OTTAKRINGER!!!! Mit dem hab ich hier am wenigsten gerechnet.

Mit der UBahn fahren wir weiter nördlich zum Royal Ontario Museum und zum Bata-Schuhmuseum. 20.000 Paar Schuhe von 2000 Jahren Geschichte sind hier ausgestellt. Doch wir kommen zu spät, beides sperrt um 17 Uhr.

 

Na egal, den „Kristall“,  den Anbau ans Museum kann man auch von außen bewundern und Robert meint, um die gesparten Eintrittsgelder soll ich mir gleich ein Paar Schuhe kaufen 🙂

 

Um 5 Uhr Uhr ist hier scheinbar für alle gleichzeitig Dienstschluß und wir strömen mit den Massen durch die Stadt und später auch zum Bahnhof. Wir sind müde und es dauert ja auch noch ein Weilchen, bis wir wieder auf unserem Platzerl ankommen werden.

Tag 153 – Fahrt nach Toronto

Wie fast jeden Tag will ich mich gar nicht losreissen….. Aber es muss ja weitergehen, sonst sind wir zu Ostern noch nicht zu Hause. Heute ist ein langer Fahrtag. Da wir erst um 12 Uhr wegfahren und auch noch Pausen einlegen ist es dann eh schon 7 Uhr bis wir in Toronto ankommen.

 

Erst 30 Kilometer westlich von Toronto gibt es die ersten Campingplätze, rund um die Stadt gar nix. Aber klar, hier ist alles  dicht besiedelt und die Außenbezirke ziehen sich weit hinaus. Toronto mit 5 Mio Einwohnern ist die größte Stadt Canadas. Die Hauptstadt ist Ottawa mit gerade mal einer Million.

 

Beim KOA West finden wir einen schönen Platz, allerdings direkt neben der Autobahn, da werden wir die Ohropax aber ganz tief reinstecken müssen.

Hier mal eine Karte auf der man sieht, wo wir uns schon befinden. Die roten Punkte sind besucht, die gelben sind noch am Programm.

 

Bis heute Abend sind wir 30.000 Kilometer gefahren. 47 Tage liegen noch vor uns. Nicht mehr viel……. Mögen auch diese so schön und so problemlos wie der Rest werden.

Tag 152 – Vom Lake Superior zum Lake Huron

Am Verbindungskanal vom Lake Superior zur Lake Huron liegt das kleine Städtchen Sault Ste. Marie. Hier ist insofern viel los, weil es geteilt ist und auf der anderen Seite des Kanals liegt schon die USA.

 

Für uns ist die Stadt insofern wichtig, weil wie einkaufen gehen und Internet suchen.

Bei Walmart (der ist hier drittklassig, hat aber gutes Internet) kauf ich ein bissl was ein, und Robert „arbeitet“ am Laptop. Daneben finden wir einen Japaner „all you can eat“. Gott sei Dank kein Buffet, man bestellt immer wieder, was man noch essen will. Ganz gut, wir essen eh nur Sushi.

Bei der Weiterfahrt entdecken wir noch einen Metro, und hier finden wir endlich Suppengrün, Robert möchte unbedingt eine Rindsuppe. Ich finde aber kein geeignetes Fleisch. Ich sehe nur irgendwelche Steaks, der Rest wird wahrscheinlich alles zu Faschiertem für die Hamburger verarbeitet. Der nette Fleischer fingert einen kleinen Plan aus seinem weißen Mantel und wir suchen gemeinsam an der Zeichnung eines Rindes, was welches Fleisch sein könnte….. Der ist echt bemüht. Ich entscheide mich dann für ein Stück, ein Tafelspitz ist es sicher nicht…..

Wir finden sogar eine Petersilwurzel und ganz unten im Regal eine Zellerknolle. Bei der Kassa beschäftigen wir dann drei Damen. Zuerst wissen sie gar nicht, was da ist, dann finden sie in den unzähligen Listen keinen Preis dafür.

Weiter geht die Fahrt nun entlang des Lake Huron, immer wieder gibt es kleine Wasserfälle, rote Bäume und Sonnenschein.

 

Richtung Lake Ontario am kleinen Lake Apsey finden wir einen kleinen Campingplatz. Herrlich!!!!!! Wir sind die einzigen Gäste. Am Abend sitzen wir lange am Wasser bis die Sonne untergeht.

 

Jetzt geht’s an die Rindsuppe. Nach 1 ½ Stunden ist die Suppe wunderbar. Na ja das Fleisch ist ein bissl trocken, aber die Dillfisolen und die Schnittlauchsauce gemeinsam mit dem gekochten Fleisch sind eine perfekte Symbiose…..

 

Und jetzt und wirklich erst jetzt haben wir das erste Mal wieder Sehnsucht nach Zu Hause. Wir schwelgen auf einmal, was wir alles machen werden wenn wir in Wien sind und mit wem wir uns gleich treffen müssen. Vor allem gibt es ja auch einen kleinen Moritz, der schon die Tage runterzählt.

Und weil das alles noch nicht genug ist, legen wir uns einen Walzer auf und tanzen im Camper, der Abwasch muss erst mal warten…….

 

Tag 151 – Pancake Bay

Wir sitzen noch lange bei unserer Bucht und genießen die Sonne. Heute ist es wärmer als gestern allerdings weht heute ein frischer Wind. Gut, dass wir gestern Bootfahren waren. Heute wäre es nicht so gemütlich geworden.

Kaum sind wir auf der Straße kommt uns eine fellige Urlaubsbekanntschaft mitten auf der Fahrbahn entgegen.

 

Er nähert sich ganz neugierig dem anderen Auto. Dann trabt dieser stattliche Schwarzbär ganz gemütlich an uns vorbei und dreht sich immer wieder um, wie ein Modell. Herrlich diese Begegnung.

Leider kurz darauf eine andere Begegnung. Ein Trucker brennt auf der Straße und wir stehen eine Stunde in der ersten Reihe.

 

Der Polizist kommt zu uns und meint, ob wir vielleicht unsere Hotdogs hier grillen wollen – das kann nur ein Canadier sagen….. – und meint dann weiter es wird wohl noch eine Weile dauern, bis der Löschwagen kommt. Der muss erst Wasser aus dem See holen und der ist auch nicht gerade um die Ecke.

Na Gott sei Dank ist nur der Ladung etwas passiert und nicht dem Fahrer.

In Wawa, einem kleinen Ort auf der Strecke haben wir Internet und bringen den Bericht raus. Hier steht die weltgrößte Wildgansfigur.

 

Hier ist alles das „Weltgrößte“. Klar, sonst haben die ja auch gar nix. Wir hatten schon das weltgrößte Tipi, den weltgrößten Elch und den weltgrößten Golfball, sind gespannt, was da noch alles kommt.

Die Fahrt ist wunderbar, immer rechts neben uns der Lake Superior, bzw. Buchten davon.

 

In der Pancake Bucht schlagen wir unser Nachtlager auf und beschließen auch gleich dem Namen gerecht zu werden und heute Palatschinken zu machen. Doch vorher setzen wir uns auf den Strand vor unser Haus und trinken den Willkommensspritzer mit den Füßen im Sand, vielen Möwen und einem herrlichen Sonnenuntergang.

Die Palatschinken gelingen uns hervorragend, vor allem, da wir das letzte Glas unserer selbstgemachten Marillenmarmelade schlachten. Hmmmmmm…………………………

Tag 150 – Pukaskwa Nationalpark

Wie schon gestern geplant, bleiben wir hier noch einen Tag. Die Sonne strahlt, es treibt uns nichts weiter. Noch dazu stehen 10 Meter von unserem Camper die Leihkanus. Na nix wie rein ins Vergnügen. Wir buchen gleich einen ganzen Tag und dann geht es auch schon mit Paddel und Angel ausgerüstet in den Hattie Cove, eine Bucht am Lake Superior. Der Lake Superior ist übrigens der größte Süsswassersee der Erde. Er ist wirklich riesig, wir sehen ja nur ein kleines Stück, aber er wirkt wie ein Meer.

 

Also hinein ins kühle Nass. Die Rangerin meint, wir sollen halt nicht reinfallen. Der See hat Sommer wie Winters nur 4 Grad. Ich WERDE nicht reinfallen!!!!

Kaum sind wir in der Bucht draußen wirft Robert seine Angel aus, ich paddle derweil grandios weiter, mit dem Ergebnis, dass der Köderfisch sich optimal bewegt und ein wirklich toller Hecht anbeißt. Es gibt noch einen Kampf zwischen Robert und Hecht, der Sieger steht jedoch bald fest. Mein Meisterfischer hat wieder einmal für das Abendessen gesorgt.

 

Die Freude ist groß, wir paddeln noch zwei Stunden und nach einer Festtagsjause steigen wir gleich wieder ein und drehen die nächste Runde. Vom Wasser aus kann man hier sogar Schwammerl suchen und Heidelbeeren pflücken.

 

Ab 4 Uhr wird dann gewandert. Wir nehmen uns die Halbinsel neben unserem Campingplatz vor und finden von hier neben herrlichen Aussichten sogar einen Sandstrand. Die Lust auf Schwimmen hält sich bei diesen Temperaturen allerdings in Grenzen, auch wenn die Sonne scheint.

 

Dank des Anglerglücks gibt es statt Spargel Risotto Hechtfilets auf der Haut gebraten mit grünem Spargel und gebratenen Griesstalern. Wir haben eine Hälfte des Hechts eingefroren, die andere schaffen wir aber auch nicht ganz. Er war einfach soooo groß.

Tag 149 – Wälder und Seen

Erst am Morgen merken wir, wie schön der Platz war, auf dem wir schliefen. Die Sonne scheint und es ist ein glasklarer Tag. Erst jetzt sehen wir auf einer Temperaturanzeige, dass es heute Nacht -1 Grad hatte. Kein Wunder, dass die ersten Blätter schon rot werden. Ein wunderbarer Altweibersommer.

 

Und weil wir noch die Sonne genießen wollen, wandern wir zu den „Wasserfällen“, die eigentlich nur Cascaden sind, die über schwarzen Basalt rinnen.

 

Den nächsten Stop machen wir beim Terry Fox Memorial Outlook. Terry Fox war ein junger einbeiniger Mann, der nach einer Amputation wegen Krebs einen „Run of Hope“ machte und 5.342 Kilometer quer durch Canada rannte, um Geld für die Krebsforschung zu sammeln. Er lief 41,6 Kilometer pro Tag und startete in Neufundland. Eigentlich wollte er 8.500 km bis nach Victoria laufen, doch genau hier an dieser Stelle musste er aufgeben, weil ihn Lungenmetastasen dazu zwangen. Er starb ein Jahr später mit 23 Jahren und wird hier in Canada wie ein Heiliger verehrt. Überall auf „seiner Strecke“ findet man Erinnerungstafeln und Statuen. Für die Forschung hat er 24 Millonen Dollar gesammelt.

Eine beeindruckende aber vor allem berührende Geschichte.

 

Da uns unser heutiges Hörbuch überhaupt nicht fesselt, bleiben wir dauernd stehen.

 

Jetzt bei einer Fischräucherei, wo wir uns eine geräucherte Forelle und einen sehr guten Fischaufstrich kaufen.

 

Später stoppen wir in Terrasse Bay bei einem Leuchtturm, der uns schon von der Weite anlacht.

 

„Ein Mann namens Ove“ fesselt uns schon mehr, doch jetzt gefällt uns die Gegend so gut, dass wir um 5 Uhr im Pukaskwa Nationalpark am Campingplatz stoppen. Unser Stellplatz ist nur 15 Meter vom See entfernt. Es ist so herrlich hier, wahrscheinlich bleiben wir morgen auch noch da.

Am Abend gibt es dann unsere geliebten Safran Nudeln mit Knoblauch Shrimps.

Tag 148 – Ontario

Endlich ändert sich die Landschaft. Wir haben die 1500 km ab Calgary wirklich alle Getreidesorten, Traktorengeschäfte und Mähdrescher kennengelernt. Zudem sämtliche Modelle an Getreidespeichern und immer wieder die Eisenbahn, die uns den ganzen Weg begleitete.

 

Jetzt aber sind wir im Land der Seen. Kurz nach der Abfahrt erreichen wir die Grenze zu Ontario. Wieder springt die Zeit, wir haben jetzt nur mehr 6 Stunden Zeitunterschied zu Wien. Das ganze ist jetzt eine Seenlandschaft. In Kenora liegt der Lake of the Woods mit – wie wir im Infocenter erfahren – etwa 14.000 Inseln. Bei einem Spaziergang sehen wir in einem Realitätenbüro Angebote für Inseln. Ich finde eine hübsche mit einem sehr schönen Haus darauf um 590.000 Euro. Es ist kein Schnäppchen, doch wer hat schon eine Insel????

 

Jetzt wechseln Wälder und Seen sich ab. Und es ist auch wieder hügelig. Leider heute mehr bewölkt als die letzten Tage und auch deutlich kühler. Wir sehen sogar schon Ansätze der Laubfärbung.

 

Die 490 km bis Thunderbay vergehen schnell, wir hören Grishams „Das Original“, was uns vollkommen die Zeit vergessen lässt. Es ist schon dämmrig, als wir zum Campingplatz in einem Provincialpark einbiegen. Upps….. da ist ein Schranken, er hat schon geschlossen. Kurzerhand bleiben wir, wie auch andere, auf dem Parkplatz davor stehen und nächtigen hier.

Da wir heute ein fertiges Backhendl gekauft haben, brauchen wir auch den Strom nicht und machen uns nur einen Häuptelsalat!!! – den gibt’s selten- dazu.

Heute wieder einmal im Supermarkt tolle Beute gemacht!!!

Tag 147 – Winnipeg

Wir haben so gar keine Erwartungshaltung von Winnipeg, der Hauptstadt von Manitoba. Ein weisser Fleck auf unserer touristischen Landkarte. Zu unserer Schande müssen wir gestehen, wir haben auch keinen Reiseführer und fahren erstmal rein in die Stadt. Wir verlassen uns auf TomTom, um uns ins Zentrum zu führen, das geht irgendwie schief, wir fahren immer im Kreis. So einen richtigen Stadtkern gibt’s hier nicht. Das Einzige, was ich kenne, ist die Architektur des Museums für Menschenrechte, am Red River.

 

Dort parken wir unser Auto und erkunden die Umgebung zu Fuß. Das wird jetzt schon interessanter. Wir überqueren die moderne Brücke zur Kathedrale des Bonifazius. Hier an den Ufern des Red River wurde 1790 die erste Mission gegründet. Von der Kathedrale steht leider nur mehr die Fassade, macht aber auch ein tolles Bild. Von dort geht es mit rasanten Schritten in die Neuzeit um 1906, als die Eisenbahn Winnipeg erreichte. Ab diesem Zeitpunkt erreichte die Stadt einen rasanten Aufstieg. Wir gehen durch den alten Bahnhof, sehen die Hotels der Gründerzeit und später auch die Gebäude um 1925…

Das war es auch schon, der Japaner, den wir anpeilen hat Mittags zu und schon wir sitzen wir wieder im Camper und fahren 100 km ostwärts.

 

Das Navi zeigt eine einfache Routenführung: 651 km geradeaus nach Thunderbay an den großen Seen, dann nach links…….

Das wollen wir heute aber nicht mehr erledigen. Wir finden im Provicialpark Falkon Lake einen herzliebsten Campingplatz direkt am See.

 

Am Ufer des Sees lernen wir einen brasilianischen Fotografen mit tiroler Großvater kennen, und unterhalten uns prächtig. Er borgt mir seine 300er Fixbrennweite und wir fotografieren Möwen um die Wette. Macht Spass!!!!!

 

Dämmerung und Hunger treiben uns in den Camper zurück. Heute Naturschnitzel mit Reis und Salat nach Rezept von meiner lieben Schwiegermama.

Tag 146 – Fahrt nach Manitoba

Wenn wir heute Früh noch geglaubt haben, dass sich die Landschaft in Manitoba grundlegend ändern wird, so haben wir uns getäuscht.

Immer noch steigen die Schäfchenwolken vom Horizont hoch.

Endlose flache Prairie. Nur die Bisons fehlen in dieser Szenerie. Dafür erstrecken sich Getreidefelder links und rechts von der Straße bis zum Horizont. Getreidesilos sind das Einzige, was sich von der Ebene abhebt.

 

Martha und ich laden uns die Schachnovelle als Hörbuch auf das Handy und hören uns das gesamte Buch während der Fahrt an.

Wir passieren die Grenze von Saskatchewan nach Manitoba und es ändert sich nichts.

Nur die Uhr springt eine Stunde nach vor und es ist nicht mehr Westküstenzeit sondern Zentralzeit. Jetzt haben wir nur mehr 7 Stunden Zeitdifferenz zu Europa.

Die Eintönigkeit der Fahrt wird nur durch Tanken und Kaffeepausen unterbrochen.

Gestern waren es 684 km und heute sollten es 515 km werden.

130 km vor der Hauptstadt Winnipeg finden wir bei der einzigen Attraktion im Umkreis von 500km einen wunderbar freien Stellplatz mit Wasser und Stromanschlüssen. Kein Mensch da, Self Registration und wir haben sogar sehr gutes Internet!!!

 

Es ist der Stellplatz des Manitoba Agriculture Museums und des Rodeo Geländes und ist ideal für unseren Zeitplan.

Die Sonne steht noch hoch am Horizont und wir sitzen schon mit Aperol und Japan Cracker vor dem Camper und bleiben bis zum Sonnenuntergang.

Als Abendessen kommt heute fleischlose Kost auf den Tisch.

Martha hat sich Karfiol mit Butter und Brösel gewünscht. Ich kann mich auch dafür erwärmen.

 

Tag 145 – Fahrt nach Saskatchewan

Von unserem Campground westlich von Calgary starten wir heute in die endlose Weite der mittelkanadischen Prairie.

 

 

Nach all den Bergen der letzten 30 Tage ist diese ebene Landschaft noch etwas gewöhnungsbedürftig.

 

Das gestrige abendliche Gewitter ist auch weiter gezogen und die Sonne lacht wieder vom Himmel.

Es sind schon die Anzeichen des Herbstes erkennbar, denn die Graugänse machen sich bereits in den Süden auf.

Mit ihren charakteristischen V- förmigen Formationsflug sind sie schon von Weitem zu erkennen.

Bei der Tourist Information von Medicine Hat machen wir Mittagspause und laden den Reisebericht.

Das Licht wird, je später der Tag, immer tiefer und beleuchtet wie ein Scheinwerfer von Hinten die Landschaft.

 

Endlose Kornfelder werden nur von tiefblauen Wasserflecken unterbrochen.

Die Ernte ist schon eingefahren und es leuchten die Strohstoppeln in der tiefstehenden Sonne.

Bevor die Sonne den Horizont berührt suchen wir uns dann einen Stellplatz für die Nacht.

In Moose Jaw, einer kleinen Stadt am Highway Nr.1, finden wir dann einen Campingplatz namens Prairie Oasies.

 

Gegenüber dem Campground ragt eine 10m hoher Elchfigur in den Abendhimmel, das Wahrzeichen….

Schnell noch zum Walmart, es gehört täglich etwas ergänzt.

Heute gibt es nach dem Aperol als Aperitif, gebratene Hühnerstreifen mit Salat und gerösteten Sonnenblumenkernen.

Tag 144 – Calgary

Als ob wir uns von dieser grandiosen Bergwelt nicht losreißen möchten, trödeln Martha und ich den ganzen Vormittag noch auf unserem Campground am Tunnel Mountain herum.

 

Aber um 11:30 nach einem ausgiebigen Frühstück muss es dann doch sein.

Wir verlassen Banff Richtung Osten.
Dass wir die nächsten Wochen immer den Weg Richtung Osten einschlagen werden, wird uns auf unserem Lieblingshighway Nr.1 so richtig bewusst.

Und als dann das Zementwerk am Ende des Parks erscheint und die Berge immer flacher werden, kommt doch so etwas wie Wehmut in uns auf.

Die vergangenen Wochen in der wunderbaren Bergwelt Westkanadas mit diesem Kaiserwetter waren schon etwas Besonderes.

Aber genug aus der Vergangenheit. Jetzt blicken wir in die Zukunft.
Diese Zukunft schaut aber zur Zeit noch brettleben und sonnenverbrannt aus.
Es ist die Prairie Mittelkanadas, die uns jetzt  begrüßt.

In Canmore nutzen wir noch die gute Internetverbindung im Visitorcenter zum Hochladen unseres Tagesberichtes.

Nach 2 Stunden Fahrzeit sehen wir auch schon das Olympiccenter und die Hochhäuser von Calgary.

 

Nach so viel Bergwelt und wilder Natur besuchen wir die Chinook Mall in Calgary, wieder Zivilisation :-), wo wir wieder einmal ein Gewand für Wauzi kaufen wollen. Leider passt die Größe wieder nicht und er muss sich mit seiner Garderobe begnügen.

Am Safeway Parkplatz in Downtown Calgary geben ich dann einer obdachlosen Frau meinen seit letzten Jahr aufgesparten 5 Dollar Schein.

Ich nehme so oft ich kann aus Kanada den blauen 5 Dollarschein mit und  hebe diesen so lang auf, bis ich ihn wieder in Calgary einem Bedürftigen geben kann. Auch dieses Jahr ist es mir wieder gelungen meinen 5er loszuwerden.

Wir verlassen Calgary auch gleich wieder. Ich war ja schon viele Male hier, Martha auch schon dreimal und es gibt eigentlich außer Shoppingmalls wirklich nicht viel zu tun.

Der Wind dreht auf Nordwest und bringt kalte Luft mit. Höchste Zeit, einen sicheren und windgeschützten Schlafplatz zu finden.

20 km ostwärts von Calgary finden wir dann den Mountain View RV Campground mit allen Annehmlichkeiten wie, 15 Ampere Strom + Trinkwasseranschluss +Laundry +Hot Showers.

Inzwischen hat es zu regnen begonnen. Martha hat heute Waschtag und ich koche Geselchtes mit Erdäpfelpürree, Röstzwiebeln und Gurkensalat..

 

Nach dem Essen werden wir noch eine Runde Jolly spielen. Nachdem ich schon dreimal in Folge gewonnen habe, was höchst selten vorkommt, möchte Martha endlich Revanche 🙂

Tag 143 – Banff

Bevor wir das Frühstück bekommen, wechseln wir heute Morgen noch schnell den Stellplatz.

Wir suchen uns ein sonniges Platzerl mit herrlichem Ausblick auf die Bergwelt vom Banff Nationalpark.

 

Dann verlassen wir das Seitental und fahren auf dem Highway Nr.1 dem Bow River entlang nach Banff.

Dieses Wochenende ist das verlängerte Labourday Wochenende mit freiem Montag. Deshalb befinden sich alle Städter in der Natur und in der Stadt selbst tummeln sich erträgliche Menschenmengen durch die Mainstreet.

Auch das Parkplatzproblem ist schnell gelöst und wir finden beim alten Pacific Railway Bahnhof ein Platzerl für unseren Archi. Von dort sind es 15 Minuten Fußweg in die Innenstadt von Banff.

Dort angekommen erleben wir durch Zufall die schon Wochen davor angekündigte Reiterzeremonie der Canadian Mountain Police mit englischer Marschmusik.

 

Wir besuchen auch noch die Cariboo Lodge wo wir vor 5 Jahren gemeinsam eine tolle Zeit hatten.

 

Danach bummeln Martha und ich durch die Ladenzeilen von Banff und besuchen so ziemlich jedes Outdoorgeschäft.
Martha ist auf der Suche nach einer schwarzen Daunenjacke, wird aber leider nicht fündig. Dafür findet sie einen Fotografen, der ihre beleidigte Kamera wieder komplett herrichten kann. (Sensor wird gereinigt, Objektiv wird gereinigt und Schutzlinse wird ergänzt). Endlich!!!

 

Als sich der Hunger wieder einmal meldet, kehren wir über der Bow Brücke kurz entschlossen bei einem Chinesen ein. Es gibt Suppe, knusprige Ente, Dim Sum und Rindfleisch mit Gemüse. Das Ganze um 60 Kanadische Dollar oder rund 42 Euro. Für Banff war dieser Lunch ein Schnäppchen.

Nach dem Essen noch eine Ruhepause im wunderschönen Cascade Garden der Parkverwaltung.

 

Danach weiter den Berg hinauf zum Fairmont Banff Springs Hotel, wo wir in alter Tradition auf der Terrasse einen Aperitif zu uns nehmen.

 

Zu guter Letzt interessieren uns noch die Bow Fälle. Ohne Wasserfälle können wir einen solchen Tag wirklich nicht beenden.

 

Es ist schon kurz vor Sonnenuntergang und wir haben noch immer kein Quartier für die Nacht.  Deshalb schnell zurück zum Camper und zum nächstgelegenen Campground.
Dieser hat zwar 600 Stellplätze, aber bereits beim Einbiegen zum Campground sehen wir das Schild „ Campground Full“. Martha lässt sich aber nicht beirren und ergattert tatsächlich so wie gestern den letzten Schlafplatz.

Der Abend wird dann kartenspielend mit noch immer verbotenem Aperol Spritz und Aberlour Whiskey verbracht.

 

 

Tag 142 – Wasserfälle 2.0

Obwohl wir gestern so faul waren, schlafen wir heute bis 10 Uhr, dabei hab ich das Gefühl, es ist erst 6 Uhr früh. Ich schlafe wie ein Murmeltier und bis zur ersten Wanderung darf ich auch mit einem Kaffee im Bett liegen bleiben. Ich werde ja so verwöhnt. Hoffentlich bleibt das zu Hause auch so.

Also heute muss was geschehen und gegenüber vom Campingplatz geht es hinein zum Marble Canyon. Der Weg ist auch nicht gesperrt, also stehe ich dann doch auf und zieh mich an, kann ja nicht im Nachthemd wandern gehen.

Noch vor dem Frühstück geht es in den Canyon.