Tag 110 – Mount Rainier

Heute geniessen wir das Frühstück in unserem wunderbaren Park und sitzen noch lange in der Sonne. Ein Wahnsinn, so viel Platz…..
Als wir rüber zum See spazieren sitzt auf einmal ein Seeadler 10 Meter vor uns. Ist ein Riesending, hab ich noch nie vorher gesehen. Lange beobachten wir ihn, bis es ihm scheinbar bei uns zu langweilig wird und er abhebt und majestätisch davon schwebt. Er hat sicher eine Flügelspannweite von 1,5 Metern.

 

Weiter im Bundesstaat Washington, dem „Apple State“. Das ist keine Lüge, tatsächlich fahren wir hier stundenlang durch Apfelplantagen. Rote, gelbe, grüne….

 

 

Um 2 Uhr geht Robert Fischen und ich Schwammerl suchen, und nachdem beide unserer Versuche der Essensbeschaffung scheitern, tritt Plan C in Kraft und ich mache Marillenknödel. Robert liegt mir schon einige Zeit in den Ohren und heute haben wir bei einem Obststand schöne bekommen, also ist es jetzt endlich so weit. Muss zwar zugeben, dass es eine ziemliche Patzerei ist, es gibt je keinen Topfen, ich muss mich im Erdäpfelteig versuchen. Doch wir sind mit dem Ergebnis zufrieden 🙂

 

Unser Ziel heute ist der Mount Rainier. Jetzt dauert es auch nicht mehr lange, dann taucht er im Dunst vor uns auf. Wir sind auf 500 Metern Höhe und dieser vergletscherte Vulkan erhebt sich aus der Ebene 4.400 Meter empor. Das schaut so gewaltig aus. Beim Näherkommen erkennt man schon gut die Gletscher und wir fahren immer näher und näher. Das Gebiet ist ein Nationalpark (ja Susi, wir finden immer noch Nationalparks :-)) Bis auf 1800 kann man rauffahren und die Szenerie genießen. Es gibt natürlich viele Wanderwege, aber da man durch die guten Zufahrtsstraßen schon alles sieht, sparen wir uns das Wandern. Hier in der USA gibt es die Natur für Faule!!!! Jetzt wieder ab 1500 Metern Höhe Blumen über Blumen, ein Augenschmaus.

 

In Mossy-Rock nehmen wir einen Campingplatz mit engen Stellplätzen, weil es schon dämmrig ist, nicht weil es da so schön ist, aber wir wollen eh in der Früh gleich weiter.

 

 

Tag 109 – Columbia River Valley

Ein langer Schlag Richtung Westen steht heute an. Doch in der Stadt Phillipsburg stoppen wir kurz für einen Morgenspaziergang. Und siehe da, hier wird auch was gefeiert.

 

150 Jahre Phillipsburg. Wir kommen genau richtig um zu gratulieren. Auch hier gibt’s eine Oldtimerausstellung vom Feinsten. Bis zum Jahre 1923 gehen die Modelle zurück und die Besitzer werden gar nicht fertig ihre Prachtstücke nochmals aufzupolieren.

 

Das ist ein wirklich hübscher Ort, reiner Zufall, dass wir da hineingeraten sind.

Wieder kommen wir durch einen Zwickel von Idaho, weiter dann in Montana und am frühen Nachmittag erreichen wir schon den Bundesstaat Washington.

 

Hier lebt die Landwirtschaft, zumindest dort, wo wir fahren. Viel Mais, aber auch Zuckerrohr und Kartoffel.

Wir peilen den Potholes Nationalpark beim Moses Lake an und erwarten so etwas „wildes“ wie gestern.

Doch mitnichten. Der Campingplatz ist ein sehr großer wunderschöner gepflegter Park. Ich komme mir vor, wie wenn ich in Laxenburg auf einer großen grünen Wiese mit riesigen alten Bäumen campen würde.

Da wir erst um 3 Uhr eine große Portion Tomaten mit Mozzarella und frischem!! Basilikum verzwickt haben, reicht uns jetzt eine französische Zwiebelsuppe.

 

Heute machen wir uns erstmals ein wunderschönes Lagerfeuer und beobachten das „Treiben“ der Amish-Familie mit 7 Kindern, die neben uns campt. Es ist wie Kino.

Tag 108 – Westwärts nach Wyoming – Idaho – Washington

Eigentlich wollte ich heute morgen noch Wäsche waschen, doch mein Fernfahrer ist auf „Straße“ programmiert, noch dazu ist es heute total sonnig, anders als an den letzten drei Tagen. Schon um 7.30 bekomme ich meinen „Guten Morgen Nespresso“, was bedeutet, dass ich dann irgendwann einmal aufstehen sollte….

Na gut, da kann ich schlecht argumentieren, dass wir Waschtag haben, zumal wir eh viel zu viel Wäsche mithaben.

Kurz durchqueren wir einen Zipfel von Idaho und landen wieder in Montana. Es ist sooo ein weites Land. Viele Rapsfelder, Weiden, Kühe und entlang der Straße sehen wir auch viele Antilopen.

 

In Montana nehmen wir noch einen empfohlenen Scenic Drive und landen in der Stadt Butte, wo an diesem Wochenende die Evel Knievel Tage stattfinden. Er ist scheinbar der berühmteste Sohn dieser Stadt. Doch die Stadt ist eigentlich wegen dem schier unerschöpflichen Reichtum an Silber, Gold und Kupfer bekannt. Am Beginn des 20. Jahrhunderts war es die größte Stadt westlich des Mississippi. Auch heute stehen noch fast alle Bauwerke aus dieser Zeit, doch die Hochblüte ist definitiv vorbei.

 

Heute beim Festival ist aber wieder viel los in den Straßen von Butte. Scheinbar alle Biker der westamerikanischen Hemisphäre befinden sich auf der Mainstreet. Schrille Gestalten schlendern in Richtung des Stunt-Geländes mit den Motorrad Stunts in Memorial  Evel Knievel, oder füllen sich die Bäuche bei den Burger-Buden.

Wir schlendern auch mit und genießen die Stimmung.

Was aber von der Bergbaustadt noch bleibt ist eine große montanistische Universität.

Erinnert mich an meine Zeiten in Leoben……..

Ist scheinbar noch immer ein Studium, das sich lohnt. In den umliegenden Bergen ruhen sicher noch genug Schätze, die es zu entdecken gibt.

Weiter geht es durch die Bergwelt Montanas auf der Suche nach einem schönen Platz für heute Nacht. Wir werden fündig und finden den schönsten Platz, den wir bisher in Amerika hatten!!!!!! 5 Meter von einem schönen Bach in einem Wald. Die Sonne scheint und ich könnte heute, nach ein paar Tagen eines kleinen Tiefs, wieder die ganze Welt umarmen.

 

Leute, es gibt ja wieder Neues von der Weißweinfront. Wir haben gestern unsere letzte Flasche aus Colorado aufgerissen – ja wie soll man da gut drauf sein… – und heute in Montana in der Stadt Ennis finden wir einen Supermarkt, der 12 Flaschen Beringer hat, und das zum halben Preis !!!! Tatatataaaaaaaaaaa……… Wir nehmen natürlich alle…..

Also gibt’s am wunderschönsten Platz von Amerika ein herrliches gegrilltes New York Strip Sherlon Steak ( USA) , Pinot Grigio Jahrgang 2015 ( USA- Nappa Valley), alten holländischen Gouda ( NL), französischen Camembert ( FRA), irische Butter ( IRL)und italienisches Olivenöl (IT) in den Salat. Ok, so international lässt sich die amerikanische Küche auszuhalten ……

 

Wir sitzen bei der untergehenden Sonne noch im Bach und überlegen schon, ob wir morgen noch hier bleiben. Doch wir haben noch 800 Kilometer bis Seattle vor uns. Morgen finden wir sicher wieder so einen Traum.

Tag 107 – Mammoth Hot Springs

Nein, nein… wir haben noch nicht genug dampfende, brodelnde, spritzende, bunte Löcher gesehen, deshalb geht’s am späten Morgen auch wieder hinein in den Yellowstone Park.

Nachdem alle Arbeiten am Campingplatz zu meiner vollsten Zufriedenheit erledigt sind, kanns losgehen.

 

Heute haben wir uns den Nordteil ausgesucht.

Der erste Stop heißt Artists Paintpots. O.k. Farben konnte der Artist wohl genug verwenden. Da hab ich es leichter, ich muss nur auf den Auslöser drücken und hoffen, dass ich es gut im Kasten habe.

 

Schon der nächste Punkt ist, nach ein paar kleineren Wasserfällen, Mammoth Hot Springs. Sinterterrassen, soweit das Auge reicht. Erinnert uns sehr an Pammukkale in der Türkei. (Für Insider – Robert vermisst hier nur die frühen Früger).

Bergauf, bergab erledigen wir sämtliche Boardwalks. Da kommt auch schon einiges zusammen. Ich bin im Moment ganz klein wenig verkühlt, also schnauf ich mich noch etwas schwerer hier in 2.500 Meter Höhe zu allen Lookouts.

 

Unterwegs sorgt ein Bison wieder einmal für endlosen Stau. Er führt, wie schon sein Kollege gestern eine Autokolonne an, und kann sich lange nicht entschließen, wieder in den Wald zu gehen.

Hier geht es nochmal über einen Pass von 2.700 Metern und endlosen Blumenwiesen. Leider hab ich sie nicht so gut im Kasten, aber eine Vorstellung kann vielleicht auch mein verschwommenes Foto aus dem Auto geben.

 

Bei den Yellowstone Fällen kapitulieren wir. Total bewölkt, endlose Schlagen beim Parkplatz und wir haben auch schon einen ziemlichen Hunger. Wir schauen uns an und sind uns einig: Man muss auch verzichten können.

Wir fahren wieder zu unserem Stützpunkt nach West Yellowstone in Montana.

 

Nicht verzichten wollen wir hier auf unser heutiges Abendessen. Faschierte Laberl mit Erdäpfelpürree und Salat.

 

 

Tag 106 – Old Faithful Geyser

Heute steht natürlich wieder der Yellowstone Nationalpark auf dem Programm.

Wir fahren zwar erst um halb zwölf los (mein Gott, sind wir Faulpelze), aber es war auch in der Früh total nebelig, dass man sich gar nicht vorstellen konnte, heute nochmal die Sonne zu sehen.

 

Aber jetzt sieht man sie und unser erstes Ziel ist gleich der Old Faithful, der berühmte Geysir, der zuverlässig alle 65-90 Minuten seine Fontaine in den Himmel spritzt. Robert ist schon ganz aufgeregt und hat Angst, wir versäumen ihn und er spritzt dann vielleicht nie mehr wieder….. Was er sich auch immer für Sorgen macht.

Wir kommen hin, setzen uns zu den etwa 2000 anderen Wartenden (kein Scherz) und schon geht’s auch los. Zwar nicht so hoch, wie ich es in Erinnerung hatte, aber er ist eben auch 25 Jahre älter geworden, da klappt’s wohl nicht immer so wie früher.

 

Als sich die Menge auflöst, schlendern wir nach einem großen Eis zu sämtlichen Pools, und Geysiren, die hier in der Gegend sind. Es ist ja alles total bequem aufbereitet und man muss nur immer die Stege entlang gehen.

 

Zwei Stunden später, als wir gerade beim altehrwürdigen Old Faithful Inn vorbeikommen, zeigt uns der Geysir, dass er es totz des hohen Alters doch noch kann und schießt seine Fontaine gaanz hoch in den Himmel.

 

 

Am späten Nachmittag, noch hält das schöne Wetter, geht’s zum meistfotografierten Motiv des Parks, zum „Grand Prismatic Spring“ ein total hellblau-gelber See mit dunkelbraunen Rädern. Man kann kaum glauben, dass das wirklich natürliche Farben sind. Auf den Hügel hinauf, um das ganze Pachtstück von oben zu sehen, schaffen wir es leider nicht mehr, es kommen ganz dunkle Wolken auf uns zu.

 

Kaum sind wir im Auto, regnet es auch schon. Beim Campingplatz hat es sogar gehagelt.

Zur Feier des Tages gibt es heute Schwammerlsauce. Hmmmm köstlich……

Tag 105 – Ankunft im Yellowstone Nationalpark

Zugegeben, ein typisches Bild vom Yellowstone-Park schaut anders aus. Aber glaubt mir, kein Geysir hätte mir so viel Freude bereiten können, wie diese drei Steinpilze.

Von Jackson nach Yellowstone Süd sind es nur 55 Meilen, also geht der Teaton Park eigentlich nahtlos in den nächsten über.

 

Obwohl hier auf der Strecke gar nicht die Hauptattraktionen liegen, sehen wir schon sehr viele bunte blubbernde Fumerolen.

 

Auch die Tierwelt zeigt sich hier ganz entspannt. Robert fischt, aber heute hab ich, wie schon erwähnt mehr Jagdglück. Wenn man den Blick für Pilze hat, hat man ihn überall hihihi…. hier ein besonderer Gruß an meine Weinwanderinnen 🙂

 

 

Auch die Mud-Vulkanos nehmen wir am Weg zum Campingplatz noch mit.

 

Sogar auf der Straße genießt es dieser Bison ganz gemütlich die Kolonne  anzuführen.

 

Heute übersehen wir wirklich die Zeit und kommen erst bei Dämmerung und einem unheimlichen Wolkenbruch auf unserem KOA Platz in West-Yellowstone, der schon in Montana liegt, an.

 

Tag 104 – Jackson Hole

Ein klassischer Regentag in den Bergen. In der Früh schon ganz verhangen und jetzt zu Mittag schüttet es. Wir fahren 50 km zurück nach Jackson Hole.

 

In einem äußert gut sortierten Supermarkt geh ich einkaufen. Robert sitzt bei der Imbissecke und versucht ins Netz zu kommen. Wir essen Sushi, doch mit dem Internet ist leider totale Ebbe.

Bei McDonalds und Kakao versuchen wir es erneut, unsere letzten Tagesberichte rauszubringen, doch das scheitert ebenfalls.

Zurück im Zentrum haben wir bei Starbucks mehr Glück. Etwas anderes kann man hier bei Regen eh nicht machen, außer in Lokalen zu sitzen. Uns ist nur schon ganz schlecht, weil wir überall etwas konsumieren.

 

Danach schlendern wir noch durch den Ort. Am beieindruckendsten ist ein Geschäft, das ausgestopfte Tiere verkauft. Beim Anblick des Grizzlys weiss ich nicht, ob ich ihm noch begegnen möchte.

 

Wir werden dann wieder Richtung unseres Campingplatzes fahren, den wir für heute noch gebucht haben. Am Wetter ändert sich leider nichts mehr, aber ein gemütlicher Abend ist ja auch nicht schlecht.

Wir werden dann aber doch noch von der One-Million-Dollar Bar gebremst, über die wir sozusagen drüberstolpern und haben reitend an der Bar 🙂 noch ein gemütliches Bier…

 

Nachdem es draussen kalt ist, haben wir auch wieder andere Speisegelüste. Ich hab heute im Supermarkt Brösel entdeckt, und was liegt da näher, als ein Wienerschnitzel.  hohohohoho….. Schauen nur etwas anders aus, weil wir sie mit Schweinslungenbraten gemacht haben.

 

Tag 103 – Grand Teton Nationalpark

Robert versucht in der Früh nochmal sein Glück, doch die Fische haben etwas anderes vor, als in unserem Pfandl zu landen.

 

Am Weg zum Grand Teaton Nationalpark fahren wir am Salt River entlang. Ein so schöner Fluss, wo jede Menge Raftingboote unterwegs sind. Wir haben einen kleinen Zwist. Ich will unbedingt Raften, Robert will unbedingt in den Teaton, wo wir doch hier nur einen Tag Zeit haben, weil wir im Yellowstone für morgen Abend schon reserviert haben.

 

Hmmmmm…… ich gebe nach, er hat schließlich das Programm gemacht und ist der Fahrer, ich schmolle aber bis wir bei den Bergen ankommen…… irgendwo werde ich das sicher nachholen.

Wir durchfahren den Ort Jackson, ein sehr großer Touristenort, der total überlaufen ist. Ich glaube, die Größe hat sich seit unserem letzten Besuch verzehnfacht.

Im Grand Teaton NP ist es allerdings dann wunderschön, was meine Laune wieder etwas hebt. Wir steigen auf ein Boot im Jenny Lake um auf die andere Seite zu kommen und wandern von dort zu den Hidden Falls. Auf dem Gipfel essen wir unsere Käsebrote und genießen.

 

Das Verrückte ist, dass Robert jetzt draufkommt, dass wir erst übermorgen im Yellowstone Park sein müssen und eh genug Zeit gehabt hätten. Er hat sich um einen Tag verrechnet. Ist ihm noch nie passiert. Er ist ganz zerknirscht, und gibt sich ganz streichelweich….

Heute hatten wir einen prominenten Autostopper. Normalerweise nehmen wir niemandem mit, doch er schaute so verzweifelt…..

Wir haben unheimliches Glück und ergattern noch einen der letzten Plätze in Colter Bay am Campingplatz im Park. Zwar nicht viel mehr als ein Parkplatz, aber wir sind froh, unterzukommen. Es sind wirklich viele Menschen unterwegs.

Gestern haben wir uns mit einem Amerikaner unterhalten, der uns erzählt hat, in Amerika haben die Meisten zwei Wochen Urlaub im Jahr. Eine im Sommer, eine im Winter. Das können wir uns gar nicht vorstellen. Da sind wir in Österreich schon sehr gesegnet.

Jetzt wissen wir auch, warum den Amerikanern im Urlaub der Dollar so leicht sitzt, man muss schließlich in einer Woche das gesamte Urlaubsbudget ausgeben.

 

Am Abend machen wir noch einen Spaziergang zum See und kaufen in der Grocerie ein paar Leckerbissen. Zum Abendessen teilen wir uns die Forelle und schlafen herrlich hier im kühlen Wald.

Tag 102 – Abschied von Salt Lake City

Heute ist ein ganz besonderer Sonntagmorgen. Schon um 8.15 holt uns der Tempel-Square Shuttle ab und bringt uns zum Conferenc Center.

 

Hier wird, wie in den letzten 88 Jahren jeden Sonntag das berühmte Konzert des Tabernakelchors aufgezeichnet. „The music and the spoken word“. Wird an 2000 Sender übertragen und ist sehr feierlich und wirklich „erhebend“. Wir haben es ja schon vor 25 Jahren gehört, aber dennoch, wenn man die 350 Sänger auf der Bühne sieht, nur in Schwarz und Weiß, und die dann zu singen beginnen, überrieselt es einem schon.

 

Leider dauert es immer nur eine halbe Stunde.

Ganz feierlich berührt kehren wir bald danach wieder zurück zum Koa Platz, heute wollen wir ja weiter.

Nach ca. 2 Stunden Fahrt verlassen wir Utah und kommen nach Idaho, dem Erdäpfelstaat. Warum er so heißt, wird einem bald klar. Felder über Felder, ja und auch viele Erdäpfel dabei.

 

Dazwischen so gut wie nichts und auch sehr dünn besiedelt. Doch dieses Tal muss so fruchtbar sein, dass da so viel wächst. Sie haben natürlich auch genug Wasser hier. Somit ein ganz anderes Bild, als Salt Lake City.

Mittags stoppen wir bei einem netten See und verzwicken Salat mit Mozarella.

 

Wieder zwei Stunden weiter erreichen wir den Bundesstaat Wyoming.

 

Und schon wieder ein ganz anderes Bild. Grüne Berge, viele Tannen und vor allem der Salt River, ein ziemlich großer Bach oder schon Fluss?…. Hier gibts einen Statepark und wir haben Glück. Wir stehen direkt beim Fluss und Robert holt für morgen eine Forellen raus. Mein Superfischer!!!!!! (zwei wären allerdings besser gewesen….)

Tag 101 – Flucht in die Berge

Nachdem es in Salt Lake noch immer sehr heiß ist, werden wir heute in die Berge flüchten. Vormittags noch ein kurzer „Haushalts-Vormittag“, doch um 11 Uhr zappelt Robert schon, er will was unternehmen.

 

Wir stoppen beim State-Capitol, das haben wir bis jetzt nur aus der Ferne gesehen und gehen auch kurz hinein. Es steht monumental auf einem Hügel über der Stadt und die Politiker wachen (hoffentlich) über die Bürger von Utah.

 

Jetzt aber wirklich hinauf ins Kühle. Wir nehmen eine Straße nach Brighton, wo der Silbersee liegen soll. Von 1500 Metern klettern wir auf 2.600 und tatsächlich, da ist das Nass unserer Begierde. Hier gibt es laut Angaben einen Wanderweg, der für richtige Amerikaner als Steg einmal um den See herumgeht. Trotzdem sehr nett.

Wir schauen lange den unzähligen Fischern zu, die da im knietiefen Wasser ihr Glück versuchen. Wir sehen aber keinen einzigen, der auch etwas fängt….

 

Ein Stückchen weiter stoppen wir dann für unser Mittagessen. Auf einmal seh ich einen Mann aus einem Wald kommen, mit einem Pilz in der Hand. Ich springe aus dem Auto und stelle ihn gleich zur Rede 🙂 Es ist ein großer Pirkenpilz. Nach kurzer Plauderei stellt sich heraus, seine Freundin ist aus der Steiermarkt und er weiss, dass es in Österreich so viele Schwammerl gibt. Wie wahr, wie wahr……. das geht mir ab, das Schwammerlsuchen im Sommer. Als wenn jemand seine Ernte nicht aufessen kann, möge er mir doch ein paar einfrieren 🙂 hihihihi

 

Im bekannten Park City halten wir nur kurz, es ist total überlaufen und touristisch.

Lieber besuchen wir noch das Outlet in der Nähe. Es ist so, wie es immer ist, ich will da hin und Robert kauft das meiste…..

 

Mit der untergehenden Sonne erreichen wir Salt Lake City. Wir sind froh, heute kein Abendprogramm zu haben. Dafür sehen wir vom Platz aus viele Feuerwerke aus Anlass der Pioneer Days.

 

Tag 100 – Der große Salzsee

Der 100. Tag!!!! Wir haben die Hälfte unseres Urlaubs erreicht. Noch 100 Tage vor uns!!!  Bis jetzt ist alles glatt gelaufen, wir waren gesund, es sind uns keine gröberen Pannen passiert und wir haben wirklich Lust auf das Gleiche nochmal.

Wir sind bis jetzt 20.000 km gefahren, kam uns aber gar nicht so viel vor.

Schauen wir mal, wie es uns die nächsten 20.000 km geht und wie lange wir noch so viel Freude und Energie haben. Im Moment können wir uns nicht vorstellen, dass der Tag kommt, wo wir den Wagen ausräumen müssen…..

Heute geht es zum großen Salzsee, etwa 50 Meilen von Salt Lake City entfernt. Er gab der Stadt auch seinen Namen.

 

 

Salzwüse am Ufer, es riecht sehr streng und das Fotolicht ist mehr als jämmerlich. Man möge mir die schlechten Farben verzeihen. Hier hätte ich keine Lust zu baden, obwohl wir doch einige Menschen im Wasser sehen.
Das Besondere hier ist allerdings die Antilope Island, wo es eine der größten Büffelherden Nordamerikas gibt.

Wir haben Glück und sie steht auch auf unserer Inselseite. Es gibt nur eine relativ kurze Stichstraße die gut ist, der Rest ist unbefestigt und für uns tabu.

Sie stehen zwar nicht direkt neben der Straße, trotzdem kann man diese riesigen etwa 1 Tonne schweren Tiere sehen. Vor allem zur Zeit auch sehr viele Jungtiere.

Was wir auch sehen, sind einige Antilopen, nach denen die Insel benannt ist.  Wir suchen mit dem Fernglas ständig die Gegend ab und kommen uns ein bischen vor, wie auf einer Safari in Kenia.

 

Zur Feier des 100. Tages haben wir uns heute Vormittag 1 Pfund Krabbenfleisch gekauft, das von den Großen und schöpfen nun aus dem Vollen. Alles schaffen wir eh nicht. Auch wenn Robert noch fahren muss, muss es jetzt auch ein Gals Wein dazu sein.

 

Am Nachmittag sind wir schon wieder zurück, denn heute gibts wieder Rodeo.

Aber diesmal geht hier echt die Post ab. Es sind die Frontier Days in SLC. Am Montag ist ganz großer Feiertag hier. Vor 170 Jahren hat Brightem Young, ein Mormone hier die berühmten Worte „Thats the place!“ gesprochen, seinen Stock hier in die Erde gerammt und somit die Stadt Salt Lake City am 24. Juli 1847 gegründet.

(Ihr seht, die vielen Führungen sind nicht spurlos an uns vorbeigegangen) Und deshalb gibt es 5 Tage ein großes Rodeo. Das ganz findet im neugebauten Stadion statt und davor ist ein großer Kirtag mit Countrymusik. Beim Rodeo sind die Besten des Landes dabei aber auch Teilnehmer von außerhalb Amerikas.

 

 

Am Ende des Rodeos gibt es ein Feuerwerk (etwa weil wir schon 100 Tage im Land sind???) und wir kommen mit vielen Eindrücken zurück auf unserem Platz.

 

 

Tag 99 – Temple Square

Das erste, was heute zu erledigen ist, ist ein Besuch in der Werkstatt von Cruise America für das 12000 Meilen Service. Wir haben endlich auch vereinbaren können, dass neben dem Ölwechsel auch unsere Klimaanlage repariert wird.

Als das schließlich passieren soll, meint der „Manager“ er hat nicht das gleiche Modell da und wir sollen doch in den Norden fahren und das kühle Wetter genießen. Ich bin richtig sauer!!!! Seit einer Woche sind wir angekündigt und wurden am Telefon immer kurz abgefertigt. Bei diesem Kundenservice sind wir froh, dass nur die Klimaanlage kaputt ist.

Wir lassen wieder einmal einige Wände festschrauben bzw. antackern, alles was sich so während der Fahrt löst. Sehr stabil ist das alles nicht gebaut. Wir hoffen, dass es zumindest der Motor zurück nach Orlando schafft.

 

 

Nach einem Brunch am Campingplatz lassen wir uns von einem Shuttle der Mormonen abholen und in den Tempelbezirk bringen.

 

Wir kennen das ja schon vom letzten Mal vor 25 Jahren und es hat sich nichts verändert. Alle sind sooo unglaublich nett und in der jeweiligen Landessprache findet sich schnell ein „Missionarin“ die uns durch den Tempelbezirk führt. Das hier ist eine Augenweide für die Sinne. Blumen über Blumen, Gärten, der große Tempel – den aber nur Mormonen betreten dürfen – und vieles mehr. Wir besuchen den Tabernacel, eine halbrunde Halle mit seiner 150 Jahre alten Orgel mit 11000 Pfeiffen, die Versammlungshallen und einige Gebäude im Bezirk. Es wird natürlich viel über Mormonen und die Kirche Jesus Christus der letzten Tage  erzählt, aber nicht aufdringlich und niemand will uns bekehren. Klar hätten sie uns liebend gerne eine Bibel geschenkt, aber wenn man sie nicht nimmt, ist das auch o.k.

 

Dem Sushilokal im brandneuen Einkaufszentrum bleiben wir treu, das hat uns gestern einfach so gut geschmeckt. Und ein neues T-shirt kommt auch noch mit. Zwar gibt es hier viele hübsche Kleider zu kaufen, doch ich kann das hier wirklich nicht brauchen. Mormonen sind total schön angezogen und Frauen tragen nur Kleider oder Röcke, niemals Hosen.

 

Am Abend gehen wir noch zur Generalprobe des berühmten Tabernacelchors, was schon etwas Besonderes ist. 400 Sänger und ca. 60 Musiker auf einer Bühne. Am Nachmittag haben wir zufällig die Harfenistin kennengelernt.

 

Wir müssen unbedingt am Sonntag zum Konzert kommen.

Spät Abends bringt uns der Shuttle wieder zurück und wir genießen den Abend mit Tacos und Salsa im Camper……

 

 

Tag 98 – Salt Lake City

Vormittags fahren wir erstmals mit der Straßenbahn in die Stadt – die ist ganz neu in Salt Lake und alle sind sehr stolz. Nur 5 Stationen bis zum Zentrum, ein wirklich tolle Verbindung.

 

Auch Wauzi fährt Straßenbahn, es soll hier wieder ein Kleidergeschäft für ihn geben.

Bei der großen Mall verbringen wir erstmal zwei Stunden, gehen Sushi essen und suchen vergeblich einen Aperol Spritz…..

Leider gibt es auch für Wauzi nichts Passendes. Alles was passen würde, hat er schon, unser verwöhntes Luxushündchen….

Beim zurückfahren sehen wir die lustigsten Werbetafeln bisher. Zwei Rinder malen ein Werbeplakat damit die Kunden mehr Chicken als Beef essen sollen.

 

 

Eine Stunde gehen wir auch im Tempelbezirk spazieren, doch wir haben noch wichtigeres vor!!!!

 

Ich habe es doch glatt geschafft, mich nach einigen Versuchen auf eine Tupperparty einzuladen. Im Internet hab ich die Direktorin von Salt Lake City kontaktiert und die hat uns dann ermöglicht, bei einer Party heute Gäste zu sein.

 

Wir sind ganz aufgeregt. Besorgen noch ein Gastgeschenk und finden uns pünktlich um 7 Uhr in West Jordan, einem Außenbezirk ein. Ich kauf mir sogar noch Glitzersandalen. (Ich kann doch nicht mit meinen verstaubten Treckingsandalen auf eine Tupper Party gehen). Die Beraterin weiß von uns, die Gastgeberin aber nicht und fragt uns erst im Laufe des Abends, warum wir um alles in Welt aus Wien zu ihrer Party kommen.

Ein bissl schräg. Es wird aber ein netter Abend mit 14 Leuten und viel ungesundem Essen. Bei der Party konnte ich allerdings nichts nennenswert Neues lernen. So gut machen wir in Österreich unsere Partys allemal, aber es war mal eine sehr nette Abwechslung. Auch Robert hat es genossen, der Hahn im Korb zu sein. Ich kaufe mir einen Vitaminspion, der geht mir hier im Wohnmobil richtig ab.

Nachlese bei ein paar Gspritzten auf dem Campingplatz. Den Alkohol haben wir bei der Party schmerzlich vermisst. So etwas gäbe es auf meinen Partys ja gar nicht….. hihihihi

Tag 97 – Utas Berge

Endlich gut geschlafen. Es war kühl und total still. Robert ist schon beim Fischen, während ich meinen ersten Kaffee schlürfe.

 

Soo himmlisch hier, wir wollen uns gar nicht trennen. Müssen wir eigentlich auch nicht, wir können bis 14 Uhr unseren Platz haben und haben ja auch nur mehr 2 Stunden bis Salt Lake City.

 

Robert fängt viele Forellen, aber alle etwas klein, die Teenager dürfen dann wieder weiterschwimmen.

Und ich sitze mit meinem Buch am See, aber eigentlich lese ich gar nicht, ich muss nur in die Gegend schauen…..

 

Am Nachmittag dann die letzte Etappe bis Salt Lake City.

 

Es geht über wunderschöne sanfte grüne Hügel, immer wieder Blumenwiesen, aber weit uns breit keine Menschen.

Um 4 Uhr sehen wir schon die Skyline von Salt Lake City.

 

Unser Campingplatz liegt direkt in der Stadt, fünf Fahrtminuten vom Tempelsquare. Ein riesiger Platz und aber wir haben ein Platzerl direkt beim Eingang und bei der Straße. 20 Meter vor uns fährt regelmäßig die Straßenbahn und Robert meint, er kommt sich vor, wie wenn er auf der Simmeringer Hauptstraße campen würde und draußen fährt der 71er…..

Wir wollen tauschen, haben aber keine Chance. Der Platz ist total ausgebucht. Auch egal, wir gewöhnen uns dran, stellen unseren Tisch um und schon schaut es aus wie in einem Schrebergarten.

Ach ja, und hier ist es wieder total heiß und schwül. Wir gehen zwar selten in den Pool aber jetzt muss ein einfach sein!!! Ist total angenehm.

Wir teilen uns eine Forelle, den Fang von gestern und sitzen noch lange im Freien. Unser Nachbar leistet uns auch noch Gesellschaft. Er war bei der US Army in Deutschland und kann noch ein bissl Deutsch, was er unbedingt ausprobieren will.

 

 

Tag 96 – Der Weg nach Norden

Schlafen war nur möglich mit nassen Fetzen auf den Füssen und dem gesamten Körper und davor einem großen Glas Weißwein. Siehe Foto… 🙂

 

Obwohl wir nur mehr 150 Meilen bis Salt Lake City haben, wollen wir dazwischen nächtigen und noch einen kühlen Tag bzw. eine Nacht in den Bergen verbringen.

In Green River, am Green River gelegen, entdecken wir ein Museum über John Wesley Powell, einen Abenteurer, der 1869 in einer 4 monatigen spektakulären Expedition den Green River, bzw. in weiterer Folge den Coloradoriver bis zum Grand Canyon erforschte. Wir schauen uns auch den wirklich sehr guten Film über dieses Ereignis an.

 

Der Ort selbst scheint allerdings in seiner Zeit steckengeblieben zu sein. Green River ist übrigens die Welthauptstadt der Wassermelone. Na ja, wenn es sonst nichts Nennenswertes gibt, muss man eben etwas erfinden.

 

Etwa in der Hälfte der Strecke liegt ein State Park bei einem See, wir hoffen, dass es da Stellplätze gibt.

Kurzer Einkaufsstopp in Price dann sind wir auch schon beim Scofield State Park. Darin ein wunderschöner See mit Campingsplatz und gar keine, aber auch wirklich gar keine anderen Camper.

 

Wir haben ein herrliches Platzerl direkt am Wasser, sogar mit Wasser und Strom um 25 Dollar.

 

Es ist kühl und wir können mal wieder durchatmen. Wie schön. Ich versuche von unterwegs noch die Reparatur unserer Klimaanlage bei Cruise America zu organisieren, das gestaltet sich aber als gar nicht so einfach. Wir werden wohl morgen einfach hinfahren und die Dinge dann vor Ort klären.

Weil es heute endlich kühl ist, kann ich mein Wunschmenü kochen. Bratwürstel mit Sauerkraut und Erdäpfelpüree. Dazu ein Bier. Für Amerika ein wahrlich exotisches Essen. Uns schmeckts!!!! Mal was anderes.

 

Der wunderbare Abend (jetzt gab es auch gleich nochmal einen Platzregen, ist aber schön, hier am See, vor allem, wenn man im Camper sitzt) wird noch von einer Forelle gekrönt, die Robert in der Dämmerung fängt.

Tag 95 – Faulenzen in Moab

Heute wollen und müssen wir mal faul sein. Zu gedrängt (aber durchaus schön) war das Programm der letzten Tag.

 

Laaange ausschlafen, laaanges Frühstück, dann ist es eh schon Mittag. Jetzt fahren wir mal den Colorado auf der Scenic Route 128 entlang, um uns eine schöne Stelle zum Baden zu suchen. Ich glaube, wir finden die Schönste. Denn da machen alle „Raftingboote“ halt um ihre Leute um viel Geld schwimmen zu lassen.

 

 

Ein Sandstrand wie in Jesolo, doch die erste Stunde für uns ganz alleine. Es hat heute 39 Grad, da tut das Baden wirklich gut!!! Und es ist auch gar nicht kalt, grad richtig für mich, um mich zu erfrischen und im Wasser zu sitzen. Rund um uns hohe rote Felswände (das ist etwas anders als in Jesolo) aber auch wenig Schatten. Wir verzwicken unsere Jausenbrote – wie es sich für ein echtes Picknick gehört und trinken schon mal den ersten Gspritzten, wie es sich für ein Picknick in Utah wohl nicht gehört….

Egal wir genießen in vollen Zügen.

Ein nachmittäglicher Besuch im Supermarkt bringt noch Abkühlung, zumal uns gestern die Klimaanlage eingegangen ist……. So ein Schmarrn, aber egal, die Sonne wird schon untergehen.

Vorher, gehe ich am Platz noch in regelmäßigen Abständen zur Dusche, stell mich samt Badekleid drunter und geh dann zurück an unseren Platz. Allerdings müsste ich in diesem Moment schon wieder los gehen, weil ich vollkommen trocken bin.

Viel wichtiger ist der Kühlschrank, da sind nämlich die Lamm T-Bone Steaks drin und der restliche Wein. Also trösten wir uns mit einem tollen Abendessen.

 

Die gute Nachricht ist, egal wie viel Zeit man sich lässt, das Essen wird garantiert nicht kalt.

 

 

Tag 94 – Canyonlands Nationalpark

Heute nehmen wir uns den Canyonlands Nationalpark vor. Ist irgendwie ein Stiefkind hier. Der Arches ist hier so vorrangig und gigantisch, dass dieser Park ins Hintertreffen gerät. Er ist riesengroß und hat unzählige Canyons, sodass er auch nicht so „greifbar“ wie die anderen ist. Es gibt einige Aussichtspunkte, aber um zum Grund zu kommen, müsste man schon sehr lange wandern.

Heute wieder wärmer, bei 38 Grad…. schwitz. Wir starten erst um 11 Uhr. Zuerst machen wir uns wegen eines Raftings schlau, dass hier überall angeboten wird. (Ja Edith, vorgenommen hätten wir es uns :-)) Doch der Colorado ist hier fast überall glatt wie ein Spiegel. Die Dame im Adventure Center meinte, dafür können wir innerhalb der drei Stunden viel Baden gehen. Na, um Baden zu gehen, brauche ich kein Schlauchboot mit Schwimmweste, das kann man überall vom Ufer aus machen. Und da ist uns auch die Gebühr von 130 Dollar etwas unangemessen. Also wirds morgen wohl ein Badetag werden….

 

Aber jetzt endlich wieder hinein ins rote Gestein. Wie fast immer am Nachmittag ziehen dunkle Wolken auf, heute aber extrem stark und es schüttet auch zwischendurch.  Ganz abgegrenzt. Einmal fahren wir bei einem Aussichtspunkt auf einen anderen Parkplatz weiter und stehen dadurch im Trockenen.

Auch hier ein wunderschöner Bogen, den man nach einer kurzen Wanderung erreicht. Canyonlands ist durch ihn wie mit einem Bilderrahmen eingerahmt.

 

Nachdem ich von gestern noch ziemlich geschlaucht bin, sitzen wir nur am Canyonrand herum und beobachten die unterschiedlichen Stimmungen. Wir wollen heute früh zurück, es wird aber dann doch wieder halb acht abends. Es ist ja immer sooo viel zu tun 🙂

Tag 93 – Arches Nationalpark

An alle Freunde der roten Felsen. Das Warten hat sich gelohnt. Heute und morgen kommt ihr voll auf Eure Rechnung 🙂

Der Arches Nationalpark, einer der beliebtesten der USA will erkundet werden. Schon beim Eingang gibts eine lange Schlange. Doch bald wissen wir warum. Der Park ist großartig.

 

Viele der Punkte müssen erwandert werden, aber wir sind eigentlich sehr gut drauf. Und mit 35 Grad heute gar nicht sooo heiß.

Erkennt ihr das Schaf? Oder ist es doch ein Löwe???

Bögen aller Art erwarten uns. Wir schlagen uns tapfer und lassen fast nichts aus.

 

Bis auf eine Insalata Caprese Pause fahren und wandern wir bis zum frühen Abend ohne Unterlass. Wir sind wie auf Drogen.

 

Man kann es eigentlich gar nicht richtig beschreiben, sondern nur die Bilder sprechen lassen.

 

Zurück am Campingplatz würde ich nur mehr kalt essen. Heute bin ich vom vielen Wandern richtig erschöpft.

 

Doch Robert zaubert ratz fatz noch einen Hühner Gemüse Wok, ….hmmmmmmm schon wieder so gut. Es ist gar nicht schlecht, so einen Koch auf Reisen mitzuhaben. Kann ich nur empfehlen. Leider ist meiner bis auf Weiteres total ausgebucht.

 

Tag 92 – Moab

Nachdem es total bewölkt ist, brodeln wir bis 1 Uhr Mittags herum. Aber irgendwas muss ja dann doch geschehen

Wir nehmen uns nur eine kurze Panoramastraße vor, die bis zu einem Pottasche Werk führt, aber voll schöner Eindrücke entlang des Colorado geht. Wieder einmal sind auch Felszeichnungen zu entdecken.

 

Bögen machen sich auch manchmal bemerkbar. Dieser hier heißt Henkel-Arch.

 

Jetzt ist es auf einmal sonnig, deshalb schauen wir auch noch beim Dead Horse Point vorbei. Tief in einer Schlucht fließt der Colorado, vom Plateau aus hat man keine Chance zum Wasser zu kommen. Deshalb sind die Pferde auch verdurstet…

Beeindruckende Ausblicke auf den Canyon in der tiefstehenden Sonne.

 

Nachdem es gerstern Hausmannskost gab, erstehen wir im Village Market in Moab zwei wunderbare Steaks.

Ich liebe es, wenn halbnackte Männer für mich Steaks braten…….. hihihihi

Tag 91 – Zurück nach Utah

Wir verlassen unseren einsamen Platz beim Fluss um uns weiter Richtung Utah aufzumachen. In 4.5 Stunden sollten wir dort sein. Die Straße bietet immer wieder beeindruckende Passagen.

Durch Felsen, Tunnel, und neben uns brodelt der Colorado und mit ihm viele Raftingboote.

Da wir Zeit haben, gehen wir ganz gemütlich einkaufen und während Robert beim Starbucks den Tagesbericht hochlädt, entdecke ich – welch ein Zufall auch – ein Nagelstudio, wo ich mir gleich mal wieder von einem jungen Chinesen die Nägel lackieren lasse. Maniküren und Pediküren sind in der USA scheinbar fest in chinesischer Hand.

 

Im Auto machen wir uns schnell einen Griechischen Salat und zuckeln  dann weiter den Fluss entlang. Kaum erreichen wir das Grenzschild Utah hören die Berge auf, und die Wüste beginnt. Nur die Bewölkung verläßt uns leider nicht.

Dichte Wolken hängen über den weißen und roten Felsen und geben teilweise eine gespenstische Szenierie ab.

Um 6 Uhr landen wir an unserem Ziel, dem kleinen Ort Moab, vielmehr auf dem 4 Meilen entfernten Campingplatz.
Ist ganz o.k., wir haben einen großen Stellplatz und auch einen guten Blick auf die roten Felswände. Gleiche Prozedur wie immer….. Alle Anschlüsse anstecken, Weisswein raus, ein Gspritzter in uns rein, und weil wir die letzten Tage so geschlemmt haben, gibts heute mal Hausmannskost. Krautfleckerl und ein Bier dazu 🙂

 

 

 

Tag 90 – Colorado westwärts

Wir gehen es langsam an und schauen nach dem Frühstück mal gleich zu dem großen Outdoorladen auf der anderen Straßenseite des Campingplatzes. Nicht ohne Erfolg.

Robert kauft eine neue Angelschnur und Köder (jetzt sollte ihm das Angelglück aber wirklich einmal hold sein….) und ich bekomme eine wunderschöne kurze türkise Wanderhose.

Danach geht es über herrliche Straßen in den Osten. Heute haben wir viel Zeit, wir müssen erst morgen Abend in Moab sein.

Bei einem wunderschönen See, dem Georgetown-Lake, von dem man angeblich am Gegenhang Dickhornschafe sieht, stoppen wir. Ich suche Schafe, vergeblich…. Robert fischt…. nicht vergeblich!!!!

 

HURRRAAAA! Binnen einer Stunde holt er zwei wunderschöne Forellen an Land, womit die Menü des heutigen Abends außer Frage steht. Er ist ganz aufgeregt, mit Recht! Der Bann ist gebrochen.

Jetzt wollen wir auch das kleine Städtchen Georgetown besuchen und finden hier eine Greisslerei „Kneisel & Anderson“, die es seit 1883 gibt. Die Einrichtung dürfte sich seit damals nicht geändert haben. Vollgeräumt mit den ausgefallensten Waren. Doch unser Augenmerk gilt nur einer kleinen rosa Box!!!! Mannerschnitten!!!!!

 

Wir kaufen alle Vorräte auf. Die Verkäuferin meint, es hat noch nie jemand so viele von diesen Waffeln gekauft. Eh klar, wir waren ja auch noch nie da! Hihihihihi

Mit einem großen Eis, mit dem Robert sein Anglerglück feiert, schlendern wir noch durch die drei Gassen von Georgetown, um uns dann wieder auf den Weg weiter über die Berge zu machen.

 

Die Verkäuferin der Mannerschnitten hat uns empfohlen, nicht den Tunnel zu nehmen, sondern über den Lovel Pass zu fahren und es zahlt sich aus.

 

Jetzt kommen von einem Schigebiet ins nächste. Copper-Mountains, Aspen, Vail, Beever-Greek….. Die Orte sind riesengroß, eher Gebirgsstädte, die Schihänge dazu aber nicht sehr spektakulär, was man von der Straße aus sehen kann. Außerdem alle Gebäude in braun-grau gehalten. Kein Vergleich mit unseren hübschen Schiorten. Wir kommen allerdings auch nur in das Zentrum von Vail, das gleicht einem bayrischen Bergdorf. Hier ist auch im Sommer einiges los. Bei den anderen Orten fahren wir nur vorbei.

Die Suche nach einem Schlafplatz wird heute ein bisschen mühsam. Das ist nicht wirklich die Gegend für Camper. Um 7 Uhr haben wir dann doch Erfolg in einem kleinen National-Forest, wo wir um 10 Dollar einen „Dry Place“ d.h. ohne Anschlüsse, nur den Platz mit Griller, finden. Es regnet jetzt ziemlich stark. Ist uns aber egal, wir machen es uns beim Zubereiten unseres fulminanten Mahls im Camper richtig gemütlich.

Was es zum Nachtisch gibt, ist heute auch keine Frage…..

 

Tag 89 – Rocky Mountain Nationalpark

Ohne Frühstück, nur mit Kaffee und Tee, verlassen wir Estes Park. Haben gestern doch etwas zu viel geschlemmt. Etwa 10 Meilen westlich erreichen wir schon den Eingang des Rocky Mountain Nationalparks. Leider jetzt nicht mehr wolkenlos.

Wir holen uns im Visitorcenter schnell einen Plan und fahren dann los.

 

Um es vorwegzunehmen: Der Rocky Mountain NP ist ganz anders, als wir es erwartet haben. Ich dachte an spektakuläre Szenerien wie in den Dolomiten, oder so.

Zwar ist das Sandsteingebirge, das wir bis jetzt hatten, Granit gewichen, doch die Berge sind nicht schroff, sondern eher „rund“ und groß. Trotzdem genießen wir doch die Fahrt.

 

Eine Gebirgsstraße zieht sich bis auf 3720 Meter Höhe. Hui, das spürt man schon. In den Berghütten wird Sauerstoff verkauft….. Wir fahren entlang von Schneefeldern. Die Amerikaner tummeln sich darauf und wollen alle den Schnee angreifen.

 

Auf 3600 Metern holen wir unser Frühstück nach. Unserem Generator müssen wir lange zureden, dass er trotz dieser Höhe seine Dienste tut, damit ich zumindest meine Kaffeemaschine anwerfen kann.

Leider wird es immer wolkiger und Berge ohne Sonne sind nicht so spektakulär……

Zum Wandern haben wir auch keine besondere Lust, da gibt es sicher schönere Ecken.

Also fahren wir die Straße auf der anderen Seite des Gebirges runter bis zum Grand Lake.

 

Wir kommen uns vor, wie auf der Glockner Hochalpenstraße und dann am Zellersee, aber beides ist viel schöner. Nehmen uns gleich vor, zu Hause wieder mehr in die Berge zu fahren.

Doch auf einmal neben der Straße entdecken wir etwas, was wir in Österreich sicher nicht finden. Eine Elchkuh mit ihrem Baby. Wahnsinn!!! So lieb. Schnell bildet sich ein Stau auf der Straße, die anderen wollen es auch sehen. Wir beobachten sie lange, bevor wir uns trennen können.

 

Ein Stück weiter dann gleich nochmal ein junger Elch am Flussufer und noch einige Elks, so heißt hier das Rotwild.

 

Zurück in Estes Park fahren wir gleich mit dem Shuttle in die „Stadt“. Estes Park ist eine Hauptstraße mit vielen Outdoorgeschäften, aber auch jede Menge T-Shirt Geschäften und allerlei chinesischen Indianerplunder.

Heute werden wir Essen gehen!!! Das wird ein ziemlich trostloses und enttäuschendes Unterfangen. Es gibt doch tatsächlich kein einziges Lokal, das außer Tacos, Chickenwings, Pfannenpizzas und Burgers etwas anders zu bieten hätte. Das einzige, wo es auch Steaks gibt, hat eine Wartezeit von einer Stunde. In einer Pizzeria sitzen wir schon am Platz und finden das Lokal dann so runtergekühlt und furchtbar, dass wir zeitgleich sagen, da können wir nicht bleiben.

Langer Rede, kurzer Sinn, wir gehen ein Stück weiter zu „Safeway“, entdecken Kalbsschnitzel und schon eine Stunde später, gibt’s im Camper Saltimbocca a la romana.

Die Salbeiblätter hab ich ja vom Campingplatz in Durango, welch ein Glück.

 

Glücklich leeren wir eine Flasche Wein dazu und überlegen schon, was wir uns morgen kochen werden……

 

Tag 88 – Fahrt zu den Rocky Mountains

Wir verlassen relativ früh unseren Campingplatz am Bacherl, weil wir heute eine lange Strecke vor uns haben.

Das Navi zeigt 6,5 Stunden Fahrzeit und doch ein paar Pässe dazwischen. An der Rezeption tummeln sich noch Kolibris, die sich aber von mir partout nicht in ein Foto einfangen lassen wollen.

 

Weiter geht’s jetzt durch sehr schöne Landschaft, ein Genuss für die Augen. Seen, Hochalmen, Berge. Wir lassen uns treiben, ich genieße wieder einmal chauffiert zu werden und so wird der Tag eigentlich gar nicht so anstrengend wie der Gestrige.

 

Zu Mittag gibt’s noch den Schweinslungenbraten kalt aufgeschnitten auf Salat. Auch eine gute Variante. Muss ich mir für kalte Buffets merken.

 

Gegen 18 Uhr landen wir auf unserem KOA Campground in Estes Park, diesem ach so feinen Städtchen am Rand des Rocky Mountain Nationalparks. Der Platz ist mehr als eng, aber wir haben einen Sitzplatz, wie ein kleines Garterl, das uns dann doch entzückt.

 

Gleich suchen wir einen Shuttle raus, der uns in die Stadt bringt. Als wir auf die Uhr schauen, wie schnell wir jetzt duschen müssen, kommen wir beide zur Erkenntnis, dass wir es ruhiger angehen müssen. Immer wieder treiben wir uns an, und vergessen manchmal einfach nur das zu genießen, was wir gerade haben.

Also gibt es Knoblauchgarnelen auf dem Campingplatz und mehr als nur eine Flasche Wein….

PS.: Heute kein Bild von den Knoblauchgarnelen, weil wir haben sie leider ohne an Euch zu denken einfach aufgegessen.

 

 

Tag 87 – Minenstädte und tiefe Schluchten

 

Heute geht’s Richtung Norden. Nochmals kommen wir nach Silverton, da das heute auf unserer Wegstrecke liegt. Zum Gegensatz vom Zug muss unser Auto einen 3500 m hohen Pass überwinden.

Zum Gegensatz von Donnerstag scheint heute in Silverton die Sonne. Da schaut das ganze noch viel freundlicher aus. Wir kommen gemeinsam mit dem ersten Zug aus Durango an. Heute, ohne Regen gehen wir bewusster durch die kleine Ortschaft, die eher an eine Pionierstadt in Alaska erinnert, als an Colorado.

 

Unser nächstes Ziel, nur 40 Meilen weiter, ist die kleine Stadt Ouray in den Bergen. Man bezeichnet sie als die Schweiz Amerikas. Na ja, passt jetzt nicht ganz in unseren Augen, aber die Berge kommen schon hin. Auch eine Minenstadt, die in der Hochblüte des Silberabbaus ihre goldene Zeit hatte. Hier gab es sogar Luxushotel für die Minenbesitzer. Das Belmont-Hotel wurde vor einigen Jahren nach jahrzehntelangem Dornröschenschlaf restauriert und dient heute betuchten Gästen als Bleibe.

 

Weil wir schon auf Entzug sind, darf es auf der Strecke auch noch der Besuch eines Nationalparks sein. Der Black Canyon of the Gunnisonriver ist jetzt nicht der bekannteste Park, doch seine hohen steilen schwarzen Felsen beeindrucken allemal.

Leider wird es zunehmend wolkig, sodass sich die Szenerie nicht perfekt ausmachen lässt. Wir fahren den Southrim den Szenic Drive entlang und wandern immer wieder hinunter zu den Aussichtsplattformen. Das können die Amerikaner ja, immer alles Richtig in Szene setzen….

 

Nicht weit danach bin ich schon soooo müde, obwohl es erst 7 Uhr ist. Robert hat Erbarmen und wir stoppen auf einem kleinen Campingplatz direkt neben einem Bacherl.

Um mich wieder zu beleben, gibt es gleich Essen. Die Übung gelingt. Heute gibt es gefüllten Schweinslungenbraten in der Parmesankruste. Hmmmmm………

Tag 86 – Ausruhen in Durango

Nach dem anstrengenden Tag gestern wird heute gefaulenzt. Wir haben nichts Bestimmtes vor, also wird ein großer Waschtag ausgerufen. Ich wasche ja so jeden 5. Tag aber heute sind mal wieder die Betten dran.

Mit der Besitzerin des Campingplatzes mache ich einen Rundgang durch ihren Gemüsegarten, darf jede Menge Kräuter ernten, was ich sehr gerne in Anspruch nehme, und sie lässt es sich nicht nehmen, mir auch noch einen großen Sack gemischten Salat einzupacken. Es sind wirklich alle reizend hier.

 

Man muss überhaupt sagen, dass uns die Freundlichkeit der Amerikaner immer wieder in Erstaunen versetzt. Heute im Supermarkt suche ich z.B. einen Trichter. Eine Angestellte geht ewig mit mir die Gänge ab und wir finden dann einen sehr schönen um 7 Dollar. Ich meine zwar zu ihr, so kostbar müsste er gar nicht sein, nehme ihn aber dann doch. Bei der Kassa sehe ich später auf mich zulaufen und sie präsentiert mir einen um 98 Cent, den sie jetzt doch noch gefunden hat…..

Eine andere herzliche Geschichte erfahren wir heute in der Stadt. Wir suchen für Wauzi einen Cowboyhut, den es natürlich nicht so leicht gibt. In einer Auslage entdecken wir einen, der aber leider nur Deko ist. Ich packe Wauzi aus, und sage ihr, er wünscht sich sosehr, auch einmal ein Cowboy zu sein. Die Verkäuferin ist entzückt von Wauzi und meint, wenn er jetzt von so weit hergekommen ist, um Cowboy zu werden, bekommt er ihn natürlich von ihr geschenkt. Es ist wirklich ein schöner Hut, sogar mit einer Strass- Krempe. Wauzi weiß es zu schätzen und ist aber auf einmal total eingebildet ……

 

 

Am Nachmittag überlegen wir, heute doch noch Raften zu gehen. Der Animas-River führt direkt durch die Stadt. Doch jetzt wird es ganz schwarz am Himmel und es blitzt auch.

Noch dazu bin ich seit zwei Tagen etwas verschnupft und Robert bangt um die Gesundheit seines Beifahrers. Na ja, so einen kriegt er nicht so schnell wieder…

Also klappern wir noch Supermärkte ab, auch so eine Lieblingssportart von uns. Und da wir so viel Geld sparen, gönne ich mir eine Pediküre mit Hot Stone Massage auf den Wandeln. Was es nicht alles gibt.

 

Außerdem, vor allem, weil wir jetzt viel Zeit zum Kochen haben, gönnen wir uns noch zwei Hummerschwänze und es gibt mal wieder etwas Neues aus unserer spartanischen Campingküche. Was wir hier noch entdeckt haben, ist ein traumhafter französischer Camembert. Lieber Gott, lass das die schlechten Zeiten sein!!!!!!

Tag 85 – Durango-Silverton Railroad

Heute hat unser Camper Archi einen Ruhetag. Ganz stimmt das nicht, denn die paar Meilen vom Campground nach Historic Town Durango muss er uns dann doch noch führen.

Dafür darf er sich am Parkplatz den ganzen Tag ausruhen.
Denn heute steht Zugfahren am Programm.

Nicht irgendein Zug, sondern der alte und ehrwürdige Durango- Silverton Express. Der Zusatz „ Express“ ist zwar etwas übertrieben, weil die Lokomotiven aus dem Jahr 1882 noch immer mit Dampf betrieben werden. Dementsprechend ist auch die Geschwindigkeit mit ca. 20 km/h eher gemütlich.

Doch alles der Reihe nach.

 

Um 09:00 erreichen wir den Bahnhof in Durango und sehen schon von Weitem den zähen schwarzen Rauch über dem Tal hängen.

Wir sind heute der 4. Zug, der die 80km weite Strecke in das Bergbaudörfchen Silverton in Angriff nehmen wird.

Wir haben einen offenen Waggon gebucht, soll heißen, dass wir keine Wände und Fenster, sondern nur ein Sonnendach haben.

Die Sonne lacht vom Himmel und pünktlich um 09.30 schrillen die Dampfpfeifen und mit einem Schnaufen und Ruckeln geht’s los.

 

Wie sich später herausstellt, sitzen wir auf der richtigen Seite des Zuges und haben eine tolle Aussicht auf die vor uns dampfende Lokomotive, die sich langsam aber stetig das enge Tal hinaufquält.

Die Luft ist erfüllt von schwarzem Kohlenstaub, vereint mit Dampfgeruch.
Brillen schützen die Augen vor Russflankerln die sich immer wieder in das Wageninnere verirren. Marthas hellgraue Hose schaut auch nicht mehr ausgehfein aus, aber sie nimmt es gelassen.

 

Je höher wir in die Berge kommen, desto wolkiger wird es. Nach allen Richtungen wackelnd und mit teilweise besorgniserregenden Schräglagen erreichen wir dann nach 3,5 Stunden das kleine 2832m hoch gelegene Bergbaustädtchen Silverton.

 

Es regnet leicht und wie in einen Wildwest Film bewegen wir uns nur auf dem Boardwalk, weil die Straßen matschig vom Regen sind.

Das Mittagessen gibt es stilgerecht in einem Saloon, im Herzen der Stadt.
Auch die Forellen werden hier parniert, schmecken aber richtig gut.

Inzwischen hat der Himmel, wie in den Bergen üblich, komplett zugemacht. Wir schlendern im Ort herum. Viel mehr als Restaurants und Souvenierläden gibt es aber nicht. Das Gesamtbild ist aber hübsch. Die geplanten 2 Stunden Aufenthalt reichen jedoch vollends, zumal es jetzt auch kühl und windig ist.

Zuerst bemühen wir uns einen Platz im Bus zurück zu bekommen, er braucht nur eineinhalb Stunden, als das aber nichts wird, freuen wir uns dann doch auf die Rückfahrt per Zug nach Durango.

 

Nocheinmal stehen wir am Geländer und schauen vom Zug die senkrecht abstürzenden Felswände zum reißenden Wildbach hinunter, jetzt wird es auch wieder wärmer.

Glücklich vom Erlebten aber ziemlich geschlaucht von der Wackelei und der in Summe 7 stündigen Fahrt, ruckeln wir am Abend mit schrillenden Damppfeiffen in Durango ein.

Die Bewohner sind alle so stolz auf ihre Eisenbahn und das obwohl mehrere Züge jeden Tag die Strecke fahren, einen Lärm machen und viel Gestank. Trotzdem winkt jeder, der uns sieht.

Auf der Fahrt zurück zum Campingplatz bleiben wir noch beim Liquorstore stehen und kaufen zum zweiten Mal den Weinbestand der Marke Beringer Pinot Grigio – unser neuer Lieblingswein – auf. Wir haben jetzt 12 Doppelliter, das sollte bis Wyoming reichen….

Den Flüssigkeitsverlust der vergangenen Stunden füllen wir dann auf unserem Standplatz in alter Manier mit einigen Gspritzten wieder auf 🙂

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tag 84 – Durango

Gemütlicher Morgen. Langes Frühstück. Ausschlafen!!!!!!

Der KOA Platz, auf dem wir 7 Meilen vor Durango schlafen, ist nicht so schön wie die letzten. Sehr staubig, gar kein grün, aber die Plätze sind groß und das Internet funktioniert sehr gut. Man kann eben nicht alles haben…

Um 11 Uhr fahren wir in die Stadt und lassen uns mal ein wenig treiben.

 

Und dann sehen wir die Candy Factory, die es schon vor 22 Jahren gab. Und der Bär sitzt immer noch vor dem Geschäft auf der Bank. Ein bisschen dicker ist er geworden. Und deshalb gibt es schon wieder ein Damals – Heute – Foto. Bitte sehr!

 

Wir hängen den ganzen Tag nur herum.

 

Nicht zu vergessen ist das wirklich gut aufgemachte Museum der Durango-Silverton-Railway Co.  Es ist überflüssig zu erwähnen, wie wohl sich Robert hier inmitten der alten Maschinen fühlt. Hat jemand vielleicht Fragen zu einer Dampfmaschine??? 🙂

Da haben die Chinesen bei der Produktion wohl etwas falsch verstanden und auch dem Bären Biberzähne angenäht……

Jetzt finden wir noch eine supergute Pizzeria in der Main Avenue, wo wir gemütlich schmausen.

 

Wir holen uns die Tickets für die Bahnfahrt morgen und auch die Karten fürs Rodeo heute Abend. Wir sind schon gespannt, ob es auch so ist, wie in Flagstaff.

 

Es wird ein unterhaltsamer Abend, ans Niveau von Flagstaff reicht es aber lange nicht heran. Hier in Durango sind viele Touristen, ich denke, dass man die wöchentlichen Rodeos vor allem für die Gäste macht. Hier wird nicht gewettet und die Pferde sind auch lange nicht so wild. Was auffällt, dass hier mehr Kinder am Rodeo teilnehmen,  sogar auf Stieren. Die ganz Kleinen 4-6 Jahre auch hier auf Schafen…..

Tag 83 – Independence Day

 

 

04.07.1776 Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten von den Briten.

 

04.07.2017 Wir sitzen am Kao Kampground in Cortez und starten in diesen amerikanischen Feiertag.

Weil es gestern so aufregend war fahren wir heute nochmal die eineinhalb Stunden nach Mesa Verde um mit einem Ranger in den Cliff Palace hinunterzusteigen.

Große Warnschilder und ein Vortrag des Rangers klären über die Risken eines so anstrengenden Vorhabens auf. Alle müssen bestätigen, dass sie etwas gegessen haben und auch Wasser mithaben, des Weiteren keine Probleme mit Knien und Gelenken. Schließlich gehen wir ja 30 Höhenmeter und drei Leitern………..

 

Doch egal! Es ist einfach nur groß- und einzigartig.
Dreistöckige Häuser, Getreidespeicher, Kivas (Wohneinheiten), Türme und vieles mehr. Wir gehen staunend und aufgeregt hier durch. Zwischen 800 und 1000 Jahre sind diese Stätten.

 

 

Um etwa 15 Uhr erreichen wir Durango. Eine große Minenstadt vom Allerfeinsten. Hat sich den „Westerncharakter“ bewahrt. Sehr beliebt und deshalb auch belebt.

 

Es gibt feine Konditoreien und natürlich ist grad heute am Independence Day einiges los.  Um 18 Uhr findet die große Stars- and Strips Parade statt, die wir natürlich nicht versäumen. Mit vielen Hunderten sitzen auch wir am Straßenrand und schauen zu, wie sich das offizielle Durango präsentiert. Von den geschmückten Feuerwehrautos bis zu alten Postkutschen, aber auch so manchen gesellschaftskritischen Seitenhieben ist alles vorhanden. Lustig ist auch, dass die meisten Leute in blau rot weiß gekleidet sind, oder überhaupt total verkleidet. Ein sehr netter Abend!!!!