Tag 79 – Capital Reef Nationalpark

Robert hat sich gestern beim heutigen Campingplatz „verbucht“. Eigentlich wollten wir zurück zum Lake Powell und dort wieder den Platz von letzter Woche nehmen. Leider unterläuft ihm ein Schnitzer. Er bucht zwar am Lake Powell, aber der ist groß und der Platz ist an einer anderen Ecke, an die man nur kommt, wenn wir jetzt in Utah bleiben.

Nicht nur wegen des Auffüllens der Weinvorräte ein Drama, die Strecke ist auch viel länger.

Ich versuche noch telefonisch umzubuchen, doch während ich eine halbe Stunde in der Warteschleife hänge, beschließen wir, doch hinzufahren – überall anders ist alles ausgebucht – und uns eben noch den Capital Reef Nationalpark anzuschauen, durch den die Bundesstraße ohnehin durchfährt.

 

Im Nationalpark gibt es ein Gebiet, wo die Mormonen vor langer Zeit Obstplantagen hatten. Die sind jetzt verlassen, aber die Besucher dürfen das Obst pflücken, wenn sie Lust haben. Gerade sind die Marillen reif, so ein Glück!!! Und so werden wir zu Pflückern und ich beschließe heute Abend Marmelade einzukochen. Ich finde hier nur pick süße steife Marmelade, habe schon die 6. Sorte ausprobiert, jetzt werde ich selbst Hand anlegen. Vor allem klaube ich auch am Boden auf, so wie in unserem Schrebergarten, das sind die besten. Robert klettert auf einer Leiter herum und ist auch sehr erfolgreich.

 

Zu Mittag ein kurzer Tzaziki-Stop mit Aussicht, dann geht es auch schon weiter.

Die Strecke ist wirklich eine Wucht, da hätten wir was versäumt, doch nach 5 Stunden Fahrt ist einem auch die schöne Landschaft schon wurscht, und wir wollen nur noch ankommen….

 

Wie wenn das nicht genug wäre, ist die Fähre, die wir nehmen sollten außer Betrieb und das ergibt nochmal einen Umweg von 60 Kilometern.

 

Unnötig zu erwähnen, dass die Nerven schon etwas blank liegen. Als wir um 7 Uhr beim Platz ankommen, trauen wir unseren Augen nicht. Um 54 Dollar ein unscheinbarer sandiger Platz und der kleine Laden sperrt auch gerade zu und verkauft uns nicht mal mehr ein Bier…. Grrrrrrrr.

Auf der Strecke haben wir auch kein Geschäft mehr gefunden. Hab ich doch gemeint so eine feine noble Marina mit allem pi pa po vorzufinden, das wird dann kein Problem, da gibt’s ja alles.

Jetzt stehen wir da und haben nur einen Sack weicher Marillen….

Ok, solche Tage muss es auch geben, damit wir wissen, wie super sonst alles geklappt hat.

Das Marilleneinkochen macht mir eigentlich gar keinen Spaß, aber wenn ich warte, sind sie morgen kaputt, und ich weiß, ich würde es bereuen.

 

Wir trösten uns mit Spagetti Bolognese und Gin Tonic über den schönen aber doch etwas anstrengenden Tag hinweg.

 

 

Tag 78 – Scenic Byway 12

Da heute Ruhetag ist, schlendere ich durch den Friedhof, in der Nähe. Interessant, dass auf den Grabsteinen graviert ist, was den Verstorbenen im Leben scheinbar wichtig war. Vom Wollknäuel, zur Registrierkassa bis zu den Cowboystiefeln.  Bei Ehepaaren ist auch immer der Tag der Hochzeit angegeben, meistens darüber der Tempel von Salt Lake City. Dürften also hauptsächlich Mormonen sein.

 

Zu Mittag ist uns dann doch schon langweilig und wir fahren ein Stück am Scenic Byway 12 Richtung Boulder. Er verdient seinen Namen zurecht. Es gibt immer was zu schauen…. Findet ihr nicht, dass das Auto ausschaut wie das von John Boy Walton????

 

Der nächste Stop ist ein versteinerter Wald. Millonen Jahre hat es gebraucht, um hier Holz zu Stein zu verwandeln. Der See interessiert mich aber noch mehr. Hier machen wir Picknick und das Wasser ist sehr angenehm….

 

Das ganze Gebiet ist ein Nationalpark, hauptsächlich aber nur mit unbefestigten Straßen, die wir gar nicht fahren wollen, vor allem aber auch nicht dürfen. Doch auch die Straße 12 bietet uns schon genug Highlights und hier finden wir zur Abwechslung auch mal weiße Felsen.

 

Schon fast zurück auf unserem Platz biegen wir noch zum Kodacrome Bassin ab,  wo uns ganz schlanke hohe HooDoos in der Abendsonne anstrahlen.

Statt Gespritztem ist das Sonnenuntergangsgetränk ab jetzt ein Gin Tonic. Damit kann ich aber auch gut leben. Ich bin ja soooo flexibel 🙂

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tag 77 – Wandern im Bryce Canyon

Wichtige Mitteilung an alle!!!!!
Wer keine roten Felsen mehr sehen kann, möge doch warten bis 4. Juli in Collorado und dort wieder in unsere Berichte einsteigen.

Für alle Anderen: Genießt es einfach!!!

 

Erst um 9 Uhr frühstücken wir. Die Rauchwolken sind im Moment nicht da und wir können im Freien sitzen. Heute ist Wandern im Brice Canyon angesagt. Robert ist mit der kurzen Strecke nicht zufrieden, also stellen wir uns schonmal auf 5 Stunden Wandern ein. Vorher verlängern wir den Platz noch um einen Tag, ich ahne schon jetzt, dass ich morgen einen Ruhetag brauche 🙂

Mit dem Shuttle in den Park, dann fällt auch die Parkplatzsuche weg. Unser Ziel ist der Bryce Point, von wo wir den Peekaboo-Loop-Trail nehmen, durch den Park zum Novajo Loop möchten und durch die „Wall street“ steil bergauf zum Sunset Point gelangen sollten.

 

Die Szenerie ist atemberaubend. Schon von oben ist es ja eine Wucht, aber dann mitten drin in den feuerroten Felsen zu stehen,  hat schon etwas Besonderes.

 

Dauernd stoppen wir und zücken die Kamera. Kann es denn immer noch besser und aufregender werden????? Es kann!!!!

 

Im Streckenabschnitt “ Wallstreet “ geht es dann durch einen engen Canyon in Serpentinen zum Südrand hinauf. Wallstreet deshalb, weil hochaufragenden Sandsteinwände, fast wie Hochhäuser in New York, den Weg säumen.

Robert kommt heute mit der Höhenluft (2.700 m) besser zurecht, und wir stapfen beide mit unseren Treckingsandalen im mehlartigen Staub durch die bizarre Landschaft. Leider hat sich der Staub auch am Sensor meiner Kamera abgesetzt. Man verzeihe mir etliche Punkterl auf den Bildern….

 

Der Hals schmerzt schon etwas, weil wir den Kopf immer zu  den hochaufragenden, teilweise lustig geformten  Sandsteintürmen hochheben müssen.

Immer wieder geht es abwechselnd hinauf und hinab, um Sandsteinklippen herum und durch kleine Tunnel zum nächsten Tal hindurch.

Nach fünf Stunden sind wir wieder oben. Uff, bei dem Staub, der Hitze eh nur 30 Grad!, dem ständigen Auf und Ab und der vielen Eindrücke,  sind wir ganz schön stolz auf uns 🙂

Vom Sunset Point holt uns der verlässliche Shuttle ab und führt uns zum Parkplatz zurück, wo schon ein Eisbecher auf uns wartet.

 

Abends ist es kühl und wir haben Lust auf deftiges Essen. Im Tiefkühler haben wir noch Rindfleisch. Wir sind uns einig: Das wird ein Gulasch!!!!!

Gesagt, getan! 2 Stunden später steht das Gulasch mit Spiralen und einem Bier am Tisch. (der Wein ist ja bekanntlich aus…..)

An den Sonnenuntergangsfotos kann man sehen, dass der Brand noch immer nicht gelöscht ist und sich jetzt wieder Rauchwolken vor die Sonne schieben.

 

 

 

 

 

 

 

Tag 76 – Bryce Canyon

Lazy Time am Campingplatz, wir frühstücken bis 12 Uhr. Der Platz ist soo nett, wir haben einen richtigen kleinen Garten, mit Aussicht, wo ich stundenlang herumhängen könnte, zumal die Temperaturen ja wirklich angenehm sind.

 

Heute wollen wir im Bryce Canyon ganz nach hinten fahren und uns alle Look Outs geben. Wir schaffen es nicht, auch nur einen auszulassen, zu spektakulär ist jeder Ausblick.

 

Ob es große Bögen, lustige „Figuren“ oder dunkelrote Zipfel ( HooDoo’s) sind. Alle begeistern auf ihre Weise. Wir machen kleinere „Wanderungen“ und schauen ergriffen hinab auf Millonen Jahre Schöpfungsgeschichte.  (Wau, dieser Satz ist mir wirklich gelungen, oder? 🙂 )

 

Schon um 6 Uhr sind wir zurück am Campground. Der Wind hat gedreht und die Rauchwolke vom großen Brand holt uns wieder ein. Da ist die Sicht schlecht, und wir haben eigentlich auch schon wieder Hunger. Knoblauchhendl mit Safranreis und Gemüse…. Wir bauen uns auch endlich mal einen Weinkühler….

 

Neben uns steht ein Camper mit Schweizern, (stimmt nicht, sie ist Tirolerin !!) Wir verbringen einen herrlichen Abend und könnten ewig plaudern. Lustig: Als sie uns vorher beobachtet haben, dachten sie, wir wären Franzosen, weil wir den Tisch so schön deckten und sogar einen Weinkühler haben…… hihi, welches Kompliment!!!

Und mit dem Schweizern teilen wir auch noch unsere LETZTE Flasche Wein. Aber sie sind es uns wert!!!

 

Mit von der Party ist auch ihre entzückende Tochter Neela mit ihrem Hund „Herr Braun“. Wauzi ist gleich eifersüchtig, also darf er Herrn Braun kennenlernen und meint, wir dürften ihn in Zukunft auch „Herr Grau“ nennen 🙂 🙂 🙂

 

 

 

Tag 75 – Weiter durch Utah

Mein Fernfahrer darf heute wieder unterwegs sein. Da ist er glücklich!!!!

Damit ich auch glücklich bin, bremsen wir uns in Cedar City ein und ich geh zum Friseur. Das volle Programm: Färben, schneiden, Föhnen, Augenbrauen….. Irgendwann brauche auch ich ein Service, nicht nur unser Auto 🙂 Ich genieße die zwei Stunden!!!

Auch Robert ist nicht untätig. Er bezieht Stellung bei Starbucks und bucht die nächsten vier Stützpunkte auf unserer Reise. Rocky Mountain Nationalpark, Moab, Salt Lake City und Yellowstone. Ein gutes Gefühl, in der Hauptreisezeit bei den Hot Spots schon unseren Platz zu haben.

Soviel Aktivitäten machen hungrig und wir verzwicken ein Grillhendl mit Salat auf dem Parkplatz vom Walmart.

Gleich nach der Schönheitspause ist wieder Schönheit der Natur geplant. Wir stoppen im Norden des Zion NP beim Kolob Canyon, weil gleich neben der Straße liegt.

 

Dann weiter auf die Interstate 12, DIE Scenic Route durch Utah. Sogar die Straßen sind rosa, weil sie mit diesem Sand gemacht wurden.

 

Da wird uns nicht zu viel versprochen.Tiefrote Felsen – man könnte glauben, wir haben schon genug davon, aber nein – wir fahren durch Felstunnel und bleiben bei jeder Ecke stehen.

 

Um 6 Uhr bei tiefstehender Sonne erreichen wir den Eingang zum Bryce Canyon. Ein nächster Höhepunkt unserer Tour. Statt erstmal auf den Campingplatz zu fahren, müssen wir einfach reinfahren und runterschauen, obwohl wir ohnehin 2 volle Tage hier haben.

 

Es ist sooo großartig !!!!!

Bedrohlich kommt aber die Graue Wolke des großen Brandes am Bryon Head (ein Erholungsgebiet) näher. Überall spricht man davon. Straßen sind gesperrt. Es brennen 150 Quadratkilometer und keine Rettung in Sicht…..

 

Am  Abend haben wir haben einen wirklich schönen Stellplatz 12 Meilen vom NP in Connonville und genießen den Tagesausklang bei 25 Grad!!!!! Was für eine Erholung.

 

 

Tag 74 – Hurrican

Nein, keine Angst, die Stadt in der wir hier unseren Stützpunkt haben, heißt nur Hurrikan, mit dem Wetter ist soweit alles in Ordnung.

Aber wir haben ein Riesenproblem mit unserem PC und dem Blog. Deshalb auch von gestern keine Fotos…

Ich hoffe, wir finden bald eine Lösung…. bis dahin bitte um Geduld …

ENTWARNUNG!!!   Aber jetzt der Reihe nach….

Wir wollen heute blau machen. Gestern planten wir für heute die Wanderung Angels Landing. Soll ganz toll sein, aber 6 Stunden eine Felswand rauf und runter, wie der Name schon sagt, so hoch, dass nur mehr Engel landen, ist unpackbar. Klingt ja romantisch und wäre sicher interessant, aber es hat schon um 10 Uhr wieder 42 Grad und das muten wir unseren alten Körpern einfach nicht mehr zu. Gestern im Bus hatte schon ein junger durchtrainierter Mann einen Kreislaufzusammenbruch…. das brauchen wir wirklich nicht.

Wir frühstücken lange und heiß, gehen gemütlich zwei Maschinen Wäsche waschen.

 

Da beginnt schon das Drama, Robert kommt mit dem Mac nicht mehr ins Internet. Das wäre im Moment kein Drama, doch alle anderen Geräte gehen, d.h. da stimmt was nicht…

Jetzt fragt uns auch noch der Campingwart, wann wir den Platz verlassen und wir kommen drauf, dass wir die kommende Nacht gar nicht gebucht haben.  Hmmm…..

Na, irgendwie haben wir im Moment keinen glücklichen Run.  Also das mal erledigt, noch eine Nacht gebucht. Jetzt brauch ich eine weitere Stunde um den Zug von Durango nach Silverton zu buchen. Das Organisieren aller dieser Dinge braucht wirklich viel Zeit, doch die nehmen wir uns heute.

Robert ist schon am Verzweifeln….

 

Wir fahren jetzt mal zum Walmart, da wissen wir, dass wir einen ordentlichen Empfang haben, doch da kommt die nächste Ernüchterung. Unsere Blogseite schaut ganz anders aus und ist einfach nicht mehr zu bedienen.  Wir probieren eine Ewigkeit, aber es wird nichts mehr. Ein kurzer Blick auf die Uhr, in Wien ist es Mitternacht, wenn wir Glück haben, ist Edi noch auf. Ich sende gleich ein SOS nach Hause.

Kurze Zeit später läutet mein Telefon!!!! und es folgt ein langes Telefonat.

Um es kurz zu machen. Edi schafft es mal wieder, das Problem zu lösen, schon 20 Minuten später kommt die Anweisung, was wir tun sollen, um wieder alle Sorgen los zu werden…. (bei ihm ist es schon 1 Uhr Nachts….)

Mein Gott, was täten wir ohne meinen Bruder!!!! Da gäbe es diesen Blog wirklich nicht und unseren Urlaub auch nicht. Schließlich hält er in Wien alles am Laufen. Er liefert sogar meine Tupperbestellungen aus 🙂 🙂 🙂

Nach drei Stunden verlassen wir tiefgefroren den Walmart, nachdem wir alle Bilder drin haben aber auch noch einkaufen waren und kochen uns im Camper mal was Neues.

 

Hühnerleber mit frittiertem Salbei und Nudeln (breite Nudeln finden wir in Amerika nicht, aber es dürfen auch Barilla!! Spiralen sein) und köpfen unsere vorletzte Flasche Wein…..

Mit nassen Handtüchern auf dem Kopf überstehen wir den Abend.

 

 

 

Tag 73 – Zion Nationalpark

Heute ist wieder einmal Wandertag. Der Zion Nationalpark will erkundet werden. Hier locken grandiose, hohe Sandsteinfelsen in allen Farben. Wir freuen uns schon sehr.

Doch auweia….. Gestern bei der Anreise hatten wir schon eine riesige Rauchwolke gesehen, ein Flächenbrand, der schon seit Tagen tobt.

 

Heute sehen wir die Auswirkungen des Buschfeuers, die erhofften Berge sehen wir leider nicht.

Nur Nebel und wir sind doch etwas enttäuscht, als wir im Shuttle in den Park fahren und so gar nichts wahrnehmen können. Jetzt fällt mir auch noch meine Kamera runter und ich hab nur Scherben vom Objektiv in der Hand. UFFFF….. zum Glück war es nur der UV Filter, die Linsen blieben ganz. Robert regt sich wie immer mehr auf, als ich.

 

Ohne Fernsicht müssen wir uns auf Details konzentrieren und wandern erstmals in die Hauptattraktion „The Narrows“. Bis zum Eingang eine wahre Völkerwanderung. Wir waten durch knietiefes Wasser ein Stück hinein, unsere Stimmung ist allerdings nicht sehr gut und wir drehen bald wieder um. Die ganze Strecke wollten wir ohnehin nicht durch, da muss man teilweise schwimmen und dafür sind wir nicht ausgerüstet. 5 Stunden im eiskalten Wasser reizen mich trotz Hitze nicht.

 

Wieder zurück klart der Himmel durch den aufkommenden Wind auf und das Ziontal ist jetzt in seiner vollen Pracht zu sehen.

 

Der nette ältere Herr im Visitorcenter empfahl uns eine Wanderung zu den Emerald- Pools. Mit den Hop on – Hop off shuttle Bussen ist es ein leichtes zum Beginn der diversen Wanderwegen zu kommen. Es wird eine schöne, nicht zu anstrenge Dreistundenwanderung. Am Ende des Seitentals lockt ein wunderbarer nicht zu kalter Gebirgssee. Ich hab leider kein Badezeug mit. Schade, hätte mich sofort reingeschmissen. Leider fällt hier die Sonne nur um die Mittagszeit rein, dann wäre der See auch „emerald“ gewesen.

 

Jetzt sind wir Gott sei Dank wieder super aufgelegt, genießen das Gehen und danach auch das Bier. Hier in Utah bekommt man Alkohol in Lokalen nur zum Essen, deshalb bestellen wir von der Karte Irische Tacos, die sich als dieses Gericht herausstellen….
Siehe Foto!!!!!

 

Aber es gibt hier Live Jazz vor den rotglühenden Bergen, da kann man über das Essensangebot schon hinwegsehen.

Bei herrlicher Abendsonne erreichen wir in St. George bei Hurrican unseren Ausgangspunkt.

 

Jetzt gibt es etwas Besseres zu Essen. Salat mit Hühnerstreifen, Champions und Pinienkernen, dazu wie üblich……
Das standardisierte Wochenmahlzeitenprogramm (für alle, die „Das Rosi-Projekt“ gelesen haben)

 

Tag 72 – Das Arizona Plateau

Heute ist Fahrtag! Wir verlassen Flagstaff um 10 Uhr um die etwa 6 Stunden bis Hurrican in Utah zu fahren. Unser Campingplatz zum Besuchs des Zion Nationalparks.

Die Strecke wieder filmreif. Hier könnte ein Western nach dem anderen gedreht werden.

Indianerland. Rote Felsen, Wüsten, alles wunderschön!!!

 

Wir haben eigentlich schon eine Überdosis spektakulärer Landschaft, sind aber noch immer süchtig danach. Das wird sich vermutlich die nächsten Wochen auch nicht ändern.

Zuerst bleiben nur bei der Camaron Trading Post stehen, seit 100 Jahren das kommerzielle Zentrum der Gegend. Jetzt eher für Touristen….

 

Die Route geht weiter zur Navajobridge, die den Glen-Canyon überspannt. Wir blicken in das tiefgrüne Wasser des Colorados, das wir von gestern schon kennen. Weit unten sehen wir Boote fahren, es juckt uns, das auch zu machen. Vielleicht schaffen wir es auf dem Rückweg, man kann nämlich nur in Page einsteigen.

 

Weiter westlich, jetzt auch durch Wälder. Hier ist es etwas kühler, aber ich glaube, viel weniger als 40 Grad hat es hier auch nicht. Ufff, wir werden echt auf die Probe gestellt. Dagegen war es gestern Abend in Flagstaff richtig kühl.

 

Kurz vor unserem Ziel erreichen wir unseren nächsten Bundesstaat Utah. Und erst bei unserem Großeinkauf bemerken wir unser Malheur. Wir wollen unsere Weinvorräte auffüllen und als wir so ratlos durch die Reihen des Walmarts wandern fällt es uns wie Schuppen von den Augen. Wir sind ja in Utah, da gibt es strikte Alkoholgesetze. Panik!!!

Zwar erfahren wir später, dass das Alkoholverbot seit einigen Jahren gelockert wurde, (bei unserem Besuch vor 20 Jahren gab es GAR KEINEN Alkohol), aber es gibt noch viele Einschränkungen. In manchen Lokalen gibt es schon etwas, aber Bier nicht vor 10 und Wein nicht vor 12!!!! Wir decken uns mit Bier ein und schauen schon, wie weit die nächste Stadt in Arizona ist…..

Auf einem schönen Stellplatz (nachdem wir den Platz gewechselt haben) essen wir mit Blick auf die roten Felsen zur Abwechslung einmal chinesisch.

 

 

 

Tag 71 – Horseshoe Bend

Heute haben wir richtiges Licht für den Horseshoe-Bend. Also verlassen wir Page und den Lake Powell und fahren die drei Kilometer weiter. Man geht eine Meile über Wüste rauf und runter und wird vor dem Verdursten mehr als einmal gewarnt…… Doch nun sehen wir die Attraktion. Eine Schleife des Colorado, weit unten in einer Schlucht, mit tiefgrünem Wasser. Wau!!!!!!

 

Allerdings muss man ganz zum Rand vor um alles einsehen zu können. Uns ist beiden mehr als mulmig, und ein Ranger meinte, einmal im Jahr fällt da schon einer runter……
Das wollen wir natürlich nicht, deshalb robben wir am Bauch vor. Für gute Fotos tun wir doch fast alles. Aber es ist auch wirklich spektakulär.

Der Weg führt uns weiter zum Little Colorado Gorge. Tiefe Einschnitte in die Ebene mit bizarren Felsformationen.

 

Eigentlich könnte man hier alle 5 Minuten stehenbleiben und irgendwo runter oder raufschauen. Ich habe das Gefühl, Arizona besteht nur aus roten Felsen und Schluchten.

Da es nur 20 Meilen Umweg sind, wollen wir heute auch nochmal zu einem anderen Punkt des Grand Canyon. Hier beim Dessert View haben Navajos schon vor langer Zeit einen Turm gebaut, der innen reichlich mit Inianermotiven bemalt ist und wunderbare Ausblicke bietet.

 

Jetzt aber wirklich weiter zurück nach Flagstaff. Wir parken auf einem KOA Campground an der Route 66 und fahren gleich weiter zum Rodeo.

Ein großes Spektakel, zumal wir so etwas ja noch nie gesehen haben.
Die Zuschauer mit Cowboyhüten und Westernstiefel und sogar die Kinder mit Hüten und Boots. Sie wirken aber nicht verkleidet, das ist eben hier der Look. Schon die Leute anzuschauen, ist eine Attraktion.

 

Doch jetzt geht es los. Die Rodeo-Queen wird geehrt und die der letzten Jahre nochmals vorgestellt. Die Mädls reiten wir die Teufel durch die große Arena.

Es gibt Bullriding, Horseriding, Kleine Kinder (3-5 Jahre) reiten auf Schafen!!!, Kälber werden mit Lassos gefangen, Stiere werden umgerissen….

 

Die Menge tobt, es wird viel gewettet und wir sind begeistert. Man darf hier eigentlich nicht fotografieren und wurden beim Tor schon nach Kameras abgesucht, aber ich muss Euch doch mit Fotos versorgen 🙂

Nach vier Stunden und voll von neuen Eindrücken kehren wir müde auf unseren Platz zurück und schaffen nur mehr ein paar Drinks zum Einschlafen.

 

 

 

Tag 70 – Ruhetag am Lake Powell

 

Wir verordnen uns heute einen Ruhetag. Auch wenn alles auf der Tour wunderschön ist, sind wir an Tagen wie gestern, und das nur zwei Tage nach dem Grand Canyon, schon ziemlich geschlaucht und brauchen einfach Pausen.

Leider sind die Internetverbindungen auch ziemlich schlecht, wodurch wir heute sicher auch noch einen halben Tag brauchen um die letzten drei Tagesberichte mit den Fotos hochzuladen. Auch die Routenplanung für die nächsten zwei Wochen wird nicht einfach.

Um 10 Uhr kann man sich noch im Freien aufhalten, danach wird es sicher wieder glühend heiß, so wie gestern.

Robert ist nach dem Frühstück sehr lange damit beschäftigt, die nächsten Campgrounds zu fixieren. Das ist gar nicht so einfach, aber zu Mittag haben wir alles beisammen und sogar auch noch Sitzplätze beim Rodeo in Flaggstaff. Wir werden morgen wieder zurückfahren, wollen wir uns das Spektakel doch nicht entgehen lassen.

Es dauert doch tatsächlich bis 16 Uhr bis wir mit Wäschewaschen und Tagebuchschreiben fertig sind…. Wir brodeln heute aber auch ordentlich.

Aufbruch zum Strand!! Natürlich mit dem Auto!! Wir sind ja schon vom Stellplatz zur Laundry mit dem Auto gefahren. Sind schon wie die Amerikaner, kein Schritt zu viel, aber es ist einfach soooo heiß. Heute 42 Grad!!! Das Wasser ist angenehm, der Strand nicht besonders gepflegt. Eine Abkühlung ist es doch und wir liegen ein bisschen im Sand herum.

 

Jetzt juckt es uns schon wieder, etwas zu unternehmen und wir steuern den 3 km entfernten Horseshoebend an. Eine Schleife des Colorado, ein absolutes Postkartenmotiv. Als wir ankommen, sehen wir, dass die Sonne ganz falsch für Fotos steht. Nur Gegenlicht und Schatten, also sparen wir uns den steilen sandigen 1,2 km langen Abstieg und kommen lieber morgen wieder.

Das ist übrigens ein Blick von oben in den Antelope Canyon, wo wir gestern durchgegangen sind.  …und vor Cowboys wird gewarnt…..

Bei der Highschool von Page haben wir gestern Massen von jungen Leuten  gesehen, die Musik machten, und das Schild 21.6., 19 Uhr. Keine Ahnung, was da angekündigt wurde, aber wir fahren hin. Hunderte Zuschauer tummeln sich auf der Tribüne.

Es folgt eine moderne Tanz und Musikdarbietung über die Hasen und die Jäger mit viel Blasmusik, viel Trommeln und Ballett. SUPER!!!! Die Gruppe dürfte ziemlich erfolgreich sein, nach diesem Auftritt geht es bis August durch 16 Staaten der USA!!!

 

Zurück am Platz geht bei dieser Hitze sogar unsere Microwelle ein. Sie ist einfach tot 🙁 Was werden wir nur ohne sie machen???
Also gibt es nur Melone mit Schinken. Ist bei diesen Temperaturen ohnehin besser.

Für das Schreiben des Tagesberichtes bekomme ich von Robert einen „Hängenden Gin Tonic“ serviert. Da schläft man ja auch gleich viel besser 🙂

 

Jetzt ist es Mitternacht und hat 37 Grad. Gut, dass wir morgen wieder nach Flagstaff fahren…..Stöhn….Schwitz……

 

 

 

Tag 69 – Antelope Canyon

Aufgeregt verlassen wir Flagstaff, um 12.30 sollen wir in Page bei der Agentur sein, die uns in den Canyon bringen wird. Die 2,5 stündige Fahrt ist sehr gemütlich. Solche kurzen Strecken machen wir schon so nebenbei. Die Szenerie auf der Strecke ist großartig, schon die wäre den Ausflug wert. Land Landschaft ändert sich von Bergen mit Wäldern in Wüste mit roten Felsen.

 

Jetzt im Navajoindianergebiet kriegen wir einen kurzen Herzstillstand. Unsere Uhr auf dem Handy zeigt auf einmal eine Stunde später, na das wird knapp…. leichte Panik!!!

Später erfahren wir, dass die Navajos ihre eigene Zeitzone haben, wir aber den Canyontermin eh nach Arizonazeit gebucht haben. Etwas kompliziert….

Also überpünktlich in der Agentur. Ich frage den Angestellten noch, ob es Wlan gibt, weil ich ein paar fototechnische Tips für den Canyon brauche. Der meint nur, der Guide kann mir da schon weiterhelfen. Na hoffen wir es!!!

Um es hier gleich vorwegzunehmen, unser Guide, ein Navajo, ist Fotograf, stellt allen die Kamera ein, zeigt uns genau die richtigen Standpunkte von wo es am besten ausschaut, und wirft sogar mit Sand herum, nur damit die Fotos perfekt werden.

Ich bin so was von begeistert, welches Glück wir da haben.

(Für Insider: er ist fast ein Dieter Horn!!!!) An dieser Stelle ein besonderer Gruß an meine Fotogruppe, die Heiligenschein-Genussformation und wie immer: Blende 8, wenn die Sonne lacht!!!!!

Mit Jeeps werden wir sehr staubig ein Stück durch die Wüste gebracht und betreten hier durch einen schmalen Spalt in einem Sandsteinmassiv den Upper Antelope Canyon.

 

Alle weiteren Beschreibungen wären unzulänglich, ich lasse jetzt einfach nur mehr die Bilder sprechen.

 

Etwa 2 Stunden später und schon wieder berauscht von so viel Schönheit, verlassen wir die Schlucht. Wie viele dieser Eindrücke verträgt ein Mensch eigentlich in so kurzer Zeit ?????

Von Page geht’s zur Marina am Lake Powell, wo wir einen Campingplatz gebucht haben. Obwohl ich mir vornehme, für heute die Kamera ruhen zu lassen, kommt uns das Kraftwerk und wieder einmal herrliche Landschaft dazwischen.

Und man mag es gar nicht glauben, es gibt noch immer technische Dinge, die Robert mir mitteilen kann…..

 

Falls jemand zu Hause noch etwas über Turbinen wissen möchte, wende er sich bitte an ihn, er erklärt es wirklich gerne…. oder auch an mich, jetzt kann ich auch schon weiterhelfen.

Der Platz in der Marina ist fantastisch. Von einer kleinen Anhöhe überblicken wir den See und können uns gar nicht sattsehen an den Ausblicken bei tiefstehender Sonne.

 

Zu Feier dieses grandiosen Tages grillen wir uns ein dickes Steak und gönnen uns dann auch noch eine zweite Flasche Weißwein.

 

 

 

 

Tag 68 – Flagstaff

Heute darf ich ganz lang schlafen, wir haben uns einen Ruhetag verordnet. Lange schlafen kann ich eh nicht, aber ich bleib lange im Bett. Mit Kaffee und PC ausgerüstet will ich mir endlich die Fotos vom Gand Canyon anschauen. Gestern hatte ich einfach keine Kraft mehr dafür. Schön, Schöner am Schönsten!!! Das wird wirklich nicht leicht, hier die Besten auszusuchen…. Ungern unterbreche ich fürs Frühstück.

Hier bei den Woody-Brüdern gibt es Internet nur beim Lokal am Eingang, also sitzen wir bis eins hier und bringen mal zumindest den Tagesbericht von vorgestern raus.

Danach fahren wir in die Stadt um uns Karten für das Rodeo am Wochenende zu besorgen. Ich hoffe also auf ein paar freie Tage in Flagstaff. Ich muss Robert immer etwas bremsen, sonst fährt mein Fernfahrer gleich wieder los.

 

Irgendwie ist es auch Zeit, sich mal Gedanken zum Besuch des Antelope Canyons zu machen. Das sind diese berühmten roten glatten Felsen, Sehnsuchtsmotiv aller Fotografen. Nach einigen Recherchen erkennen wir, dass es auch das Sehnsuchtsmotiv vieler Touristen sein muss. Wir sind hier im Visitorcenter und gehen sämtliche der 10 Agenturen durch, die uns genannt wurden. Wir wollen nächste Woche dort hin. NEGATIV!!!!! Alle Touren um die Mittagszeit – wo das Licht am Besten ist – sind ausgebucht. Am Nachmittag gibt es nur mehr Einzelplätze.   Panik!!!!! Robert ist sehr aufgeregt….. Da hilft nur eins, ich schnapp mir ein Telefon und ruf mal dort an. Der nette Herr dort sagt mir das Gleiche, nur morgen Mittag hat er einen Rücktritt!!! Wir handeln schnell und schlagen zu. Wieder nichts mit den Ruhetagen…. und dem Rodeo, aber auch ich bin glücklich. Überhaupt jetzt, wo wir wissen, wie schwer es ist, da reinzukommen. Es ist das Gebiet der Navajo Indianer die lassen nur eine bestimmte Anzahl zu und das lassen sie sich ordentlich zahlen.

Jetzt sind wir beide aufgeregt, weil es doch mein Wunsch war, dort zu fotografieren. Die Suche nach einem Platz für die Nacht am Lake Powell klappt auch erst auf den dritten Anlauf, doch jetzt haben wir alles beisammen. Ob wir zum Rodeo am Freitag nochmals die 250km fahren, werden wir danach entscheiden.

 

Der Ort Flagstaff, den wir eigentlich noch gar nicht richtig gesehen haben, ist eine Studentenstadt und alles verläuft sehr entspannt. Man genießt hier das Leben, genießt die vielen Lokale und durch die jungen Leute herrscht hier eine sehr aufgelockerte Stimmung. Außerdem dreht sich alles um die Route 66. Motorradfahrer – natürlich Harley Davidson Biker – , viele Lokale und Motels aus dieser Zeit – oder auch auf Retro getrimmt – bestimmen das Stadtbild.

Heute muss es mal wieder ein Hamburger sein, dann will ich mich der Schönheit widmen, zum Friseur und ins Nagelstudio gehen. Das kostet hier 10 Dollar, da darf dieser Luxus schon sein.

 

Es kommt wieder einmal alles anders. Wir bremsen uns beim Museums Club ein. Eine große Westernbar, die wir uns von innen anschauen wollten.

 

Hier ist eigentlich noch gar nichts los, bis auf ein paar illustre Cowboys und Indianer. Drei Stunden und einige Biere später haben wir einen Rodeo- Clown, einen Hund, den Robert adoptieren soll und einen alten Navajo Indianer kennengelernt. Doch das Beste ist ein 67jähriger Cowboy, der mir auf der noch leeren Tanzfläche Unterricht im „Two Step Dance“ gibt. Alle sind begeistert, Österreicher kennenzulernen und wir werden umringt von den herzlichen Einheimischen.

 

Unter großem Beifall der Besucher und der herzallerliebsten Barfrau Jane schlag ich mich im Two-Step gar nicht schlecht und alle bestehen darauf, dass ich es jetzt Robert beibringe. (Die Fotos sind nach Bier und drei Whiskeys eigentlich total unscharf aber wegen der Stimmung und der Erinnerung für uns, stell ich sie trotzdem rein….)

Erst bei Dunkelheit kehren wir wieder auf unseren Stellplatz zurück. Was ist so ein Abend gegen eine Frisur und lackierte Fingernägel.

 

 

Tag 67 – Grand Canyon

Bericht von Robert 🙂

Damit wir alle anderen Touristen ausbremsen, läutet heute bereits der Wecker um 05:00.

Martha schaut ganz ungläubig auf die Uhr ihres Handys. Doch mit einem Häferl Kaffee in der Hand lässt es sich dann doch etwas leichter aufstehen.

Im Morgengrauen fahren wir die rund 150 km von Flagstaff zum Südrand des Grand Canyon.

 

Wir müssen aufpassen weil um diese Zeit noch viele Tiere, vor allem Elk´s (amerikanisches Rotwild) auf den Straßen unterwegs ist. Immer wieder huschen sie vor unserem Wagen über die Straße.

 

Vor dem eigentlichen Parkeingang biegen wir um 07:00 zum kleinen Flughafen ab. Unser Traum wäre, heute noch einen Helikopterrundflug zu buchen.

Wir sind definitiv die ersten Kunden an diesem Tag, was auch wichtig ist, da heute in Amerika nämlich Fathersday ist und alle Väter durch die Gegend geschleppt werden, viele auch in einen Hubschrauber.

Unser Plan gelingt und wir haben ein Ticket für einen halbstündigen Helikopter Rundflug um 10:45 in Händen.

Jetzt aber ist die Aufregung groß, direkt vor einem der größten Naturwunder der Welt zu stehen. Das Besondere daran ist, dass dieser Teil von Arizona brettleben ist und man von keiner Stelle nur annähernd die eigentliche Attraktion erahnen kann.

 

Voll ergriffen stehen wir am Mathers Point an den Klippen und sehen dieses Naturwunder in voller Größe von der Morgensonne angestrahlt vor uns.

Mein Nachbar sagt beim Anblick nur „ Holy Smoke“ und ich weiß, was er meint.

Wir haben Glück, die Luft ist sehr klar, wir sehen auch den 30 km entfernten Nordrand des Canyons. Unsere Kameras glühen. Wir gehen die Kante entlang und werden nicht fertig, ehrfürchtig die Szenerie in uns aufzusaugen und in die 1500 m tiefe Schlucht bis zum Colorado River zu schauen.

Beschreiben kann man die Stimmung nicht wirklich. Auch wenn wir schon einmal hier waren, nach zwei Stunden sind wir wie auf Drogen.

Jetzt zurück zum Flugplatz. Es erfüllt sich ein großer Traum von uns beiden, der schon lange auf unserer Bucketlist steht. Ein Hubschrauberrundflug über den Gand Canyon!!!!

Wir bekommen noch eine Safety-Instruction und das Beste ist die Erklärung der Schwimmweste……. Also wenn wir wirklich hier unten im Colorado landeten, wäre die Schwimmweste wohl nicht mehr nötig!!! Aber egal, gleich geht’s los!!!!

In einer Bell 206 gemeinsam mit 4 Franzosen erheben wir uns über die Schlucht.

 

Notiz von Martha!!!! Hier ganz wichtig zu erwähnen: Robert überlässt mir seinen zugewiesenen Fensterplatz. So ein Schatz auch!!!

Es gib keine Worte, die die nächste halbe Stunde beschreiben, nur Bilder……

 

Im Rausch der Eindrücke und eines Gin Tonics fahren wir zurück zum Südrand, um hier mit den Shuttlebussen, einen Ausblick nach dem anzufahren, zu sitzen, zu staunen, freuen, dass wir so ein Glück in unserem Leben haben und solche Augenblicke erleben dürfen.

Am Nachmittag machen wir noch eine Wanderung den Rim entlang. Ich gehe fast ein, Martha natürlich nicht! Ich hab viel zu wenig gegessen und getrunken. Es ist auch knallheiß hier. Doch ich schaffe es mit gutem Zuspruch von Martha bis zum nächsten Wasserspender…..

Wir bleiben bis zum Sonnenuntergang beim Hopi Point. Es geht einfach gar nicht anders, wir können uns nicht trennen.

 

Die Fahrt zurück nach Flagstaff bei vollkommener Dunkelheit und eigentlich schlechter Straße wird dann noch sehr hart, um 10 Uhr landen wir glücklich, aber ziemlich gerädert am Woody Mountain RV Park.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tag 66 – Route 66

Am Willow Beach ist heute die Hölle los. Die Autos kommen mit dicken Booten, Kayaks, und vielen Kühlboxen an. Scheibtruhen stehen bereit, um das ganze Zeug auf die Hausboote zu bringen, die man sich anmieten kann. Hauptsächlich Hispanos mit gaaanz großen Familien. Wir wollen eigentlich nur ein Paddelboot, aber der Vermieter winkt schon von Weitem ab. In dieser unendlichen Hitze hätten wir wahrscheinlich ohnehin nach einer halben Stunde einen Hitzschlag.

 

So geht es erstmal weiter im gutgekühlten Camper Richtung Flagstaff. Von dort wollen wir zum Gand Canyon. Jetzt treffen wir auch auf die historische Route 66, um die sich so viele Anekdoten ranken. Die alte Route, die früher Chicago und Los Angeles verband gibt es ja nicht mehr, aber auf einigen Stücken führt auch jetzt die Straße und es wird natürlich immer angezeigt.

 

Kurz vor Flagstaff beginnen wir mit der Herbergssuche, doch alles andere als erfolgreich. Die Leute schütteln schon mit dem Kopf, wenn wir in die Nähe der Office kommen. Na das kann ja lustig werden. Richtiges Klinkenputzen. Kurz vor Flagstaff haben wir Glück.

 

Ein richtiger Retro-Campground. Sicher schon aus den 60-er Jahren. Er hat noch was frei, weil vor einer halben Stunde ein Paar abreisen musste. Das Brüderpaar, das ihn verwaltet, war sicher auch in den 60-er Jahren in seiner Blüte. Aber was solls… Wir haben einen Platz 🙂 Nachdem es uns in diesem Pinienwald um 37 Dollar die Nacht so gut gefällt, buchen wir gleich drei Nächte. Vor allem aber ist es hier auf 2200 Meter angenehm kühl. Am Tag natürlich heiß aber die Nacht wird sicher ein Traum!!!! …

Während hier unsere Wäsche wäscht und anschließend auch noch Wauzi eine Vergnügungsfahrt im Wäschetrockner macht, versuchen wir uns im Volkssport „Horseshoes“. Mit großen Hufeisen wird versucht, eine Stange zu treffen…. Robert ist gut. Ich bin weniger talentiert.

 

Spagetti Carbonara runden den Tag ab. Wir machen auch früh Schluß, morgen wollen wir zeitig die etwa 150 Kilometer zum Grand Canyon fahren.

 

 

Tag 65 – Lake Mead – Hoover Staudamm

Es wird noch heißer – ufff…. obwohl wir uns hier sehr wohl fühlen und auch noch einiges zu tun wäre (Wäsche, Friseur, etc….), beschließen wir doch, heute abzureisen.

Ich muss noch etwa zwei Stunden Tagesbericht machen – wir sind schon ziemlich in Verzug. Robert macht inzwischen Frühstück und checkt die Route für heute.

Jetzt um halb neun sitz ich schon schwitzend beim Essen.

Erst um 11 Uhr verlassen wir „KOA Sams Town“ und erreichen nach ca. einer Stunde den Hooverdam. Am Lake Mead, gespeist vom Colorado River, wird hier seit 1935 der Strom für Las Vegas erzeugt. Ein Riesenbauwert!!! Wir überfahren die Staumauer, gehen dann alles zu Fuß zurück und kommen uns ganz klein vor. Robert als Kenner, ist natürlich angetan von der Technik. Eh klar…. und er versäumt auch keinen Augenblick, mir alles ganz genau zu erklären.

 

Zu Mittag glühen schon die Autogriffe außen, ich glaube, es ist hier noch heißer als in Las Vegas. Jetzt, wieder im Bundesstaat Arizona sehen wir nur mehr Mondlandschaft, Steinwüste und Autobahn.

 

Ein Schild kündigt uns einen Nationalpark Lake Mead an mit dem Zusatz „to  he beach“. Sofort bremst sich Robert ein, da müssen wir hin!!!!!

 

Wir landen auf einem netten Fleck am Colorado River, der hier ganz gemächlich dahinfließt. Sogar einen Campingplatz gibt es da. Wir sind zwar noch nicht weit gekommen, doch die Aussicht auf ein kühles Bad lässt uns hier den Platz buchen.

Als ich zahlen will, stell ich fest, dass ich keine VISA Karte mehr habe. So ein Mist, hab ich sicher beim letzten Zahlen stecken gelassen. Da piepst nie der Apparat, wenn man sie vergisst. Robert ist sehr aufgeregt, obwohl es meine Karte ist, und wir eh noch drei andere haben…. Er wird erst wieder ruhiger, als ich sie gesperrt habe. Immer diese Aufregungen für meinen armen Robert 🙁

Jetzt aber wirklich ins Wasser!!

Dass das kühle Nass jedoch nur 18 Grad hat, kommt ziemlich überraschend und ist für uns auch unverständlich.  Trotzdem überwinde ich mich und werfe mich in den Fluss. VOR ROBERT!!!!, der noch zögert. Er meint, einer muss ja die Fotos von dieser Heldentat machen, doch es dauert nicht lange, dann ist auch er drin. Es ist jedoch soooo klirrend kalt, ein längeres Verweilen ist nicht möglich, auch wenn es an Land noch so heiß ist.

 

Wir kämpfen uns durch den Nachmittag, doch auch der Wind bringt keine Linderung. Im Gegenteil,  jeder Windstoß ist wie gekonnter Aufgusswachler in der Sauna, und das ist nicht übertrieben.

Selbst jetzt um 9 Uhr Abends bei Dunkelheit ist der PC auf meinen Oberschenkeln so glühend heiß von den Innentemperaturen des Wagens, dass ich mir ein Handtuch unterlegen muss. So etwas haben wir noch nie erlebt.

Aber schön ist es doch hier!!!! Bei der Fahrt die paar Meter vom Fluss zu unserem Platz sprangen drei Dickhornschafe über die Straße. Die hab ich in Natura auch noch nie erlebt.

 

Jetzt sitzen wir in der Badehose unter dem Sternenhimmel, es hat nur mehr 35 Grad. Wir haben gar keinen Hunger, dafür wird schon die zweite Flasche Weißwein geleert, jedoch mit 4 Liter Soda.

 

Tag 64 – Servicetag für unseren Camper Archi

Heute ist der große Tag für unseren ARCHI wie wir unseren Camper getauft haben.

ARCHI deshalb weil der Arch Nationalpark in Utah als Folie den Wagen schmückt.

Sind wir doch schon etwa 13.000 km gefahren, das ist das Service Pflicht. Ist aber eh gut. Wir wollen auch einige Dinge reparieren lassen, die schon marode sind….

Pünktlich um 10.00 rollen wir bei Cruise America Las Vegas hinein.

Zuerst weiß der Mechaniker gar nicht was er denn warten soll, wo doch der Ölwechsel in San Francisco erledigt wurde.

Da hat er aber nicht mit Martha gerechnet.

Martha zeigt ihm eine ganze Liste von Mängel unter anderem unseren Microwave der sich nicht mehr dreht.

 

Die Sache dauert dann nur etwa 2 Stunden, aber wir haben eine neue Mikrowelle, einige Dinge sind wieder festgeschraubt oder ersetzt, Bremsen und Reifen überprüft und unser Baby wird auch noch gewaschen.

In der Campingworld erstehen wir endlich die Ausgleichsrampen für das Stehen auf unebenen Plätzen und noch einige Kleinigkeiten, da könnte ich ja alles kaufen. Ist wie ein Bauhaus für Camper.

 

Auch ein Großeinkauf steht heute an, auch die Weinvorräte gehören aufgefüllt. Nach einer Sauren Wurscht am Campingplatz fahren wir zum Circus Circus, einem ziemlich alten Hotel, wo im Halbstundentakt in der Hotelhalle Auftritte von Künstlern geboten werden. Zauberer, Akrobaten, etc.

 

Nach einiger Zeit ist uns kalt und wir schnappen unser Auto und fahren weiter. Hier gibt’s eine „Built a Bear“ Filiale, wo Wauzi ein neues Leiberl und einen Badeanzug bekommt.

 

 

Bei den Nespressokapseln sind wir nicht so erfolgreich, wir hoffen, dass unsere Vorräte noch bis Seattle anhalten.

Als Entschädigung entdecken wir einen italienischen Eissalon mit dem besten Eis seit langem.

Nachdem wir schon in der Nähe sind, fahren wir noch schnell durch den Red Rock Canyon. Ein 20 kilometer langer Scenic View Loop führt hier durch. Leider ist die Sonne für optimale Fotos schon zu tief, aber die langsame stimmungsvolle Fahrt durch das Tal ist auch so schön, vor allem ist es hier oben etwas kühler, nur etwa 35 Grad….

 

Heute sitzen wir noch bis Mitternacht vor unserem „Haus“. Es gibt so viel zu erzählen und das Erlebte muss ja auch aufgearbeitet werden.

 

 

 

 

 

 

 

Tag 63 – Las Vegas, noch so ein verrückter Tag

Und wieder schmeißen wir uns ins Getümmel von Las Vegas. Gleich am Vormittag nehmen wir den High Roller, angeblich das größte Riesenrad der Welt.

In raumschiffartigen Kapseln werden wir ganz langsam über die Stadt gehoben. Ist beeindruckend, vor allem, da man sieht, dass diese Stadt mitten in einer großen Wüste steht, hier brodelt das Leben und schon einige Straßenzüge weiter nur mehr Staub und Hitze. Heute hat es 40, übermorgen kriegt es 45 Grad…..  stöhn, schwitz, keuch…..

 

Wieder unten, lassen wir uns den Strip entlang treiben, immer wenn uns zu heiß wird, gehen wir in irgendein spektakuläres Hotel und lassen uns abkühlen.

 

Egal zu welcher Tageszeit, in den Kasinos wird immer gespielt. Auch da ein bisschen zuzuschauen, ist ganz interessant. Wahnsinn, welche Summen hier über die Tische gehen….. bei manchen Tischen Mindesteinsatz 100 Dollar. Und das sind noch nicht die Bereiche mit den „High Limits“.

 

Nochmals müssen wir durch das Ceasars Palace durch, für uns, das spektakulärste Hotel hier am Strip, aber wir sehen natürlich lang nicht alles.

 

Zu Mittag lockt uns heute eine nette Pizzeria. Sehr gut und überreichlich, vielleicht hätten wir doch nicht die Familienpizza bestellen sollen…… Den ganzen restlichen Tag sollte uns das Monsterrad noch schwer im Magen liegen.

 

Das faszinierendste des Tages folgt aber jetzt. Als wir die großen Ankündigungen „Titanic“ sehen, glauben wir, es kommt so ein Disneyland über das Schiff, doch weit gefehlt.

Im Hotel Luxor in der Pyramide gibt es eine Ausstellung über die Katastrophe von 1912 und die Originalteile, die ab 1998 gehoben wurden, sind hier zu sehen. Ein etwa 15×5 großer Teil des Rumpfes, Geschirr, und vor allem sehr viele persönliche Dinge von Passagieren. Bei vielen steht sogar dabei, wem sie gehörten und was aus ihnen geworden ist. Teile des Schiffs sind in Originalgröße nachgebaut, und so wandeln wir bei Sternenhimmel über das Deck…. gehen in Kabinen und die berühmte Treppe hinauf. Fotografieren darf man leider nirgends.

Dazu viele Originalfilme vom Bau des Schiffes, vom Auslaufen und dem Leben an Bord an den ersten vier Tagen. In der Nacht zum fünften Tag kam es dann zu den bekannten tragischen Ereignissen.

Schön langsam wird es dämmrig, also schlendern wir zum Hotel Mirage, wo pünktlich um 8 Uhr mit großem Donnergrollen und viel Feuer ein Vulkan ausbricht.

Über den hellerleuchteten Strip zurück zum Shuttletreffpunkt.

Um 10 Uhr wieder ziemlich erschöpft in unserem Auto.

Allerdings ist es noch sooo heiß, dass wir uns mit einem Gspritzten ins Freie setzen, bis die Klimaanlage das Wageninnere wenigstens um ein paar Grade gekühlt hat.

Tag 62 – Las Vegas

Heute also steht Las Vegas am Programm. Auf den Tag genau vor 31 Jahren waren wir auch hier. Damals mit 26, wohnten wir im Flamingo Hilton. Jetzt mit 57 sitzen wir am Campingtischerl vor unserem Motorhome beim Frühstück :-).  Auch wenn es niemand glaubt, wir sind hier nicht weniger glücklich!!!!!

Mit dem Shuttle gehts um 10 Uhr auf den Strip, so nennt sich hier die Straße, wo die größten und bekanntesten Hotelcasinos wie eine Perlenkette aufgefädelt sind. Das Flamingo Hilton gibt es noch immer und wir schwelgen in Erinnerungen.

 

Lustig finde ich hier einen „Notfallautomaten“ mit flachen bequemen Schuhen….. Das goldene Ensemble wollte mir Robert eigentlich zum Geburtstag kaufen… ich hab mich aber dann doch für ein gutes Essen entschieden:-)

Gegenüber steht das Cecars Palace, leicht verändert zu damals, das ist ein supernobler, toller Hotelkomplex. Auch wenn es erst Vormittag ist, landen wir gleich in der Bar und stoßen mit einem herrlichen Prosecco aus dem Veneto auf meinen Geburtstag an.

Was bei uns der Kohlmarkt ist, ist hier die römische Marktstraße, die hier nachgebaut wurde. Mit Marktständen von Luis Vitton, Gucci, Prada, Hermes, Cartier und mehr….. Was es halt im alten Rom so gab. Wir staunen uns durch die Straßen und fahren auf geschwungenen Rolltreppen durch das römische Las Vegas.

 

Weiter geht die Reise von Rom nach Venedig ins Venezia. Auf Rolltreppen durchfahren wir den Campanile, bezwingen die Rialtobrücke und rollen bis zum Dogenpalast. Auf den künstlichen Kanälen verkehren echte italinische Gondeln und mexikanische Gondoliere versuchen sich im „O sole mio“. Es ist aberwitzig, und singen können sie auch nicht.

 

Noch aberwitziger aber ist, dass wir hier im Restaurant  Zeffirino , ein Außenposten des berühmten Lokals in Genua, mit Blick auf den Canale Grande, ein herrliches Geburtstagsessen geniessen. Wirklich belissimo!!!! In Italien könnten wir uns das wahrscheinlich nicht leisten.

 

In dieser Art geht es weiter. Der nächste Höhepunkt sind die Wasserfontänen, die im See vor dem Hotel Bellagio halbstündlich zu klassischer Musik, oder aber auch zu Franc Sinatra in die Höhe schiessen. Gänsehauteffekt!!!!! Wir schauen es uns viermal an. Dazwischen Bier, Eiskaffee und sonstige Genüsse.

 

Besser kann man einen Geburtstag wirklich nicht verbringen.

Robert ist total erschöpft, er schläft schon im Bus am Weg zurück nach Sams Town ein. Es fand den Tag weitaus anstrengender, als 800 Kilometer mit dem Auto zu fahren. Vielleicht kann er nach unserer Rückkehr als Fernfahrer sein Geld verdienen….

 

Tag 61 – Wir verlassen die Sierra Nevada

Mit der Sierra Nevada verlassen wir natürlich auch unseren schönen Platz am Fluss. Erwähnenswert ist auch noch unser riesengroßer Nachbar. Sein Wohnmobil ist 15 Meter lang – wie ein großer Reisebus – und hat sogar einen Stock. Ein Wahnsinnsding. Da ist unser Wagen ein Zwergerl dagegen. Wir wollen uns gar nicht vorstellen, wie man mit dem fährt, aber beeindruckend ist es trotzdem. (Ewald, das wäre genau das Richtige für Euch Fröhlichen 🙂 )

 

Also wieder vorbei an unserem Stausee mit den vielen Hausbooten und dem vielen Wasser…….. Nach zwei Stunden kommen wir dann ins fruchtbare Land Kaliforniens.

 

Jetzt ca. 200 Kilometer Kilometer durch Orangenplantagen. Man kann es kaum glauben. Aber wenn man bedenkt, welche Mengen Orangejus auf diesem Planeten getrunken werden, die müssen ja auch irgendwo herkommen.

 

Ansonsten ist zur Fahrt nicht viel zu sagen. Viel Wüste, viel Straße, viel Wind. Wir erreichen kurz vor Las Vegas unseren nächsten Bundesstaat, Nevada.

 

Schnell wird uns klar, warum Nevada der erste Bundesstaat war, der das Glücksspiel und die Prositution freigab. Sonst hätten die hier gar nichts gehabt. So aber gibt es schon einen Meter nach der Grenze das erste Casino und einen Vergnügungspark.

 

Eine Stunde nach der Grenze  kommen wir nach insgesamt 600 Kilometern in Las Vegas an. In Sams Town hat der Hotel und Casinokomplex auch auch einen angeschlossenen KOA RV Park.

 

Um 25 Dollar – also fast nichts für einen Platz in der Stadt – finden wir hier ein schönes Platzerl unter Palmen. Hier in Las Vegas ist alles günstig, das Geld wird mit dem Glückspiel gemacht. Und das reichlich!!!!

Tag 60 – Sequoia Nationalpark

Wir sind verunsichert. Der geplante Weg in den Sequoia Nationalpark ist laut Empfehlung für Camper über 22 Fuß Länge nicht geeignet. Es ist ja so kurvig und gefährlich!!!   Was tun? Wir haben 25 Fuß. Die andere Route bedeutet einen Umweg von ca. 3 Stunden…… Jeder, den wir fragen, redet sich auf die anderen aus und letztendlich starten wir durch!!! Wir sind schließlich aus Österreich und Kurven gewohnt. Beim Rangerstützpunkt macht man uns auch auf die Gefahr aufmerksam, aber keiner kann sagen, woraus sie wirklich besteht.

 

Dann wissen wir, was gemeint ist. Es sind Haarnadelkurven, nicht schlimmer wie in den Alpen, und sollte man schon einmal vom Kahlenberg nach Klosterneuburg gefahren sein, hat man eine Vorstellung von der Gefahr…. Viel schlimmer ist jetzt nach einstündiger Fahrt der Nebel, der sich erbarmungslos auf uns senkt. Je höher wir kommen, desto dichter wird er und wir orientieren uns nur mehr an den Punkten des Mittelstreifens. Für die Amerikaner sicher ein Höllenritt. Robert ist allerdings auch angespannt und wir sind erleichtert, als wir beim Ziel in 2100 Meter Höhe ankommen bevor uns jemand gestoppt hat. Warum sind wir eigentlich da???

 

Hier stehen die ältesten und größten Bäume der Welt. Vor allem auch die dicksten. Und wir wollen unbedingt den größten der größten sehen. Den General Sherman Tree. Er hat einen Umfang von 31!!!! Metern und ist 3.200 Jahre alt. Wahnsinn, oder???

 

Hier ist es bitterkalt. Heute Morgen -1 Grad , wir sind aber auch gut ausgerüstet, im Gegensatz zu den Amerikanern, die teilweise in kurzen Ärmeln schlottern….

Hier hilft nur mehr eine heiße Suppe.

 

Wir nehmen nicht mehr die steile Straße, sondern die Route über den Kings Canyon Nationalpark. Wir sehen allerdings genau nix, aber so wirklich nix!!!!! Nebel, Nebel und nochmals Nebel!!!!! Erst als wir ziemlich in der Ebene sind, haben wir plötzlich wieder Sonnenschein. Die Route 245 zu unserem Campingplatz ist allerdings auch noch fordernd. Heute war unser Auto wirklich brav und vor allem auch der Fahrer. Ein dreifaches Hoch auf meinen Robert !!!!

 

Heute ist das Festessen mehr als angebracht. T-Bone Steak vom Lamm mit Gemüsepfanne und Pinot Grigio vom Beringer, zur Zeit unser neuer Lieblingswein.

 

 

 

Tag 59 – Abschied von Yosemite

Heute verlassen wir Yosemite, allerdings führt unsere Strecke nochmals durch den Park durch. Wir stoppen noch beim El Capitan – durch Zufall kriegen wir mit unserem großen Auto auch hier noch einen Parkplatz – und schauen, wie es unseren Kletterern geht. Das Duo von gestern ist schon ziemlich weit oben. Aber auch ein anderer Kletterer ist unterwegs. Hier können wir sogar das Bett sehen, das er in die Wand gehängt hat.

Während ich ihn durch das Fernglas beobachte, sehe ich ihn stürzen. Auch wenn er ja ins Seil fällt , etwa 10 Meter, hab ich einen Riesenschreck. Zum Glück ist er bald wieder bei seiner Ausgangsposition.

 

Wir verlassen den Park Richtung Süden auf dem Highway 41. Etwa 50 Kilometer geht es noch auf gewundener Straße von 2000 Metern hinunter in die Ebene.

 

Eine sehr schöne Fahrt, doch 1 Stunde vor unserem Ziel ist die Straße gesperrt. Heute sind es keine ausgerissenen Pferde, sondern ein Flächenbrand. Wir sehen ohnehin die rotgrauen Wolken am Himmel. Das trockene Gras muss ja wie Zunder brennen. Löschflugzeuge kommen im zehn Minuten Takt um aus der Luft zu helfen. Ob es ihnen bald gelingt, bekommen wir nicht mehr mit.

 

Gott sei Dank gibt es eine großzügige Umleitung durch Farmland. Um 19 Uhr haben wir die 300 Meilen dann geschafft und erreichen unseren vorbestellten Campground am Lake Kaweah. Wir haben einen Platz direkt am reißenden Fluss, der in den Stausee mündet.

Robert holt sofort sein Angelzeug raus und versucht sein Glück. Nach einer Stunde kommt er jedoch ohne Forelle zurück. Fürs gegrillte Lamm, das vorgesehen war, ist es uns nun doch zu spät und es gibt überbackene Speckfisolen. Auch wunderbar.

Tag 58 – El Capitan

 

Es regnet, und das schon seit gestern Abend. So ein Mist !!! Ich will gleich gar nicht ins Tal hinunter. Ok, Robert überzeugt mich, doch aufzubrechen, aber wir nehmen erst den 10 Uhr Bus ins Yosemite Valley.

Noch eine lustige Szene: Wir nehmen den großen Müllsack, und zwei leere 3 Liter Kanister zur Busstation mit, weil wir im großen Container hinter dem Haupthaus noch unseren Mist entsorgen wollen. Auf einmal kommt der Bus schon. Was nun tun? Wir steigen also mit dem ganzen Müll in den vollbesetzten Bus. Oben aus dem Sack stehen zwei Weinflaschen und ein altes Baguette heraus und unten tropft der Sack schon, und so schieb ich mich den Gang entlang durch den vollbesetzten Bus in die letzte Reihe. Bleibe immer wieder hängen. Was für eine jämmerliche Nummer. Uff, die Leute schauen verdattert. Wie peinlich….. Als wir dann endlich alles verstaut haben, steigt der Fahrer aus, um eine zu rauchen. Das ist unsere Chance. Ich schicke Robert nochmals raus durch die engen Reihen und er sprintet wir ein Nurmi mit all dem Müll zum Container und in letzter Minute wieder in den Bus, der sofort startet. Wir machen uns hinten ganz klein und können uns vor Lachen gar nicht mehr halten……..

 

Siehe da, während der einstündigen Fahrt kommt die Sonne und das Wetter wird besser und besser. Es sollte ein herrlicher, strahlender Tag werden. Die Landschaft liegt klar und gewaschen vor uns.

Steil hinauf wollen wir heute nicht, Robert sucht uns etwas gemütlicheres, aber trotzdem schönes aus. Am Valley Loup entlang geht es Richtung dem markanten Hausberg beim Taleingang. Dem El Capitan. Wie schon gestern beschrieben, ist hier das Eldorado der Kletterer. Parkranger haben eigene Stationen mit extrem starken Fernrohren eingerichtet, durch die wir die Kletterer, die teilweise schon 4 Tage in der Wand sind, bestaunen können. Ein Kletterduo beobachten wir schon den ganzen Tag, auch von anderen Perspektiven. Morgen sollten sie den Durchstieg geschafft haben.

Der Punkt am unteren Spitz des V ist ein Kletterer, rechts neben dem Überhang ist der Zweite…

Stolz erzählt uns der Ranger, dass letzte Woche ein Kalifornier als erster Mensch den El Capitan ohne Seilsicherung schaffte. Im Tal hören wir auch später alle davon sprechen.

Wir wandern aber weiter. Unser Ziel ist jetzt der Bridalveil-Wasserfall. Auch dort donnern die Wassermassen zum Talgrund und wir werden vom Nebel wiedereinmal bewässert.

 

Es fehlt noch der Besuch des ach so noblen Majestic Hotels. Ein Luxushotel, das hier bereits 1927 für die Hautevolee errichtet wurde. Jetzt noch immer sehr sehr nobel, daher genügt uns ein kurzer Rundgang. Mit den nassen Wanderstiefeln wollen wir uns doch nicht auf die Terrasse setzen.

Der Tag vergeht schnell, zu schnell, doch wir reißen uns los, allerdings nicht ohne nochmals zum Fuß des Yosemite Falls zu wandern.

 

Am Campingplatz angekommen, wird sofort Wasser für unsere Safran Linguini mit Shrimps aufgestellt. Na gut, vorher wird noch geduscht, aber dann gleich!!!

 

Tag 57 – Yosemite Falls

Heute läutet der Wecker um 07:00 grrrrrrr…….

Das mag ich ja gar nicht, genieße ich es doch, jeden Tag langsam angehen zu lassen.

Der Shuttle Bus geht um 08:50. Dazwischen liegt Frühstücken und die Wandersachen suchen. Tief in unserem Keller finden wir die Wanderschuhe und darin die ganze Unterwäsche, die wir bis jetzt vermissten… Da hätten wir nicht so oft waschen müssen, hätte ich sie eher gefunden. Ich hab ja gewusst, irgendwo muss sie sein, ich habe nur platzsparend gepackt.

Der Bus startet pünktlich und braucht eine Stunde bis ins Herz des Tales. Zuerst geht es eben dahin, wir sehen gar keine Berge, dann geht es 1000 Meter hinunter ins Tal. Es ist soo beeindruckend. Nicht zu beschreiben. Noch dazu haben wir hier eine offene Rechnung. Bei unserem Besuch 1986 fanden wir im Tal absolut keinen Parkplatz und kein Quartier und konnten nur durchfahren, jetzt holen wir alles nach.

Schon bei der Anfahrt sehen wir El Capitan, einen 1.000 Meter hohen Granitgiganten mit ganz glatten Wänden, eine Herausforderung eines jeden Extremkletters. Rechts davon der Halfdom, ein 1500 Meter halbkugelförmiger Felsen, der auch nicht leicht zu bezwingen ist. Man braucht eine Genehmigung um ihn besteigen zu können und natürlich dazu die passenden Wadln. – Hier ein besonderer Gruß an meine Freundin Susi, die das in einem Tag geschafft hat!!!!

Wir gehen es ruhiger an, doch unsere Wanderung kann sich auch sehen lassen. 800 Höhenmeter zum Upper Yosemite Fall. Der gesamte Wasserfall stürzt in zwei Kaskaden 700 Meter in die Tiefe. Steile Serpentinen und Schotterstufen erwarten uns… uffff… und das nach 2 Monaten Autofahren. Aber ich schaffe es. Hier ein besonderer Gruß an meine Mädels der „Weinwanderweiber“. Ich habe Euch keine Schande bereitet!!!! Am Ziel empfängt uns ein Donnergrollen der Wassermassen, klingt wie Düsenflugzeuge.

 

Die Nebelgischt der Wassermassen beschert uns Dauerregen.

Durch den schneereichen Winter gibt es so viel Wasser wie selten. Im Tal sind die Flüsse reißend und treten aus den Ufern.

Zurück am Talgrund wandern wir zu den Lower Falls und sehen nun die beiden Fälle in ihrer ganzen Pracht. Jetzt gesellt sich endlich auch die Sonne dazu.

Um 5 Uhr kehren wir müde zurück zu unserem Zuhause am Yosemite Lake Campground und gönnen uns nach diesem großartigen Tag ein großartiges Steak. Das Foto fällt diesmal aus, wir waren einfach zu hungrig.

 

 

 

Tag 56 – Anreise Yosemite National Park

Am Platz vor unserem Camper wohnt eine große Entenfamilie, die quaken hier um die Wette. Robert hatte gestern Abend  schon Angst um seinen Schönheitsschlaf, aber um 10 Uhr hörten die Tierchen auf und wir schliefen tief und fest….. Ganz herzig sind die Babys…..

 

Es ist sooo herrlich hier, wir wollen einfach nicht weg. Frühstück im Freien, dann plaudere ich lange mit Edi, meinem Bruder und dann noch mit Gerda und Wolfgang, unseren besten Freunden. Es gibt ja soooo viel zu erzählen. Zwei Monate sind schon lang, wir können gar nicht mehr aufhören.

In den Yosemite Park sind es nur drei Stunden, da reicht es auch, wenn wir am Nachmittag wegfahren, falls nicht wieder Pferde ausreissen und uns zu einem längeren Stop zwingen….

Bei Safeway kaufen wir für die nächsten drei Tage ein, nehmen wir uns doch ein paar Wandertouren vor. Schauen wir mal, wie es dann wirklich wird. Über alte Minenstädte und gewundene Straßen kommen wir zum Yosemite Lake, 8 Kilometer vom Parkeingang entfernt, wo unser vorbestellter Campingplatz liegt. Im Park hatten wir selbst vor 3 Wochen keine Chance mehr auf ein Platzerl. Das macht aber gar nichts, es gibt hier einen Shuttlebus ins Tal hinein.

 

Wir finden einen sehr schönen Stellplatz, 70 Dollar/Nacht, markieren ihn und fahren dann doch noch zur Rangerstation beim Parkeingang, um für morgen schon einen konkreten Plan zu haben. Robert will zuerst noch zum ersten Aussichtspunkt, er ist schon sehr aufgeregt, doch das sind nochmal 20 Kilometer und ich habe Hunger!!!

Das ist ein Argument. Wir fahren zurück und machen uns Backhendl mit Reis und (ECHTEN) grünen Salat, wie zu Hause. Das kostete uns zwar heute 5 Dollar pro Happel, aber es war es uns wert. Manche Dinge vermissen wir dann doch und leisten uns den gewohnten Geschmack. Das Backhendl haben wir fertig gekauft, ist aber sehr gut.

 

Nach zwei Whiskeys haben wir dann auch nach vielem Lesen der Reiseführer die nötige Bettschwere. Morgen wollen wir ja wandern, da sollten wir gut ausgeruht sein.

 

Tag 55 – Lake Tahoe und Weiterreise in den Süden

Die Nacht auf 2000 Metern war etwas frisch, aber heute Morgen empfängt uns dafür die Sonne mit ihrer vollen Kraft. Sofort stellen wir uns zwei Tischerl vor den Camper und frühstücken im Freien. Ein bisschen Bange haben wir schon wegen des Geruchs von gebratenem Speck. Wir haben noch die Bilder vor Augen, die im Haus hängen, als ein Bär bei der Terrassentür rein wollte, weil drin gekocht wurde. Doch niemand kommt, dabei hätte die Kamera schon im Anschlag gehabt 🙁

 

Jetzt runter zum See. Wir hängen lange am Ufer herum. Trinken noch einen Kaffee, ich strecke die Zehen rein, brrrrrr………. so kalt, Trotzdem sind da und dort Kinder im Wasser, ist verrückt, ist obwohl so groß einfach doch ein Bergsee. Dann gehen wir mal Essen fassen. Bei Safeway ist es allerdings so kalt, dass wir nach kürzester Zeit flüchten. Die spinnen ja mit ihren Klimaanlagen.

 

Zu Mittag brechen wir auf in den Süden. Wir müssen wieder über den Pass zurück, den wir gekommen sind. Der Tiogapass, der weiter im Süden im Yosemite Park landet, ist wegen Schnee noch immer gesperrt. Ein Spaziergänger hat uns heute beim Frühstück erzählt, dass es seit Aufzeichnungen hier noch nie so einen schneereichen Winter gab. Wir glauben es. Haben wir doch gestern schon die Schneemassen gesehen, die hier teilweise noch im Juni liegen.

 

Gleich nach dem Lake Tahoe ein Riesenstau. Wir wissen gar nicht, was los ist, eine Stunde stehen wir, dann erfahren wir, dass die Pferde, die die  Westernwagen für Touristen ziehen, ausgebrochen sind und auf der Straße herumlaufen….. Na Gott sei Dank sind sie dann in einer Stunde wieder alle gefangen und wir können weiter. Der Highway 49 – eine legendäre Straße aus der Goldgräberzeit – bringt uns nun in den Süden.

Da wir erst morgen den Platz am Campground im Yosemite gebucht haben, stoppen wir auf dem sehr schönen 49er RV-Park und haben so richtig Zeit drei!!! Tagesberichte zu schreiben und auch mal die mails zu checken. Es ist hier auch wärmer, wir sind wieder runter auf 600 Metern.

 

 

 

Tag 54 – Lake Tahoe

Montag Morgen, kein Job zu dem wir müssen, wir müssen gar nichts, aber wir wollen weiter ……

 

 

Zuerst zu Raleys. Ein Delikatessensupermarkt. Jennifer hat ihn uns empfohlen. Hmmmmm…… Körndlbrot, Wein, Roastbeef und vieles mehr welchselt den Besitzer. Wir füllen unseren Einkaufswagen. Vom dunklen Brot kaufen wir die letzten drei!!!! Herrlich, das Beste bis jetzt. Gleich am Parkplatz müssen wir frühstücken.

Heute ist vor allem Shoppingtag. In einem Outlet machen wir dann Beute. Hemden, T-Shirts, Weste, Sweater, etc….. aber nach einiger Zeit wird das auch langweilig, wir wollen wir wieder in die Natur.

Zum Lake Tahoe dauert es nur 2 Stunden. Was wir nicht wussten, dass wir über einen 2.300 Meter hohen Pass fahren. Immer wieder bleiben wir stehen. Bei einem reißenden Gebirgsbach machen wir Mittagspause. Hier liegt Schnee und es ist auch frischer. Hier in der Nähe ist Squaw Valley, wo die Schisaison noch in Juni hineindauert.

 

In der Emerald Bay mit der kleinen Insel in der hufeisenförmigen Bucht machen wir Halt und halten alles auf Bildern und Video fest.

 

Andy erzählte gestern, dass er hier immer wieder Besuch Bären bekommt. Wir sprechen gerade darüber, als auch schon einer im Wald neben uns her trottet – Wahnsinn!!!! Leider können wir nicht stehenbleiben, wir wollen keinen Unfall zu verursachen.

 

Wir finden tatsächlich die Cabana, schauen uns ein bissl um. Dass wir richtig sind, merken wir an den vielen Schifotos. Außerdem bestaunen wir auch das Foto, das Andy machte, als ein Bär seinen Porsche bewunderte……..

 

Wir schlafen trotzdem in unserem Auto, verriegeln aber alles und lassen auch beim Haus die Jalousien wieder runter. Wenn die Bären den Kühlschrank sehen, schlagen sie die Scheiben ein und plündern ihn. Hier schon oft passiert…..

Wir hoffen, dass wir heute Nacht keinen ungebetenen Besuch bekommen.

 

 

 

 

 

Tag 53 – Bei Jennifer in Granite Bay

Jennifer verwöhnt uns mit einem ausgiebigen Frühstück, dann besuchen wir ihre Eltern. Robert kennt die beiden auch vom Schifahren. Andy ist schon 82, aber ein herrlicher Typ. Die wohnen in einer noch nobleren Gegend als Jennifer, wir sind komplett geplättet. Ein Estate, in das man nur mit Code reinkommt. Darin Villen über Villen, Seen und sogar Weingärten.

 

Wir liefern Scouti (den Hund) ab, weil wir einen Ausflug in das Gold Country machen. Kaum zu glauben, dass hier alles angefangen hat. Als 1848 in den Ausläufern der Sierra Gold entdeckt wurde, löste das die größte Immigration der Geschichte aus. In Conoma sehen wir noch alte Häuser aus der Goldgräberzeit und den Nachbau der alten Sägemühle, wo Arbeiter das erste Gold entdeckten.

Es war genauer gesagt John Marshall der das gelbe Edelmetall im Fluss glitzern sah.

Auf dem Highway 49 schlängeln wir uns durch die alten Gräberstädtchen durch am Weg zum Weingut David Girard. Hier eine sehr intensive Weinverkostung durch 6 verschiedene Weine des Guts. Das Problem war, sie schmeckten mir alle, und es wurde auch großzügig nachgeschenkt. ……. Ein sehr netter Nachmittag und auch der Sommelier witzig und total sympathisch. Na dann Prost!!!

 

Wieder zurück zu Jennifers Eltern. Andy und Kathy sind das reizendste Paar, das man sich vorstellen kann. Hier sind wir heute zum Barbecue eingeladen. Es kommt auch noch Brandon mit einem Freund. Vorher muss aber unbedingt noch das Playoff Basketballmatch mit den San Francisco Warriors angeschaut werden. Die Warriors gewinnen zur Freude aller und endlich können wir essen.

Es wird ein langer Abend, wir kosten viele der 3000 Weine, die Andy in seinem Keller hat und wir könnten noch ewig bei den beiden sitzen und plaudern.

Andy lädt uns ein, morgen zu seiner Cabana am Lake Tahoe zu fahren, was wir sehr gerne annehmen. Wir trennen uns sehr schwer, doch irgendwann ist auch dieser Abend zu Ende.

Heute schlafen wir wieder in unserem Auto. Jennifer muss arbeiten gehen und wir wissen nicht, wann wir abfahren.

 

 

 

 

Tag 52 – Hoch, höher, am Höchsten – Amstrong Redwood National Forest

Heute versuchen wir es nochmal mit den Redwoods und haben Glück. Schon gestern  wollten wir in den Nationalforest, das Navi hat uns allerdings durch so eine schmale Straße geschickt, die wir dann doch nicht wagten.

Jetzt, ausgeschlafen und mit vollem Magen, schauen wir uns die Situation genau an und finden auch die Haupteinfahrt. Kurze Zeit später starten wir auch schon unseren 2 stündigen Waldspaziergang durch die Baumriesen.

Redwoods sind die ältesten Bäume der Welt, hier in diesem Gebiet ist der höchste der sogenannte Amstrong Tree mit einer Höhe von ca. 100 Metern. Das ist wirklich hoch!!! Er ist über 1400 Jahre alt. Das ist wirklich alt!!! Auch der Stammumfang kann sich sehen lassen.

Ich könnte dauernd in den Himmel schauen, so faszinierend ist dieser Wald.

Wir reissen uns los, um 4 Uhr haben wir uns bei Jennifer angekündigt. Jennifer wohnt in Granit Bay – einer äußerst schicken Gegend – in der Nähe von Sacramento, der Hauptstadt Kaliforniens.

 

Robert hat sie letztes Jahr beim Schifahren in Kanada kennengelernt und sie hat uns eingeladen. Sie hat in Graz studiert, deshalb hat sie auch einen Bezug zu Österreich. Wir werden unglaublich herzlich willkommen geheißen, am Abend gibts dann ein Barbecue gemeinsam mit ihrem Sohn und der besten Freundin. Auch der süße Hund Scout schließt uns sofort ins Herz. Allerdings ist er ein Therapiehund und mag wahrscheinlich jeden….. Wir haben einen herrlichen Abend und der Wein fließt in Strömen…..

UND… wir schlafen nach 2 Monaten wieder in einem echten Bett. Allerdings vermisse ich mein Wohnmobil, sosehr hab ich mich schon daran gewöhnt.

Tag 51 – Sonoma Valley

Bevor wir von unserem großen betonierten Parkplatz in San Francisco aufbrechen, entferne ich mal die Bretter unter unseren Vorderreifen….

Dann geht’s auf den Freeway 101 Richtung Downtown.

 

Damit wir auf die Golden Gate Brücke einfädeln können, stauen wir uns ein bisschen durch den Morgenverkehr der Innenstadt, dafür sehen wir aber noch etwas von der Stadt.

Nach unzähligen Hügeln bergauf und bergab ist es dann soweit.

Wir fahren die Anfahrtsrampe der Golden Gate hoch und gleich danach sehen wir die markanten beiden Stützen und die mächtigen Tragseile – schon erhebend.

Heute ist ausnahmsweise kein Nebel, sodass wir den Blick uneingeschränkt genießen können.

 

Am nördlichen Ufer gehts dann noch zum Meer und wir fotografieren dieses Wunderding auch von der anderen Seite der Bucht.

 

Von der Fahrt und den Eindrücken ist Robert so aufgeregt, dass er im kleinen Städtchen Sausalito keine Ruhe findet. Die Parkplatzsuche erschwert unseren Besuch auch noch und so beschließen wir gemeinsam,  zu unserem nächsten Ziel, nach Muir Woods zu fahren.

Dort stehen in einem Wald an der Pazifikseite hochhaushohe Redwood Bäume. Weil das Wetter heute so schön und Freitag ist, kommen leider auch viele andere Besucher auf diese Idee. Schon auf der Autobahn wird elektronisch angezeigt, dass der Parkplatz voll ist. Wir wollen es aber genau wissen und quälen unseren Camper die endlosen Serpentinen zum Nationalen Forest zuerst hinunter und dann hinauf. Es gibt nicht einmal für einen kleinen PKW einen Parkplatz, geschweige denn für unseren Camper.

Das Alternativprogramm zu den Bäumen heißt Sonoma.

Nach einer ausgiebigen Mittagspause machen wir uns in dieses Weinanbaugebiet, nördlich der San Francisco Bay, auf .

 

Es ist ein sehr breites flaches Tal und mit Hilfe der künstlichen Bewässerung wird hier schon ca.150 Jahre Wein angebaut.

Es waren meist Einwanderer aus Europa, welche die Rebstöcke gleich mitbrachten.

Wir besuchen das Weingut der Jacuzzi Familie, die aus dem Friaul auswanderten. Wie sich im Zuge der Führung herausstellt, war einer der Familienmitglieder auch der Erfinder und Namensgeber der Jacuzzi Bäder.

 

In einem Steinhaus wie in der Toskana testen wir die hervorragenden Weißweine und kaufen Olivenöl für unseren morgigen Besuch bei Jennifer. Beim Nachbarn über der Straße sitzen wir noch im gepflegten Garten und machen schon Pläne für das nächste Reiseziel.

Außerdem bekomme ich, wie Robert findet, ein absolut passendes Geschenk.

Einen Weinglashalter zum Umhängen, damit ich mit beiden Händen auch noch essen kann – wie aufmerksam auch 🙂

 

Im nördlichen Sonoma Valley soll es noch einen Redwood Park geben.

Ein einladender Campingplatz neben einem schönen Fluss stoppt jedoch unsere Tagesetappe. Preis: satte 65 Dollar….

Wir checken ein und sind zuerst mit dem Stellplatz nicht zufrieden.

Beim Umdrehen zum neuen Stellplatz passiert es dann.

Robert touchiert leicht mit der Seite unseres Campers einen anderen Wohnwagen.

Wir merken es gleich gar nicht, aber die Bewohner kommen sofort heraus.

Das Ganze läuft dann doch ganz manierlich ab und wir tauschen die Versicherungsdaten aus.

Unser Camper hat gottseidank außer einer abgewetzten Folie gar nichts.

Nach diesem Schreck hat die Stimmung eine leichte Delle und wir gehen zeitig schlafen.

 

 

 

 

Tag 50 – San Francisco

Heute lassen wir uns Zeit. Nebel hängt über dem Campingplatz. Wir müssen auch noch unser Tagebuch machen. Das hängt schon immer wie eine unerledigte Hausübung über uns. Manchmal will ich eh streiken, da ist dann Robert der Konsequentere. Wir machen es ja auch für uns. Hmmmmm…… aber mit den zum Teil langsamen Internetverbindungen ist es manchmal schon ein mühevolles Unterfangen.

Um ½ 11 sind auch wir dann soweit und wir werden wieder vom Shuttle in Chinatown ausgelassen. Das ist immer wieder faszinierend. Märkte, ganz andere Läden und ein Gewurl von Chinesen.

 

Wir frühstücken gleich nochmal in einem winzigen Lokal Dim Sums aus dem Plastiksackerl. Nachdem die Leute hier Schlange stehen, wollen wir sie auch versuchen. Sie sind köstlich. Weiter durch Chinatown, weiter den Hügel runter und urplötzlich von einer Straße auf die andere sind wir in Little Italy. Welche Freude, wir kosten Schinken in einem Delikatessengeschäft und landen auch gleich in der nächsten Bar auf einen Cappuccino. Da sind ja wirklich alle Nationen vereint.

 

Ein weiteres Highlight unseres Tages ist die Lombard Street. Angeblich die kurvigste Straße der USA. Ein Straßenstück ist sooo steil, dass man mit Einführung des Automobils beschloss, Serpentinen zu machen. Heute ein Schmuckkasterl mit vielen Hortensien, vielen keuchenden Touristen und doch Autos, die sich waghalsig hinunterstürzen.