Tag 49 – San Francisco

Der Platz, auf dem wir heute stehen, ist eigentlich ein großer betonierter Parkplatz, doch er hat alles, was wir brauchen. Von Chinesen geführt, die etwas chaotisch sind. Um 9.30 nehmen wir den Shuttlebus in die Stadt.
Nach dem unglaublichen Sturm heute Nacht (der Wagen hat so gewackelt, dass wir schon glaubten, jetzt fällt er bald um) jetzt strahlender Sonnenschein und ganz klar.

 

Endlich San Francisco!!! Ich hab mich schon sooo darauf gefreut. Wir waren vor 31 Jahren hier (fast noch als Kinder…hihihi….)

 

Man lässt uns in Chinatown raus, und schon starten wir los. Gleich mal in die Cable Car rein. Die gibt seit 1912 und sie bestreitet noch immer die steilen Straßen von San Francisco. Bei der Endstation wird sie von den Schaffnern händisch auf einer runden Plattform gewendet, um fürs Zurückfahren in der richtigen Richtung zu stehen.

 

In Fishermans Warf ragen 45 Stege ins Meer. Der berühmteste ist Pier 39, und das nicht nur wegen der Seelöwenkolonie, die hier ganz unbeeindruckt von den vielen Touristen auf Holzplattformen in der Sonne liegt.

 

Nachdem wir sie lang beobachteten, essen wir in einem netten Lokal Fish and Chips. Da ist der Kabeljau soo richtig dick, allerdings auch die fette Hülle…… trotzdem ein Genuss…

 

In der Bucht erkennt man auch gut die Gefängnisinsel Alcatraz. Wir fahren aber nicht rüber, in der Zelle von Al Capone sind wir schon vor Jahren eingesessen.

 

Jetzt muss es endlich zur Golden Gate Bridge gehen,  bzw. fahren wir mit einem Bus. Der öffentliche Verkehr ist hier sehr gut. Als wir hinkommen, hängt teilweise leider schon wieder der typische Nebel über den Brückenpfeilern. Trotzdem ein erhebender Anblick. Wir wandern runter zum Wasser, stellen das Foto nach, das wir hier vor 31 Jahren machten, und sitzen dann lange am Ufer der San Francisco Bay.

 

Auf einmal entdeckt Robert Wale, direkt unter der Brücke. Zuerst denken wir, es sind Seelöwen, doch als wir den Blas ehen, ist alles klar. Mutter mit Jungem aber auch noch verstreut einige andere. Leider sehr weit weg, trotzdem sind wir außer uns.

 

Hier wird es durch den Nebel schon richtig kalt und die Brücke verschwindet auch. Nur weg von hier. Wir nehmen wieder die Linie 28, machen jedoch einen fatalen Fehler. Erst 45 Minuten später erkennen wir, dass wir in die falsche Richtung unterwegs sind. Es sollte nochmals 45 Minuten und zwei Mal umsteigen dauern, bis wir wieder in Chinatown ankommen. Das alles um 2,5 Dollar pro Person. Dieses Ticket haben wir wirklich ausgenützt.

 

Da der 6 Uhr Shuttle, den wir zurücknehmen wollten, natürlich weg ist, überbrücken wir die Zeit bis 8 Uhr bei einem sehr guten Koreaner. Roberts Filet Mignon ist dann doch etwas zu spicy…., meine Rindsuppe wunderbar. Das Richtige bei der feuchten Kälte, die uns jetzt wieder unter den Pullover kriecht.

 

Schon am Morgen haben wir neben unserem Stellplatz ganz nette Deutsche getroffen, Helmut und Andrea, die mit ihrem eigenen Wohnmobil in einem halben Jahr annähernd die gleiche Runde fahren wie wir. Im wesentlich größeren Salon ihres Luxusmobils trinken wir noch ein Flascherl Weisswein und tauschen Erfahrungen und Erlebnisse aus.

 

Tag 48 – Anreise San Francisco

Wir verlassen den Good Sam Campingplatz – da sind wir auch schon Mitglied. Wir haben überhaupt schon so viele Mitgliedschaften, dass wir kaum mehr Platz für die vielen Karten in unserem Geldbörserl haben. Aber es zahlt sich aus, man muss nur den Überblick bewahren.

Heute ist es an der Küste nebelig, was uns doch zu dem Entschluss bringt, dass wir direkt nach San Francisco fahren und nicht mehr zum Highway Nr. 1.

Jetzt sind auf einmal massig Ölpumpen direkt neben der Straße. Urkomisch.

Das nächste Gold der kalifornischen Erde ist der Wein. Für uns total ungewohnt, dass er hier in der Ebene angebaut wird. Das kennen wir ja gar nicht. Aber die brauchen keine Hänge, sie haben ja ewig Sonne. Also man stelle sich das Marchfeld, dreimal so breit vor, und überall Felder mit Wein…..

 

Heute müssen wir auch noch zu Cruise Amerika in die Werkstatt, da ein Ölwechsel nach 6500 Meilen (10.000 Kilometern) fällig ist. Ist ein bisschen eine Zitterpartie. Wir haben hier niemanden erreicht und finden dann auch alle total gestresst. Heute geben 80 Leute nur auf dieser Station ihren Camper zurück. Dem entsprechend ist die Hektik und die Stimmung. Man macht uns zwar einen Ölwechsel, das große Service können wir aber erst in Las Vegas machen lassen. Egal, wir sind froh, mal das erledigt zu haben.

Um 5 Uhr reiten wir in San Francisco ein. Im Neben lässt sich schemenhaft die Golden Gate Bridge erkennen. Unser „Campingplatz „ ist ein großer Parkplatz, von Chinesen geführt und sauteuer (85 Dollar). ABER, er ist der einzige, der direkt in der Stadt ist, und der einen Shuttle ins Zentrum anbietet.

 

Der Platz ist so schief, dass wir uns noch einen Keil besorgen wollen, was uns aber auch nicht gelingt. Was uns gelingt, ist noch ein Einkauf bei Safeway (hier sind wir auch Mitglied) . Statt dem Keil müssen Holzbretter herhalten, um den Wagen in die Waagrechte zu bringen.

Es ist bitterlich kalt (12 Grad und Sturm) sodass wir statt dem üblichen Gespritzten heute heißen Tee trinken. Tief sind wir gesunken.

Zum Abendessen gibt es heute Hühner-Champignongeschnetzeltes mit Reis.

Tag 47 – Hearst Castle

Es dauert bis 10 Uhr, als wir endlich abfahren. Wir schreiben jetzt unsere Tagesberichte erst in der Früh, am Abend haben wir Hunger, Durst und es dauert auch lange, bis die Fotos hochgeladen sind. Also somit jetzt Bericht schreiben und dann weg zur Küste.

Es hängt hier leichter Nebel, eine Folge des eiskalten Pazifiks. Bei Morro Bay steht ein riesiger Felsen (ein Vukan) im Meer, nur mit einer kleinen Landbrücke verbunden. Im Hafen tummeln sich neben vielen Fischerbooten auch Seeotter. Wir könnten ihnen ewig zuschauen, wie sie die Muscheln rauftauchen, aufschlagen und genüßlich verspeisen.

 

Da kauf ich mit doch gleich bei einem Stand eine wunderbare Clamchowder und verspeise sie gemeinsam mit Robert. Das ist eigentlich eine dicke Pampe mit Gemüse und Muschelfleisch, aber sie schmeckt so wunderbar…..

Nach einer weiteren halben Stunde erreichen wir das Hearst Castle. Kaliforniens berühmtestes Monument für Reichtum und Ehrgeiz.

Der Medientycoon William Hearst hat sich hier 1920-1947 auf einem Hügel nahe der Küste ein Ferienschloss errichtet, wo er Schauspieler, Politiker aber auch gekrönte Häupter empfing. Der Kunstsammler hat das Haus vollgestopft mit europäischen Antiquitäten, Bildern,  Möbeln etc. Im Garten stehen aber auch 3000 Jahre alte ägyptische Statuen….

 

Die Außenanlagen ein Traum, das Innere von einer düsteren Scheußlichkeit. Zumindest die Räume, die wir besichtigen können. Wir sehen aber auch einen prunkvoller Kinosaal und ein Indoorpool mit 10000 blauen und goldenen Muranokacheln. Irre!!!! Hier läuft ein Film über Charly Chaplin, der hier Tennis spielte…

 

Wir verbringen gute drei Stunden hier. Jetzt aber weiter, sonst schaffen wir unser Tagesziel nicht mehr. Doch schon wenige Kilometer weiter bleiben wir wieder hängen. Am Strand liegt eine große Kolonie von Seekühen.

Nur der eisige Wind hält uns davon ab, den 2 Tonnen schweren Tieren im Sand länger zuzuschauen, wie sie ihre massigen Körper im Sand herumwälzen.

 

Wir setzen unsere Fahrt entlang des Highway Nr. 1 fort doch schon nach kurzer Zeit kommt die Ernüchterung. Die Straße ist wegen eines Erdrutsches gesperrt!!! Leichte Verzweiflung…. Wir müssen zurück, da hilft Nichts! Der Arbeiter hier zeigt jedem eine Karte, mit dem etwa 30 Kilometer langen Umweg, bis wir in Monterey wieder zur Küste können.

Wir fahren noch ins Landesinnere vorbei an vielen Weingütern, haben aber dann um 6 Uhr genug und stoppen gleich bei einem schönen Campground auf einer Ranch.

Jetzt haben wir Zeit zum Kochen. Es gibt in Wein gekochter Kabeljau mit Belugalinsen und Poree.

 

 

 

Tag 46 – Santa Barbara – Mission possible

Von unserem „Notplatzerl“ vor dem Büro des Campingplatzverwalters geht es jetzt Richtung Norden. Zuerst planen wir eine Fahrt zum Walmart, landen aber, weil Robert die Einfahrt verpasst, vor einem Bio Supermarkt. Wie bei uns, alles doppelt so teuer, aber!!! Sie haben frisches Toscanabrot. Immerhin!!!! Unser Frühstück nehmen wir gleich auf dem Parkplatz ein, mit dem Generator können wir ja jederzeit die Nespressomaschine aktivieren – den Göttern sei es gedankt!!!!!!

Heute ist Missionstag, wir wollen die Missionskirche von Santa Barbara anschauen. Was wir nicht wussten, ist, dass hier ein riesiges Fest vor der Kirche stattfindet. Große Grillerei, Künstler, ausgelassene Stimmung und wir mitten drin.

Es ist hier Brauch, den Platz vor der Kirche an besonderen Tagen den Straßenmalern zur Verfügung zu stellen. Hier kann man das ja machen, es regnet so gut wie nie.

Wir kaufen ein Ticket für die Missionsstation aus 1789. Der Besuch ist höchst interessant, wir erleben auch noch das Ende des Gottesdienstes. Im Museum sehen wir, dass die Trapp Familie schon vor uns da war.

 

Weiter in den Norden durch Weinberge so weit das Auge reicht. In den Städten blühen die Jacaranda Bäume, auf den Bergen blüht der Ginster.

Nicht viel weiter nördlich stoßen wir auf eine Kuriosität. Das Städtchen Solvang. Von dänischen Einwanderern 1880 gegründet, ist es jetzt ein Besuchermagnet der besonderen Art. Schaut aus wie ein Vorzeigedorf in Dänemark, eher noch wie ein Freiluftmuseum. Mit Windmühlen und Fachwerkshäusern aber vor allem mit dänischen Spezialitäten.

Wir genießen in einer Konditorei dänischen Plunder und Illy Kaffee. Irgendwie wird hier alles Europäische angeboten und auch wahllos vermischt. Dänische Aebleskiver, Edelweiss, Dirndln, Kuckucksuhren, aber vor allem…………….. tataaaaa!!!!!!……….. MANNERSCHNITTEN!!!!!!!!!

Ich hab´s geahnt, wenn es sie wo gibt, dann hier!!!!

Schön langsam beginnt wieder der Stress mit dem Schlafplatz. Ich bin schon froh, wenn dieses Memorialwochenende vorbei ist. Wir wissen, wir haben nur Chancen, wenn wir weg von der Küste in die Berge fahren. In Santa Margareta auf einem KOA Platz kommen wir unter. Zwar wieder nur ein „trockener Platz“ ohne Wasser und Strom, doch das ist uns egal. Hauptsache wir haben Internet 🙂

Tag 45 – Hollywood

Wir verlassen unseren riiiiiesigen Campingplatz. Erst jetzt sehen wir, wie voll der gestern geworden ist. Tausende Zelte mit ganzen Familienclans. manche so mit 30-40 Personen, vor allem Kindern. Und Tische, die sich mit Essen biegen. Schon heute Nacht war Party. Um 7 Uhr ist der Basketballplatz schon voll Jugendlichen.

Wir schlagen jetzt doch die Richtung nach Hollywood ein. Soll schwierig sein, einen Parkplatz für einen Camper zu bekommen, doch um 20 Dollar stehen wir 10 Meter vom Hollywood Boulevard entfent.

 

Schon gehen wir die berühmten Sterne am Walk of Fame entlang, wo jeder Fußgänger seine Idole sucht. Alles Berühmte findet sich hier. Das Chinese Theatre, das Dolby Theater, wo die Oscars vergeben werden und und und.

 

Zur Feier des Tages gehen wir Sushi Essen und genießen den Blick von oben auf den belebten Hollywood Boulevard.

 

Das ist natürlich der Nachteil des Campers, im Stadtgebiet ist man echt eingeschränkt. Wir fahren jetzt durch Beverly Hills und ich möchte so gerne auf den Rodeodrive, Robert versucht es auch, aber als wir ihn nicht gleich finden, gibt er auf und ihn nochmals durch die Stadt zu hetzten, traue ich mich nicht.

 

Das nächste Highlight ist aber als wir in Santa Monica auf den Pazifik stossen. Jetzt haben wir wirklich Amerika durchquert. Vom Atlantik zum Pazifik. Auch hier stauen sich die Massen von Ausflüglern. Im Wasser sind nur Surfer und Leute mit Neoprenanzug. Zum Baden eindeutig zu kalt.

 

Es beginnt nun die Suche nach dem Schlafplatz. Im ganzen Land ist Ausnahmezustand wegen dem Memorial Day. Alle, die einen Camper besitzen sind  unterwegs im ganzen Land . Bei den Stateparks winken die Ranger schon bei der Einfahrt ab. Wir sind schon leicht genervt.

Bei Oxnard öffnet sich der Küstenstreifen und wir finden im Evergreen RV Parkplatz vor der Reception einen Stellplatz für 55 US Dollar.

Mit einem typischen Camper Essen, Spagetti Bolognese, findet der Tag noch einen guten Ausklang.

Tag 44 – Soledad Canyon – Heute machen wir blau

Es ist hier richtig kalt in Küstenähe. Man glaubt es kaum, gestern noch in der Wüste bei 35 Grad, heute hat es sicher nicht mehr als 15 Grad. Gestern Abend bin ich sogar mit der warmen Haube duschen gegangen. Wir fühlen uns aber wohl hier. Am Montag ist Memorial Day und alle sind aufgeregt. Amerika hat so wenig Feiertage, wenn einer kommt, sind dann alle, aber auch wirklich alle, unterwegs.

Heute ist Freitag und wir beschließen, uns einen Gleittag zu nehmen 🙂

Schnell zur Rezeption, wir bleiben noch eine Nacht und machen heute blau. Statt 55 Dollar nimmt man jetzt 70 Dollar – schon verrückt, für einen Campingplatz -aber da gibt es wirklich alles. Zwei große Pools, sogar einen Adult Bereich, wo nur Erwachsene rein dürfen, ein herrliches Jacuzzi sehr warm, und vieles mehr. Sportplätze, sogar Tennis. Wir werden den Tag mal ohne Programm genießen.

 

Robert macht Instandhaltungsarbeiten im Camper und ich störe ihn dabei nicht 🙂 Dann mache ich aber gleich einen gründlichen Hausputz, dafür hatte ich bis jetzt auch keine Zeit und es muss auch mal wieder Wäsche gewaschen werden. An jeder Maschine kann man mit Kreditkarte zahlen. Kostet meist 1,50 Dollar, das Trocknen etwas teuerer. Die Wäsche ist in 30 Minuten sauber, das Trocknen in 45 Min. Man kann sich vorstellen, wie die Wäsche da auf Dauer strapaziert wird.

Wir wollen erst in ein Shoppingcenter in der Nähe, doch dann ist es so gemütlich, dass wir einfach ganz unaufgeregt am Campingplatz herumhängen. Wir sitzen in der Sonne, lesen und beobachten, wie sich der Platz füllt. Bis am Abend wird er sicher voll sein.

Außerdem ist es besser als Fernsehen, den Leuten beim Zeltaufstellen zuzusehen. Vor uns haben wir gerade wieder 2 dieser ausgesuchten Kandidaten. Sie müssen noch sehr verliebt sein. Das Gebilde bricht schon zum dritten Mal zusammen und noch immer lächeln sie sich an. Am Ende, nach einer gefühlten Stunde und einer Flasche Wein unsererseits steht das Zelt. Es ist zu hoffen, dass sie eine genussvolle Nacht haben….

Wir machen uns noch die zweite Hälfte unserer Lammkrone, die wir eingefroren hatten und genießen einen gemütlichen restlichen Ruhetag. Heute ist Kinoabend, wir haben uns „Nachtzug nach Lissabon“ runtergeladen.

 

Tag 43 – Palm Springs

Nicht mit schwerem Herzen, sondern mit schwerem Kopf trennen wir uns heute vom Joshua Tree Nationalpark. Es waren gestern vielleicht doch zu viele Tequillas……  Oder lag es am Salz und den Limetten, die sollten wir das nächste Mal womöglich weglassen  🙂

 

Am Weg nach Palm Springs sehen wir schon kilometerweit wildrotierende Windräder. Sollte uns zu denken geben. Es wird ein kleiner Höllenritt durch die Sturmböen. Zeitweise ist der Seitenwind so stark, dass unser Auto einen halben Meter links oder rechts hüpft. Robert sitzt mit starrem Blick schweißgebadet am Steuer. Die Sache dauert auch mindestens eine halbe Stunde. Ich bin so froh, dass er immer fährt, hier wäre ich jetzt sicher gescheitert.

 

Endlich in Palm Springs nimmt der Sturm ab und die Mercedes- und Porschedichte zu. Aber auch sonst gibt’s allerlei Schräges zu sehen…

 

Wir lassen uns sofort auf einen Eiskaffee nieder und erholen uns erstmals, bevor wir durch die gepflegte Mainstreet flanieren. Wirklich hübsch und vor allem überwiegen die mächtigen Palmen, wie es der Name der Stadt ja schon ausdrückt. Die Gondelfahrt auf 1.800 Meter in einer rotierenden Gondel für etwa 20 Personen verwerfen wir wieder. Nochmals brauchen wir keinen Sturm. Im Infocenter sind sie auch gar nicht sicher, ob sie noch fährt.

 

Wir genießen lieber den sicheren Boden und machen uns dann weiter auf den Weg nach Los Angeles. In die Stadt wollen wir aber nicht. Das haben wir schon beschlossen. Die 4- Millionenstadt erschreckt uns eher. Wir waren ja schon einmal da und man versäumt nichts, wenn man es auslässt, zumal wir auch nicht in die Disneyparks wollen. Vielleicht fahren wir morgen nochmal durch Hollywood durch. Wissen wir noch nicht.

Im Norden von L.A. gibt es einen KOA Campground, da wollen wir schlafen. Nord-L.A. liegt 50 Meilen vom Zentrum entfernt, so groß ist die Ausdehnung dieser Stadt. Doch hier soll es Stateparks und jede Menge Natur geben. Also nichts wie hin. Der Platz entpuppt sich als eine Katastrophe. Wir checken zwar ein, doch nachdem wir den staubigen Platz beziehen und es nicht mal Internet gibt, verlangen wir unser Geld zurück und ziehen Leine.

3 Meilen zurück haben wir von der Straße aus einen netten Platz mit Gras und Bäumen gesehen. Da machen wir Halt und hier ist alles o.k. Wir freuen uns beide, dass wir uns nochmals aufgerafft haben, obwohl wir schon soooo großen Hunger hatten.

Schnell ein Safranrisotto in die Micro rein, einen Wein aus dem Kühlschrank raus, und wir sind glücklich!!!

 

 

Tag 42 – Joshua Tree NP im Black Canyon

Wir erobern weiter den Nationalpark. Nach jeder Kurve gibt es ein neues Naturphänomen. „Zerschnittene“ Steine, wieder andere Kakteen, manche Joshua Trees blühen noch, andere haben so zottelige Stämme und schauen aus, wie Hansi Hinterseers Moon Boots in seinen besten Zeiten.

 

Jetzt schrauben wir uns auf 1500 Meter hoch. Von hier haben wir einen guten Blick auf Palm Springs und man erkennt vor allem den Andreas-Graben. Das ist die Linie, wo sich die Pazifische Platte unter das Kontinental-Amerika schiebt. Der Grund für die vielen Erdbeben hier, die Vulkane und auch das Naturschaupiel im Yellowstone Park.

 

Als wir den Park am Nachmittag verlassen, brauchen wir nach den zwei Tagen „Wildnis“ sofort wieder einen Großeinkauf und ich gönne mir auch eine herrliche Pediküre.

Robert kauft schnell noch zwei Hosen, u.a. eine Levis um 16 Dollar…

 

Wir steuern jetzt auf Palm Springs zu, es ist schon 16 Uhr, doch als wir ein Schild sehen: „Black-Canyon Camping – Joshua Tree Nationalpark“, biegen wir kurzerhand ab zu einem anderen Teil des Parks. Es war einfach zu schön hier, wir werden eine weitere Nacht da schlafen.

 

Ein wunderschöner Platz ist schnell gefunden. Neben uns parken sich jetzt zwei Kalifornier ein. Brauchen eine halbe Stunde, bis ihr Wohnwagen richtig steht. Das ist besser als Fernsehen, wir amüsieren uns köstlich. Es dauert nicht lange, da kommen die beiden mit einem Bier zu uns rüber. Es sollte noch eine langer Abend mit viel Rotwein, Tequilla und Bier werden. Herrlich!! Dann stößt auch noch die Schwägerin der beiden, die in der Nähe wohnt, mit ihrer Harley dazu. Eine lustige, verrückte Person. Also wird jetzt zu fünft weitergetrunken. Möchte gar nicht wissen, was mein Kopf morgen dazu sagt…..

Wir fallen beide ohne Abendessen, aber ziemlich abgefüllt und zufrieden in unsere Betten.

Tag 41 – Joshua Tree National Park

Wir beginnen den Morgen beim großen schönen Pool unseres Campingplatzes „Destiny RV Ressort“, ein ausgewiesener 55+ Platz. Ja auch so etwas gibt es…. Laut eigenen Angaben, die #1 von Arizona. Herrlich!!! Allerdings ist das Wasser noch viel wärmer als in Oberlaa. Das Jacuzzi lassen wir aus, wir wollen uns ja nicht verbrühen.

 

Schon bald erreichen wir die Grenze zu Kalifornien. Die erste Überaschung : Benzin ist um ein Drittel teurer als bisher. Die Gallone jetzt 3,29 US statt 1,93 – 2,25. Da müssen wir durch.

 

Ein Umweg von 60 Meilen bringt uns zum größten See Kaliforniens. Das besondere daran, er liegt 85 Meter unter dem Meeresspiegel und wurde durch eine Überschwemmung des Collorados im Jahr 1905 gefüllt. Er hat weder Zu- noch Ablauf und hat jetzt schon 50 % mehr Salzgehalt als der Ozean. Irgendwann wird er wohl verschwinden.

Die Straße führt uns durch einen langen Canyon. Als wir durch sind erleben wir eine Riesenüberraschung. Mitten in der Wüstenlandschaft Wein und Obstplantagen, soweit das Auge reicht. Es ist gerade Wein- und Paprikaernte und ein richtiges Gewurl auf den Feldern. Auch unzählige Orangen und Pistazienplantagen. Das Grundwasser ist noch intakt, wird scheinbar gefiltert.

 

 

 

Mittagessen bei gefühlten 40 Grad am See. Alles ist ausgestorben. Kein Mensch hier.

Also schnell zurück, jetzt zum Joshua-Tree Nationalpark, der gleich bei der I-10 beginnt.

Sofort ins Visitor-Center, wo uns ein freundlicher Ranger alle Stellplätze im Park auf der Karte zeigt. Wir wollen heute Nacht hier schlafen, es ist ja auch schon 4 Uhr.

 

Der Weg führt uns durch ein Hochplateau mit Teddy Bear Chollas. Hüfthohe puschelige Kakteen. Ein besonderes Bild. Kleine „Babys“ wie Bällchen am Boden. An mir bleibt schon eine hängen, die man nicht mehr losbringt, beim Wegziehen bohrt sich das Ding gleich in meine Finger und ich blute. Ich warne noch Robert, aber da war es schon zu spät. Die Widerhaken bohren sich blitzschnell in seine große Zehe. Er hüpft hysterisch und schreiend auf einem Bein durch die Gegend. Nur mit Hölzern können wir ihn von dem Angriff der „Killer Cholla“ – von wegen Teddy – befreien. Er als Mann droht natürlich sofort zu verbluten.

 

 

Die Sache geht gut aus, er überlebt, aber nur deshalb, weil er sich sofort über unsere Apotheke hermacht und das halbe Flascherl des Desinfektionsmittels über den Fuß leert.

Meine Augen sind auch sehr angegriffen, durch die Hitze und den Wind so ausgetrocknet, dass nicht mal mehr die Augentropfen helfen. Ich kann sie kaum offenhalten.

Wir finden einen wunderschönen Platz für die Nacht. Auch die hier die riesengroßen Steinblöcke.

Angeschlagen schaffen wir es noch, eine Flasche Pinot Grigio zu vernichten, und uns ein vorzügliches Mahl zu kochen. Heute am Speiseplan: „Kabeljau Florentine“. Für Edith gibt’s das Rezept auf Anfrage.

Tag 40 – Phoenix Arizona

Ewig schauen wir am Morgen den süßen Kolibris zu. Dann verlassen wir unseren „Kaktusplatz“ und es geht jetzt weiter Richtung Phoenix.

 

Ganz in der Nähe der Hauptstadt gibt eine Ghost-Town namens Goldfield. Die wollen wir uns anschauen.

Goldfield war eine Minenstadt, einiges ist noch alt, anderes originalgetreu restauriert.

Wunderschöne Motive hier vor den Bergen.

 

Phoenix, die Hauptstadt von Arizona liegt in einer Senke und ist rundum von Bergen bis zu 2000 Metern Höhe umgeben. Jedoch meiden wir die Stadt an sich und bewegen uns nur in den Außenbezirken. Ein Außenezirk namens Scottsdale ist unser heutiges Ziel.

 

Genauer gesagt eine Bar mit dem klingenden Namen „ Rusty Spur Saloon“. Der Saloon hält was GEO Saison verspricht. Gute Stimmung, Live Musik und die lustigsten Barhocker ever.

 

Eine Margarita und ein Bier sind schnell bestellt.

Wir genießen die Musik, die Stimmung und suchen nach einem Spaziergang durch das hübsche Scottsdale erst um sechs Uhr einen Campingplatz. Die gibt es hier in Amerika an jeder Ecke, ganz anders als in Europa, weil auch viele Menschen dauerhaft in Campern wohnen. Nicht alle sind schön und für uns geeignet, doch bis jetzt hatten wir immer Glück.

Ein Megastau auf einer sechsspurigen Autobahn aus der Stadt raus…… Doch wir  finden bald neben unserer Interstate 10 einen netten RV Park. Unser geplantes Abendmenü verwerfen wir, es ist einfach viel zu heiss zum Kochen. Deshalb nur Salat mit Shrimps und Palmherzen.

 

 

Tag 39 – Saguaro National Park

Eigentlich wollte ich das Bild des Tages dem ersten Schwarzbrot widmen, doch dann waren die Fotos der Kakteen einfach soo schön….

Doch von Anfang an:

Wir fahren nochmals an der großen Tagbau-Kupfermine vorbei. Seit 1979 wird hier allerdings nicht mehr abgebaut. Die angebotene Fahrt in den Stollen sparen wir uns. Das Wetter ist einfach viel zu schön. Also raus aus Beesbee und den Bergen, hinunter in die Ebene.

 

Die Sonne knallt heute unbarmherzig, zumal wir jetzt auch von 1500 Metern auf 600 m runterfahren. Jetzt Wüstenklima vom Trockensten und etwa 35 Grad.

Das perfekte Klima für Kakteen, was uns zu unserem nächsten Tagesordnungspunkt bringt. Dem Saguera-Nationalpark. Eine gehäufte Ansammlung dieser bis 10 Meter hohen „Tequilla-Kakteen“, nein so heißen sie natürlich nicht, aber auf jeder Tequillaflasche ist so einer drauf.

 

 

Wir fahren den 12 Kilometer langen Rundweg, vorbei an gigantischen Exemplaren. So ein 10 Meter Kaktus ist etwa 200 Jahre alt. Erst mit 50 Jahren (etwa 2 Meter hoch) bildet er die ersten Seitenarme. Viele blühen jetzt im Mai und in den Stämmen, manche haben einen Meter Umfang, nisten Vögel. Alles wunderbar beschrieben und ich werde gar nicht fertig, das alles im Bild festzuhalten.

 

Nun zur eigentlichen Sensation!! Wir entdecken einen SAFEWAY. Diesen Supermarkt kennen wir aus Florida. Er hat eine etwas feinere Auswahl als Walmart. UND…. tataaaaa…. das erste Schwarzbrot!!! Es liegt da ganz unaufgeregt bei den weißen, weichen, pampigen anderen Broten. Ich greif es an, heb es hoch und kann es gar nicht glauben. Ein Körndlbrot vom Feinsten. Leider nur mehr ein Stück, sonst hätte ich den Bestand aufgekauft und eingefroren.

 

Gleich am Parkplatz schneiden wir es an und jeder isst zwei Butterbrote. Verrückt, dass man sich so freuen kann….

Nachdem mein heiß geliebter Schwiegervater morgen seinen 95igsten Geburtstag hätte, beschließen wir, das heute Abend zu feiern und leisten uns auch eine Lammkrone.

Jetzt brauchen wir nur noch den passenden Platz, wo wir heute schön gemütlich grillen können.

 

Der nächste Stop ist Tucson, wo wir uns eigentlich nur die Vergnügungsmeile mit den Bars anschauen, weil wir in eine bestimmte Bar wollen, die im GEO empfohlen wurde.

THE HUT ist urig, natürlich am Nachmittag nicht so belebt wie Abends, wenn es auch Livemusik gibt. Ich trinke trotzdem meine erste Margarita. Der Tequila schießt ein und ich bin schon am Nachmittag beschwingt.

 

In der Nähe von Tucson hat die US-Army ihren Parkplatz für ausrangierte, sowie auch für aktive Flugzeuge. Abertausende Maschinen stehen hier in Reih und Glied und warten auf ihren – hoffentlich friedlichen Einsatz. Wir fahren zwei Mal um das gesamte Gelände herum. Ist sehenswert.

 

Jetzt aber auf einen Campingplatz, das Lamm wartet. Wir entscheiden uns für den KOA Picacho. Wirkt wie ausgestorben nur 5 Camper auf dem Platz. Wir suchen uns ein schönes Fleckerl, wo wir ausgiebig Kochen, Grillen und unseren Poldi hochleben lassen.

 

Extra für Edith hier eine Schritt für Schritt Zubereitung unseres Lamms.

Krone in etwa 3 cm dicke Scheiben schneiden. Mit einer Marinade aus Knoblauch, Olivenöl, Zitrone, Honig, Pfeffer, Salz, Thymian und Oregano einpinseln und etwa ½ Stunde stehen lassen.

In der Zwischenzeit das Mediterrane Gemüse in Olivenöl anbraten, dann salzen und viel Thymian dazu uns zugedeckt etwas ziehen lassen.

 

 

Das Fleisch am Grill oder in der Pfanne etwa zwei Minuten auf jeder Seite braten und noch einiege Minuten rasten lassen, soll innen rosa sein.

 

Es wird ein herrlicher Abend. Wir sitzen noch lange nach Sonnenuntergang vor dem Camper, und schwelgen in Geschichten aus der Vergangenheit.

 

Zum Thema Vergangenheit hab ich noch zwei lustige Fotos.

Scheinen gleich, jedoch liegen 20 Jahre dazwischen.

Der Fotograf und das T-shirt sind übrigens noch die selben….. , Dinge, die ich liebe, tausche ich nicht so schnell….

Tag 38 – Tombstone

Vom Bett durch das Seitenfenster beobachten wir die Morgensonne, wie sie langsam vom Horizont aufsteigt.

 

Wir können nicht abfahren, ohne nochmals einen langen Morgenspaziergang durch die Felsen zu machen. Es ist so friedlich hier.

Dann weiter durch die endlosen Weiten von New Mexico.

 

Unterwegs stoppen wir noch und kaufen Beef Jerky, das ist getrocknetes Rindfleisch, eine Spezialität dieser Gegend.

Auf der Karte sieht man übrigens, wie weit wir schon gefahren sind. Vom rechten unteren Eck in Florida bis dahin, wo Robert zeigt….

 

Etwa zu Mittag erreichen wir Arizona, unseren 10. Bundesstaat. Es geht genauso flach weiter, nur noch trockener und heißer. Wir durchfahren wieder eine Zeitzone und sind zu Europa jetzt 9 Stunden im Rückstand.

 

Am Programm steht nun der Besuch von Tombstone. Hier in dieser kleinen Westernstadt hat sich am 26. Oktober 1881 am O.K.-Corral die legendäre Schießerei zwischen Wyatt Earp, DocHoliday und 2 anderen Ordnungshütern gegen die Clanton Brüder (Taugenichtse und Pferdediebe) abgespielt.   Wäre jetzt nicht so besonders, da hier sicher öfters geschossen wurde, allerdings hat damals die Zeitung davon berichtet und ein Fotograf war auch vor Ort, deshalb ist es jetzt noch Legende. Der ganze Ort lebt davon, alles ist liebevoll hergerichtet, das große Gerichtsgebäude ist sogar noch original. Am Friedhof kann man noch die Gräber der drei Erschossenen besuchen.

 

Es fahren alte Kutschen und das Beste, die Schießerei wird mit viel Beifall des Publikums nachgespielt. Darauf hat sich Robert ja schon seit Wochen gefreut!!! Es lebe das Kind im Manne!!!!

Jetzt ist es knallheiß, ich habe einen leichten Schwächeanfall und auch noch nichts gegessen. Im Saloon gibt’s nur die üblichen Burger und Tacos, deshalb fahren wir weiter nach Beesbee, eine kleine Minenstadt an der mexikanischen Grenze. Den Tip haben wir von der Jerky-Verkäuferin.

Hoch in den Bergen, auf 1670m, in einen Taleinschnitt eingebettet, erleben wir Beesbee in der späten Abendsonne. Dürfte ein Mekka der Harley-Fahrer sein. Zumindest sehen wir sonst fast keine anderen Leute. Alles in Leder, mit Tatoos. Schauen etwas wild aus. Und dazwischen wir beide in Rot und Pink. Wir fallen auf!!!! Beim Einchecken am winzigen Campingplatz direkt in der Stadt neben der riesigen Kupfermine sagt uns die Besitzerin auch, dass sie noch nie Leute aus Österreich getroffen hat, und wie wir eigentlich auf die Idee kommen, Beesbee zu besuchen…..

 

Nach einem großen Salat mit Schinken schlendern wir durch den sehr authentischen Ort. Das Bier nehmen wir beim Camper. Die Hitze hat uns heute echt schlapp gemacht und wir machen früh Feierabend.

Tag 37 – City of Rocks

Schon um ½ 9 verlassen wir Alamogordo. Als wir nochmals an den weißen Dünen vorbeikommen überlegen wir kurz, abzubiegen und nochmals reinzugehen. Aber wir sind frisch geduscht, die Haare und die Wäsche gewaschen, und bei der Weiterfahrt nach Silver City wollen wir uns einigermaßen frisch fühlen. Aber viel hat nicht gefehlt, dass wir Kinder uns nochmals in den Sand schmeißen. 🙂

 

Die Fahrt vergeht schnell, für uns sind drei Stunden gar nichts mehr. Jetzt überqueren wir den Rio Grande. Ist so ein klingender Name, aber auch nur ein ganz normaler Fluss, und gar nicht sooo grande.

Unser nächstes Ziel ist das City of Rocks National Monument. Eine Ansammlung von Sandsteinfindlingen, circa halber Quadratkilometer rötlicher Stein.

Und das Beste, zwischen den Blöcken darf man campen. Eigentlich wollten wir weiter nach Silver City und dort schlafen, doch das hier ist so malerisch, dass wir uns gleich für einen Platz anmelden. Um 10 Dollar darf man hier nächtigen.

Silver City wollen wir aber nicht auslassen, also machen wir einen Nachmittagsausflug. Etwa 30 Meilen nördlich sind wir auch schon angekommen. Wir sind jetzt auf einer Höhe von 1.800 Metern und man merkt es auch an den Temperaturen. Trotzt strahlend blauem Himmel etwas kühl.

Beim Visitorcenter packen wir unsere Rucksäcke für einen Stadtrundgang und jetzt der große Schreck!!! Robert hat seine Videokamera nicht mehr. Panik, wo kann sie sein? Wir drehen den ganzen Camper um, Nichts…. Unsere Vermutung ist, dass er sie bei den Felsen auf einem Tisch hat stehen lassen. Die Aufregung ist groß und wer Robert kennt, weiß, welche Tragödie sich jetzt abspielt………

Er will sofort ins Auto und zurückrasen. Ich versuche jedoch einen kühlen Kopf zu bewahren. Im Infocenter rufen wir beim Eingang vom Felsenpark an und bitten die Dame dort, die Kamera auf unserem Stellplatz zu suchen. Bange Minuten vergehen, ich fürchte um die Gesundheit meines Roberts… doch dann der erlösende Rückruf. Sie lag noch da und wird bis zu unserer Rückkehr heute Abend sicher verwahrt…. Ufff, das ist ja nochmal gut gegangen.

Jetzt ins Herz von Silver City. Eine klassische Westernstadt, liebevoll erhalten, jedoch etwas ausgestorben. Viele Touristen dürften sich nicht hierher verirren, und die Einheimischen treiben sich mittags scheinbar nicht auf der Straße herum. Jedoch ein paar nette Fotomotive.

 

 

Ich habe in meinem Lonely Planet von einem Saloon in Pinos Altos etwa 10 km nördlich in den Bergen gelesen, wo man noch Lokalkolorit erleben kann. Also nichts wie hin. Nach dieser Aufregung brauchen wir beide ein großes Bier. Auf 2020 Metern Seehöhe finden wir ihn tatsächlich, den Buckhorn Saloon aus 1803, und er ist genial. Nur Einheimische, eine urige Atmosphäre und auch die Ausstattung ist sehenswert. Das Bier und die Countrymusik tun ihr übriges, um Robert wieder ruhig und glücklich werden zu lassen. Na Gott sei Dank. Wir essen Clambchouder und Tacos con Salsa und genießen die Stimmung.

In der Abenddämmerung fahren wir zurück auf unser Platzerl zwischen den Felsen. Da kommt auch schon die Dame vom Visitorcenter mit der Kamera in der Hand. Sie wohnt hier auch in einem Camper und hat uns schon kommen gesehen. Alles gut!!!!

 

Mit einem Glas Whiskey und Ferrero Roche genießen wir den Sonnenuntergang und schauen in die Weite, bis der rote Ball am Horizont verschwindet.

 

 

Tag 36 – White Sands National Park

Heute gehts zum White Sands Nationalpark. Wir fuhren gestern schon daran vorbei und sind deshalb um 7 Uhr wach, weil aufgeregt. Auf dem KOA Campground stehen lustiger weise direkt neben uns Österreicher. Sind die ersten, die uns in diesen 5 Wochen begegnen.

13 Meilen von Alamogordo entfernt, erreichen wir den Nationalpark. Wir fahren nun 12 Kilometer durch schneeweiße Sanddünen.

Die Straßen werden täglich mit dem Schnee- bzw. Sandpflug freigeschaufelt, da es sich hier um Wanderdünen handelt. Der Sand ist Gips, und so fein wie Staubzucker. Eine fantastische, blendend weiße Szenerie. Ohne Sonnenbrille wird man definitiv schneeblind. Jetzt hält uns nichts mehr. Wir wandern lange durch die unwirkliche Landschaft. Eigentlich wollen wir gar nicht umkehren, sind aber besorgt, dass wir unser Auto nicht mehr finden. Hier haben sich schon genug Wanderer verirrt, weil die Spuren nach kürzester Zeit vom Wind verblasen werden.

Das Gehen ist verblüffend einfach, man rutscht gar nicht zurück, wie auf anderen Sanddünen.

Beim Visitorcenter haben wir uns zwei Plastikpfannen gekauft. Auf diesen rutschen wir jetzt unermüdlich die Dünen runter. Ich habe endlich meine Lieblingssportart gefunden. Was für ein Spass….

Erst um zwei Uhr verlassen wir den Park, es hat auch jetzt ein ziemlich starker Wind eingesetzt, der den Aufenthalt im Freien ungemütlich macht.

Ein Besuch beim Walmart Supermarkt beschert Robert zwei neue Shorts.,

Den angebrochenen Nachmittag lassen wir bei Bericht schreiben, Fotos bearbeiten und faul beim KOA Pool liegen, vorüberziehen.

 

 

 

 

 

Tag 35 – Carlsbad Caverns

Carlsbad klingt in unseren Ohren nach Erholung und Sommerfrische.

Unser Carlsbad in New Mexico liegt am Boden eines ehemaligen Urmeers und ist ausgetrocknet und staubig.

Heute ist ein wunderbarer sonniger Tag mit strahlend blauen Himmel. Wir brauchen einige Überwindung bei der Vorstellung bei so einem strahlenden Sommertag 300 m in die Tiefe eines Berges einzudringen.

 

Die Hauptsehenswürdigkeit sind die seit 1920 berühmten Carlsbad Cavernes. Ein unterirdisches Tropfsteinhöhlenlabyrinth. Nachdem wir aber so weit angereist sind, nur um eben diesen Höhle zu besuchen fahren wir die 20 Meilen zum National Park Eingang. Dass es ein Nationalpark ist, sagt uns eigentlich, dass es etwas Besonderes sein muss. Wir sind neugierig…

Zu unserer Überraschung fahren wir mit unserem Camper einen kleinen Canyon entlang der leicht aber stetig ansteigt.

Auf dem Berg oben angekommen sehen wir schon das riesige Besucherzentrum und man hat einen atemberaubenden Blick auf die Senke vor uns, welche in der Frühzeit eine Lagune war. Wir stehen sozusagen am ehemaligen Riff dieser Lagune.

Ungeduldig hören wir uns noch die Instruktionen des Park Rangers vor dem Eingang zur Höhle an.

  • Festes Schuhwerk
  • Wasser für einen Tag
  • “Der Aufzug in die Tiefe (280 m) funktioniert heute nicht, schafft ihr das?“  – Na klar, wir sind aus Österreich 🙂
  • In der Höhle nur Wispern sonst stört ihr die Mexiko Fledermäuse.

Vollgestopft mit Informationen betreten wir ein rundes Amphietheater in welchem die Zuschauer bei Sonnenuntergang das Herausflattern der 300.000 Fledermäuse aus der Höhle beobachten können.

Serpentinenartig angelegte Wege führen hinunter zum Höhlenschlund.

Vor uns öffnet sich ein Höhleninneres mir kathedralenartigen Abmessungen. Riesige Gesteinsbrocken mit den Abmessungen eines kleinen Eisbergs haben sich im Laufe der Jahrtausende von der Höhlendecke gelöst und versperren den Weg..

Es dauert nicht lange bis der Übergang vom natürlichen Licht und der Dunkelheit erreicht wird. Der Weg schraubt sich immer tiefer in das Erdinnere. Wir brauchen für die drei Kilometer hinunter eine knappe Stunde.

Es ist soo genial, dass man es gar nicht beschreiben kann. Überdimensionale Stalakktiten und –miten und die eigenartigsten Formationen und das über Kilometer. Allein der “große Dom” einriesiger Raum mit einer Märchenlandschaft an Steinen und Seen misst 500×160 Metern.

Auch wenn man glaubt, schon alles an Höhlen gesehen zu haben, da muss man rein. Durch das ganze Labyrinth führt ein bequemer, betonierter 1,5 m breiter Gehweg mit Nirostageländer.

Die Amis tun schon etwas für ihr Volk. Es gibt hier unten sogar eine Cafeteria und einen Souvenir Shop. Böse sind wir allerdings jetzt auch nicht, als wir erfahren, dass der Aufzug wieder funktioniert und uns in einer Minute 280m ans Tageslicht bringt. Nach drei Stunden unter Tag wandeln wir wie aufgescheuchte Maulwürfe zum Auto. Was für ein Erlebnis!!!

Auf dem Parkplatz schnippeln wir noch schnell einen Schweizer Salat, denn die 300 Meilen nach White Sands sind weit….

Kurzer Stop beim Guadeloupe Mountain Nationalpark mit einem kurzen Spaziergang.

 

Unser Navi führt uns über El Paso direct zur mexikanischen Grenze. Auf dem Weg in den Norden passieren wir sogar eine Sperre und müssen uns ausweisen.

Um 19 Uhr erreichen wir etwas müde unseren vorbestellten KOA Stellplatz in Alamogordo. Hier werden wir zwei Nächte bleiben.

Den ganzen Tag besprechen wir unser Menü für heute Abend. Die Wahl fällt auf Spargel mit Sauce Hollandaise und Erdäpfel. Robert läßt es sich natürlich nicht nehmen die Sauce Hollandaise mit dem Schneebesen selbst zu machen.

 

 

 

 

 

 

Tag 34 – Ein Wagen westwärts

Der Erste Blick aus unserem Fenster zeigt einen total verhangenen Himmel mit einem dunklen Streifen am Horizont, der nichts Gutes bedeutet, was das Wetter betrifft…. Was die Streckenführung betrifft, erkennt Robert Gott sei Dank noch rechtzeitig den Unterschied zwischen Carlsbad TX und Carlsbad NM. Der Zusatz TX bedeutet nämlich Texas und dieses Ziel ist definitiv falsch.

Unser angestrebtes Carlsbad liegt, wie sich dann herausstellt, in New Mexico und ist 6 Stunden Fahrzeit weiter entfernt. Insgesamt informiert uns unser TomTom über  8 Stunden Fahrzeit. ufff…..   Also raus aus den Federn und “ Hit the Road Jack“.

Wir fahren auf unsere schon bekannte Interstate 10 und rollen im Nebel durch die endlosen und tristen Vororte von San Antonio. Aus dem schwarzen Streifen beginnt es jetzt zu nieseln und die Landschaft ist nur schemenhaft im Nebeldunst zu erkennen.

Mit jeder Meile Richtung Westen lockert sich der Nebel jedoch auf .

 

 

Lediglich der böige Seitenwind macht uns zu schaffen.

In der Nähe von Pecos an der Grenze zu New Mexico haben wir jetzt strahlenden Sonnenschein .

In der von der Sonne ausgedörrten staubigen Landschaft sehen wir nun was den Reichtum von Texas ausmacht.  Ölpumpen und Bohrtürme reichen bis zu Horizont .

Die vor uns fahrenden Kollonnen von Schwerfahrzeugen mit Bohrgeräten erschweren das Weiterkommen.

 

Der böige Wind von der Autobahn ist nunmehr kleinen Minitornados gewichen. Überall zwischen den Bohrtürmen sehen wir Windhosen die den Staub aufwirbeln.

Es dauert nicht lange bis uns eine Windhose in voller Fahrt erwischt und unseren 5 Tonner einen halben Meter seitversetzt. Der Schreck ist gross, aber da müssen wir jetzt durch.

Wir haben gestern schon beim KOA Carlsbad (Gott sei Dank im richtigen Bundesstaat) einen Stellplatz vorbestellt.

Zum Glück fahren wir wieder durch eine Zeitzone und gewinnen eine Stunde. Jetzt haben wir zu Europa 8 Stunden Zeitverschiebung.

In unserem 9. Bundesstaat New Mexico erreichen wir um 17:00 unseren herzallerliebsten Stellplatz.

Wir beide haben schon den ganzen Tag gemeinsam eine Vorfreude auf die Knoblauch Spagetti mit Scampi und Cocktail Tomaten und nach der langen Fahrt geniessen wir sie doppelt 🙂

Übrigens ist hier die „Welthauptstadt“ der Ufos. Die Läute behaupten, hier wären schon Ufos gesichtet worden, es gibt sogar ein Museum und alle laufen mit Alien-Brillen herum. Ich auch…. 🙂

 

 

 

 

Tag 33 – San Antonio

Ein gaanz gemütlicher Morgen in San Antonio. Der Bus Linie 24 bringt uns direkt vom KOA ins Zentrum. San Antonio ist nicht nur für De Alamo bekannt, sondern auch für seinen  3 km langen „Riverwalk“. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gestaltete man die Ufer des kleinen Flusses zu einer einzigartigen charmantenFußgängerzone, gespickt mit Bars, Restaurants,Geschäften und viel Grün. Man hat das Gefühl das Leben spielt sich nur hier unten (etwa 5 Meter unter Niveau) am Fluss ab. Die großen Hotels haben sich hier angesiedelt, die besten Restaurants, jeder will eine Bar direkt am Wasser. San Antonio, zumindest das Zentrum hat viel Flair.

 

Doch zuerst Mal zum Fort Alamo. Dort starben 1863 200 texanische Freiheitskämpfer im Kampf um die Unabhängigkeit von Mexiko. Die Schlacht wurde zwar verloren, er starben alle 200, aber Alamo seit damals das Synonym für den Kampf um die Unabhängigkeit.

 

Die Reste des Forts sind auch heute mehr als nur eine Sehenswürdigkeit, es ist eine Pilgerstätte. Man darf im Inneren nicht mal fotografieren. Robert ist begeistert, mal wieder ein Stück Geschichte serviert zu bekommen. Er kennt ja schon alle Helden dieser Schlacht, weil er sich schon früher dafür interessiert hat.

Er darf auch einen langen Rundgang machen und saugt alle Informationen buchstäblich auf. Ich genieße den schönen Garten und die Geschichtenerzähler, die in Originalkleidung von 1863 vom Leben im Fort erzählen.

Doch jetzt hinunter zum Fluß. Wir buchen sofort eine 40 minütige Fahrt auf einem ganz flachen Boot. Diese Ausflugsboote fahren im 1/4 Stundentakt die Kanäle ab. Sehr sehr nett, so durch die Innenstadt zu gondeln.

Die Stadt war ursprünglich Deutsch, wir besichtigen sogar eine Kirche, die 1880 von Deutschen erbaut wurde, heute mit viel mexikanischem Einfluß. Also soll es heute auch mexikanisches Essen sein. Tacos mit Guacamole und Fajitas. Allerdings sind wir von den Mengen schwer überfordert und brauchen Unmengen Bier dazu.

Tag 32 – „Houston wir haben kein Problem“

Ähnliche Worte, nur dramatischer, kamen hier in diesem Gebäude aus dem Lautsprecher, als die Apollo 13 Mission, vor der geplanten Landung auf dem Mond, ein echtes Problem hatte. Zur Erinnerung, das Mondlandemodul explodierte im Orbit des Mondes. Die Sache ging gut aus, doch davor lagen dramatische Tage. Und wir haben hier jede dramatische Minute nochmals miterlebt. (Vielleicht haben einige von Euch den Film „Appollo 13“ mit Tom Hanks gesehen.)

 

In der Früh haben haben wir die zwei Stunden bis Houston absolviert. Die Stadt werden wir nicht besuchen, ist uns einfach zu groß, allerdings das 20 Meilen südlich gelegene NASA Mission Control Center. Hier werden auch die Austronauten ausgebildet. Obwohl wir Cape Canaveral schon „aufgesaugt“ haben, ist der Besuch hier nicht minder interessant und wieder ganz anders. Neben vielem Anderen besichtigen wir sogar ein Spaceshuttle von innen und besuchen auch das aktuelle Mission Control Center für die aktive Raumstation.

 

Drei Stunden sind schnell um, wir setzen unseren Weg Richtung Westen, vorbei an der Skyline von Houston, fort.

Der Highway 10 ist unser verläßlicher Partner und bringt uns in 4 Stunden nach San Antonio.

 

Ich wollte heute eigentlich noch in einen ganz urigen Schuppen außerhalb von San Antonio Tanzen gehen, das wäre allerdings ein Umweg von 60 Kilometern gewesen.   Hmmmmm…., ok, Robert ist schon müde…. (Ich glaube, er wollte sich nur vor dem Tanzen drücken).

Es wird dann auf dem KOA Campground ein sehr gemütlicher Abend mit gegrilltem Lamm und einem langen Tratsch mit einem Münchner auf dem Nebenplatz.

Tag 31 – Fahrt Richtung Houston

Ich erwache mit Sonnenschein und einem wunderbaren Frühstück, das ja immer schon fertig ist, wenn ich aufstehe:-)

 

Wir schlendern noch kurz zum Plantagenhaus, anders als die meisten Plantagenhäuser, die im griechischen Stil erbaut sind, ist dieses hier im sogenannten viktorianischen Stil erbaut, und das ganze in Rosa…. Am Damm des Mississippi gehen wir weiter bis zur Kirche von Convent.

 

Robert ist schon wieder unruhig. Wenn er nix Wesentliches zu tun hat, muss er immer weiter, mein Getriebener. Bin schon froh, wenn mal im Westen die Fischgewässer kommen. Nur beim Fischen kann er stundenlang ruhig sitzen, oder wenn er seine Statistik macht, aber die wird immer gleich nach der Ankunft am Abend erledigt.

Wir fahren  über La Fayette und Baton Rouge, der Hauptstadt von Lousiana, Richtung Houston / Texas. Zwei Stunden vor Houston wählen wir einen Campground direkt neben der Autobahn aus.

 

Da heute nur Fahrttag war und genau ein Monat unserer Reise um ist, möchte ich, da viele von Euch fragten, unsere Motorhome noch näher beschreiben.

Also, es ist ein Ford, V-8 Motor, 7,6 Meter lang,  3 Meter breit und 3,7 Meter hoch. Das ist sehr entscheidend zu wissen, wenn wir durch Tunnels oder unter Brücken durch müssen. Das Dach kann man nicht versichern und das kann teuer werden.

Wir haben einen Benzintank von 208 Litern, einen Frischwassertank mit 150 Litern, zwei Abwassertanks mit 250 Litern sowie einen Propangastank mit 45 Litern für Eiskasten, Herd,  Heizung und Warmwasserbereitung.

Insgesamt haben wir ein Gesamtgewicht von 5,2 Tonnen !!!!

Im Wageninneren:

2 bequeme Betten. Ein sehr Großes über der Fahrerkabine, da schläft Robert (ist nicht sooo bequem, weil man immer klettern muss).

 

Ich hab mein,  ja schon beschriebenes, ganz gemütliches Betterl im hinteren Teil des Autos (das ist allerdings nur 1,30 breit, deshalb schlafen wir getrennt. Wir sind von zu Hause ein viel breiteres Bett gewohnt)

Wir haben einen Kühlschank einen Gefrierschrank, einen Herd mit drei Flammen und Dunstabzug, eine Mikrowelle und eine Abwasch. Wie zu Hause, nur keinen Geschirrspüler –  das erledigt meistens Robert. Ein dreifaches Hoch auf Robert !!!! 🙂 🙂 🙂

Weiters an Technik einen Generator, eine Photovoltaik Anlage am Dach sowie eine Klimaanlage.

Als Stauraum noch einen  Schrank zum Hängen und viele Oberkasterl. Eigentlich haben wir mehr als genug Platz. Man muss halt immer Ordnung halten, sonst findet man nach kürzester Zeit gar nichts mehr.

Meine Lieblingsbeschäftigung in den ersten beiden Wochen, war das Anbringen von Selbstklebehaken und kleinen Körbchen und Sackerln. Jetzt hat alles seinen Platz, aber ich glaube, es fällt mir bis Oktober noch immer etwas ein, was man verbessern könnte.

Außerdem gibt es eine Toilette und eine Dusche, die wir aber nur benützen, wenn wir auf keinem Campingplatz stehen. So wirklich groß ist sie nicht.

Wir haben – ganz nobel – Parkettboden und eine moderne LED-Beleuchtung. Da hat sich seit unserem letzten Camperurlaub in den USA schon einiges getan.

Nicht zu vergessen ist unser „Keller“.  Ein großer Stauraum unter meinem Bett, der von außen zu beladen ist. Er ist ganz  wichtig, hier sind die Reisetaschen, der Griller mit Kohle, der Wein- und Wasservorrat – der Weinvorrat ist doch tatsächlich immer größer –  sowie Obst und Gemüse, das nicht in den Kühlschrank muss.

Bis jetzt gefahrene Kilometer: 5.770.

 

 

 

 

 

Tag 30 – Oak Alley Plantation

Mein Handy läutet heute um 08:00.

Es ist nicht der Wecker sondern eine Tornadowarnung von Marthas Wetterapp.

“ Tornado Allert. Look for a proper Shelter in your Area.“

Sofort schauen wir aus dem Fenster und sehen nur einen leicht bewölkten Himmel. 20 Minuten später wissen wir mehr.

Wir stehen noch auf unserem Campground und der Himmel öffnet seine Pforten. Dazu Sturmböen, mit Blitz und Donner.

Wie Sturzbäche rinnt das Wasser an unseren Scheiben herunter.

Bei dieser Wassermengen versagen auch die Dichtungen unserer Dachluke und es beginnt zu tröpfeln.

Wir haben genug Zeit den Tagesbericht von gestern in Ruhe vorzubereiten.

Martha wäscht inzwischen eine Maschine voll Wäsche. Keine Zeit vergeuden, Martha ist ja so praktisch veranlagt. Einer muss immer  arbeiten :-).

Um 12.00 lässt der Regen nach und wir starten zu unserem heutigen Tagesziel, der Oak Alley Plantation.

Nach einer Stunde fahren wir bei Sonnenschein auf den Plantagenparkplatz. Martha hat hier endlich ihr „Tara“ gefunden 🙂

Obwohl wir schon so viele Häuser besichtigt haben, kann uns noch immer etwas faszinieren. 300 Jahre alte Eichen, ein wunderschönes Haus und ein atemberaubender Ausblick vom Balkon. Das Haus eines ehemaligen Zuckerbarons und das Leben seiner Familie sowie der 120 Sklaven wird uns auf eindrucksvolle Weise näher gebracht. Wir sind sicher drei Stunden auf dem Gelände, die Führungen sind sehr unterhaltsam und anschaulich.

Die Geschichte rund um die Sklaven allerdings auch sehr ergreifend.

 

Um vier Uhr Weiterfahrt entlang von endlosen Zuckerrohrfeldern, dann Raffinerien, Kohlewerke und Industrie, von der wir gar nicht wissen, worums da geht.

 

Es bahnt sich wieder ein Gewitter an und wir fahren den laut Navi nähesten Campingplatz an. Es stellt sich allerdings heraus, dass das die „Wohnmobilsiedlung“  für die Fabriksarbeiter ist. Man hilft uns aber sehr nett weiter und 6 Meilen stromabwärts finden einen ganz passablen Platz um 45 Dollar, bevor und das nächste Gewitter einholt.

Ein Regenbogen, Spagetti Bolognese und der letzte!!! Wein versüßen uns den Abend.

 

 

Tag 29 – New Orleans

Bericht von Robert 🙂

Heute haben wir uns den Wecker um 07:30 gestellt. Um 09:00 müssen wir schon an der Reception stehen, damit wir noch den Shuttle in die Innenstadt von New Orleans erwischen. Wir sind zwar auf der Warteliste Nummer 5, aber sind guter Dinge, dass das Universum für uns sorgen wird.

Als ich die Menschenmenge bei der Reception sehe und dann die Größe des Shuttlebusses habe ich meine Bedenken mit dem Universum. Die gute Nachricht ist, dass wir so viele sind die überbleiben, dass der Manager einen zweiten Bus organisiert.

Die 10 Meilen vom KOA Campground West direkt zum Mississippi sind schnell erledigt.

Der Bus hält direkt am Pier wo auch 1890 die Mississippi Dampfschiffe anlegten. Und ein solches Relikt aus diesen Tagen steht jetzt in voller Größe vor uns. Es ist die Natchez ein noch echtes Dampfschiff aus diesen Tagen. Martha und ich beschließen zeitgleich, dass wir die nächste Rundfahrt auf diesem Dampfer buchen wollen.

Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen, dass 1200 Passagiere Platz finden.

Um 11:00 stellen wir uns aber brav in der langen Schlange an, und um 11:30 sind wir bereits am Heck und sehen wie das riesige rote Schaufelrad sich zu drehen beginnt.

 

 

Die vielen Menschen an Bord sind gar kein Problem, weil diese alle Lunch gebucht haben und deshalb im Speisesaal sitzen müssen.

Die Fahrt geht zuerst flussabwärts an Industrieanlagen vorbei und dann zurück zur 3km langen Hängebrücke über den Mississippi. Martha hat sich das romantischer vorgestellt, so a la Tom Sawyer aber dazu ist der Hafen von New Oreans einfach zu groß. Und am Ufer entlang steht die zweitgrößte Zuckerfabrik der Welt, eine Raffinierie und jede Menge Industrie. Trotzdem ist es schön, dem roten Schaufelrad zuzuschauen, wie es sich einen Weg durch den Strom pflügt.

Als wir dann von Bord gehen, knurrt schon der Magen. Martha möchte die berühmte Cajun Küche von Louisiana ausprobieren.

Hier ist der richtige Ort und die richtige Zeit dafür.

Im berühmten French Quarter mit den alten Ziegelhäusern und den gusseisernen Balkonverzierungen finden wir ein Restaurant mit creolischer Südstaaten Küche. Ich bin ja äußerst skeptisch.

Vorspeise sind Garnelen in scharfer Paprikasauce und danach bekommt jeder von uns einen gebratenen Catfisch aus dem Mississippi Delta und dazu ein Bier vom Fass.

 

Der Geschmack erinnert etwas an unseren Wels und ich bekomme noch eine Krebsensauce auf den Fisch und den Reis.

Nach dem Essen stürzen wir uns dann in die berühmt berüchtigte Bourbon Street im French Quarter wo sich Bars, Voodo Shops, und allerlei schräge Lokale aneinanderreihen. Auch die Besucher sind ziemlich schräg.

 

Aus jeden Bar und Spelunke dröhnt unterschiedliche Musik auf den Gehsteig, sodass die Kunden förmlich hineingesaugt werden.

Der Nachmittag vergeht mit Schlendern durch die Stadt, Kaffeetrinken und einfach Aufsaugen der Stimmung.

 

Im Garden District stehen schmucke Südstaatenvillen, als Kontrast gibt es wieder Viertel mit Obdachlosen und baufälligen Häusern, die seit dem verheerenden Wirbelsturm Kathrina noch nicht wieder aufgebaut wurden, oder auch vorher schon so baufällig waren… Wir setzen uns nochmal zum Mississippi. Jetzt scheint strahlend die Sonne vom Himmel. Museen u.ä. wollen wir gar nicht besuchen.

Wir kommen ins Gespräch mit netten Münchnern, die auch auf unserem Campingplatz wohnen, nehmen gemeinsam den Shuttle zurück und verbringen noch einen unterhaltsamen gemeinsamen Abend mit einer Flasche Wein vor unserem Auto. Sie haben letztes Jahr die Westküste Amerikas mit dem Camper besucht und haben viele gute Tips für uns. So etwas ist natürlich immer interessant.

 

 

 

 

 

Tag 28 – Anreise New Orleans

Der heutige Tag ist ein reiner Fahrtag. Wir wollen in einem Schlag nach New Orleans fahren. Wir schaffen es auch, zuerst durch den Bundesstaat Mississippi, dann nach Luisiana. Für die 660 Kilometer brauchen wir mit Stau 8 Stunden.

Die Fahrt fühlt sich aber gar nicht so lange an. Wir machen eine ausgiebige Pause, haben gute breite Sitze mit Armlehnen, fast wie Fauteuils, und hören das wirklich köstliche Höhrbuch „Das Rosi Projekt“. So vergeht die Zeit wie im Flug.

Etwa 20 Kilometer vor New Orleans haben rings um uns Wasser. Schließlich sind wir im Mündungsdelta des Mississippi. Die Autobahn führt jetzt nur mehr über Stelzen. Trotzdem vierspurig und drei übereinander.

Leider kommen wir gerade zur Rushhour an und stehen im Stau. Noch dazu haben wir einen Campingplatz ausgesucht, den es anscheinend nicht mehr gibt. Wir landen mit dem Navi in einem abgelegenen Hafengebiet.  Der heilige TOM TOM, der Schutzpatron der Orientierungslosen, hat erstmals versagt. Hier wollen wir sicher nicht bleiben. Abgelegen sollte bei uns nur das Steak sein.

Als Nächstes setzen wir auf einen KOA Platz, das sind staatliche Plätze, die wir von früheren USA Reisen kennen aber diesmal noch nicht ausprobiert haben. Wieder großes Glück, noch 5 Plätze frei, in Stadtnähe und um nur 42 Dollar. Uff, das war knapp. Heute sind wir wirklich schon fertig und freuen uns auf den Gespritzen und das saftige T-Bone Steak. New Orleans muss bis morgen warten.

 

Wir sehen hier das riesigste Wohnmobil bis jetzt. So lange wie ein großer Autobus aber noch dazu mit drei ausfahrbaren Zimmern und einem Stock. Ist echt irre. In Europa würde so ein Gefährt keine 10 Kilometer weit kommen, weil der keine Kurve schaffen würde. Gerne würde ich so etwas einmal von innen sehen. Dagegen ist unseres ein ganz kleines Zwutschgerl.

Im benachbarten DOLLAR-Shop kaufe ich noch einiges für unsere Küche, Besteck, Teller und jede Menge Plastik. Robert meint, ich habe Tupperware-Entzugserscheinngen, deshalb muss ich so viel davon kaufen 🙂 wer weiss?????

 

Tag 27 – Elvis lebt!!!

Zumindest könnte man das hier glauben. Elvis ist allgegenwärtig.

Da wir ja sozusagen direkt vor der Kassa zu Graceland unseren Stellplatz haben, sind wir eine der ersten dort und müssen uns nicht in die langen Schlagen einreihen, die wir später hier sehen. Wir nehmen das Komplettticket um 65 Dollar und dann gehts auch schon los. Komplett durchorganisiert. Zuerst ein Film, dann in einen Bus, der uns über die Straße nach „Graceland“ – so heißt das Anwesen von Elvis – führt.

Eigentlich ein ganz normales Südstaatenhaus, das sich Elvis schon mit 22 für sich und seine Eltern kaufte. Wir machen einen Rundgang durchs Haus, und da ist es nicht so „normal“. 14 Fernseher, exquisite Einrichtung zumindest für 1977.

Es wurde alles so gelassen, wie es damals ausschaute. Die Familie trifft sich noch immer zu Weihnachten und Thanksgiving hier. Ich mache unzählige Fotos – ja meine Lieben, da müßt ihr jetzt durch 🙂

Danach schlendern auch über das Grundstück mit einer Pferdekoppel und dann zum „Meditationsplatz“. Hier ist auch das Grab von Elvis und seinen Eltern. Alles sehr ergreifend, eine richtige Kultstätte….

 

Wir nehmen uns ausreichend Zeit und gehen  dann in den neugebauten Komplex – riesig – wo die Autosammlung steht, auch ca. 20 Motorräder, Boote etc.  Hier auch der berühmte Pink Cadillac und seine beiden Flugzeuge. Dann folgen Säle mit Kostümen und tausenden goldenen Schallplatten. Ist schon beeindruckend, was  in so einem kurzen Leben alles möglich ist.

 

Es ist weit nach Mittag. Wir brauchen eine Pause. Im Schatten vor dem Camper gibts erstmal Griechischen Salat und zwei Stunden Faulenzen. Jetzt starten wir unseren Wagen und wollen uns in der Stadt umsehen. Hier ist Tote Hose, ganz komisch. Es gibt ein paar alte lustige Geschäfte doch Memphis hat sicher schon bessere Zeiten erlebt. Möglicherweise ist die Bealestreet am Abend belebter, aber das ist auch nur ein kleines Stückchen. Auch hier ein berühmtes Studio, wo Elvis seine erste kommerzielle Platte aufgenommen hat, aber wir waren vom ersten Studio in Nashville derart beeindruckt, dass wir diesmal schwänzen.

 

Jetzt sehen wir das erste Mal den Mississippi. Sooo breit, vor Allem weil auch Hochwasser ist. Wir wollen einmal drüber fahren und nehmen die große Brücke nach Arkansas, unseren 5. Bundesstaat.

 

Beim Zurückfahren stoppen wir beim größten Bass Pro Shop – zur Erinnerung das war der Outdoorladen mit den 3500 Angeln. Also dieser hier hat sicher 6000 🙂 und noch vieles mehr.

In der Dschungellandschaft, die hier in einer großen Glaspyramide gebaut wurde, tummeln sich neben Fischen auch noch Krokodile. Und ein Hotel – die Zimmer wie Baumhäuser rund um den Dschungel – gibts noch als Draufgabe.

 

Den Abend genießen wir vor unserem Camper. Ich entdecke jetzt wieder  ein Lieblingsgetränk aus meiner Jugend. Gin Tonic 🙂

 

 

 

 

 

 

 

Tag 26 – Anreise Memphis

Heute mal keine „Sehenswürdigkeiten“, wir wollen nur die Strecke Nashville-Memphis erledigen und uns dann nach den 400 gefahrenen Kilometern ausruhen. Doch schon 5 Minuten nach der Abfahrt bremsen wir uns ein und landen am Grand Ole Opry Komplex. Dass hier eine grosse Konzerthalle ist, wissen wir, sind aber neugierig, was sich hier noch unter der riesigen Glaskuppel verbirgt.

Als wir drin sind sehen wir es. 4 Hotels und eine ganze Welt aus Dschungel Städten, Flüssen, Wasserfällen, etc. Geführte Bootstouren werden angeboten, dazwischen Lokale, wo Hotelgäste frühstücken. Irgendwie irre. Ist wie in einem Science Fiction Film, wo es eine Welt in einem Raumschiff gibt, und draussen ist das All. Ich weiss jetzt auch, wo Tara ist. Das Haus aus „Vom Winde verweht“ wurde hier in der Erlebniswelt aufgebaut und beherbergt ein Steak-Lokal. Dauernd verirren wir uns. Wir verbringen hier staunend zwei Stunden, bevor wir unseren Weg fortsetzen.

 

Heute wird mal fast durchwegs die Autobahn gewählt, die Strecke ist uns doch zu weit, um auf der Bundesstraße zu fahren.

 

Um 17 Uhr erreichen wir Memphis und haben unheimliches Glück. Wir fahren 20 Meilen vor der Stadt  zum Visitor Center auf der Autobahn. Die nette Dame empfiehlt uns einen Campingplatz auf dem Gelände von Graceland, dem heiligen Boden. Der hat noch zwei freie Plätze und wartet auf uns. Einer reicht uns eigentlich 🙂 Um wohlfeile 42 Dollar pro Nacht kommen wir hier unter. 100 Schritte von unserem Camper entfernt ist die Kassa für Graceland. Besser kann es nicht gehen.

Doch bevor wir uns mit Elektrizität und Wasser versorgen, fahren wir noch zu einem Walmart. Es ist wieder ein größerer Einkauf fällig. Robert kriegt endlich eine gescheite Decke. Ich hab ja schon zu Hause gesagt, dass der Daunenschlafsack nicht praktisch ist, aber er wollte ja nicht hören. Wie ich es hasse, immer Recht zu haben 🙂 🙂 :-

Beim Wandern durch die Fleischabteilung springen uns Riesenwürschte von Faschiertem an und wir beschließen heute mal Spagetti Bolognese zu machen.  Es muss heute auch noch gewaschen werden, weil morgen hab ich ein Date mit Elvis, da ist keine Zeit für Anderes.

 

Tag 25 – Nashville

Am Morgen holt uns der Frost schon früh aus den Federn. In der Nacht hat der Camper doch erheblich abgekühlt. Ein heisser Kaffee aus unserer verlässlichen Nespresso Maschine und ein Omelette mit Zwiebeln und Champions lässt die Lebensgeister wieder erwachen.

Die Sonne lacht vom Himmel.

Wir gehen es, weil ja Sonntag ist, ruhiger an. Tagesbericht schreiben, Camper versorgen, in der Sonne sitzen und schon ist es Mittag.

Um 12:00 kommt unser Downtown Shuttle und bringt uns wie gestern vor die Radio City Music Hall. Zuerst noch das perfekte Sonnenlicht ausnützen und auf die Fussgängerbrücke über den  Cumberland River, um die Skyline von Nashville zu verewigen.

 

Heute ist in der Innenstadt wirklich der Ausnahmezustand. Im entscheidenden Play-off Eishockey Spiel spielen die Nashville Predators gegen die Blues aus St. Lois. Die ganze Stadt ist in gelb getunkt. Jeder, vorwiegend Mann, hat ein gelbes Eishockey Shirt und natürlich die dazupassende Mütze auf.

Wir nützen die Zeit während das Match läuft und besuchen die Country Music Hall of Fame. Jeder kann hier alles über sein Country Idol erfahren. Viele davon kennen wir natürlich nicht. Es gibt Originalkostüme, Instrumente, alte Filme und noch vieles mehr rund um die Stars. Außerdem noch tausende goldene Schallplatten.

 

Ein Teil des Besuchs beinhaltet den Besuch des berühmten alten „RCA/STUDIO B“ Hier erschien Elvis als 19-jähriger, um ein Geburtstagsständchen für seine Mutter aufnehmen zu lassen. Er zahlte dafür 3,80 Dollar. Ein Jahr später erschien er wieder – in Memphis hatte er schon einen Namen – und der Besitzer bot ihm 500 Dollar an, wenn er noch einen Song von ihm aufnehmen dürfte. Elvis unterschrieb einen Vertrag und nahm in den darauffolgenden Jahren hier 240 Songs auf.

Am Tag nach Elvis‘ Tod am 16. August 1977 schloß das Studio für immer seine Pforten.

Die Führung in diesem kleinen unscheinbaren Studio ist so anschaulich und emotional gespickt, dass am Ende, als die Lichter im Studio ausgehen und nur mehr ein Elvis-Song zu hören ist, nicht nur die Frauen feuchte Augen bekommen. (das blaue Kreuz klebte sich Elvis auf den Boden. Genau an dieser Stelle stand er immer, hier war die Akustik am besten)

Zurück in der heutigen Welt kann Robert nicht umhin, schnell zum Stadion rüberzulaufen um in einem Pub nach dem Spielstand zu fragen. Es kam, wie es kommen mußte, wir setzen uns rein, trinken Bier und Robert wird Zeuge eines fulminanten Sieges der Nashville Predators. Erwachsene Männer umarmen sich, busseln sich ab und es gibt kein Halten mehr.

Die Stadt ist im Siegestaumel und wir feiern mit. Zur Feier gehen wir gleich Steak Essen. Bei „Demos“ essen wir ausgezeichnet!! Ein Tip unseres Shuttlefahrers.

Noch in ein paar Lokale am Broadway um Livemusik zu hören, dann fahren wir erschöpft zurück in unser Zu Hause.

Tag 24 – Eine Audienz bei Mr. Jack Daniels

Der Regen hat aufgehört. Gott sei Dank, unsere Laune hängt zwar grundsätzlich nicht vom Wetter ab, aber das war jetzt schon zu viel… Ausserdem war es in der Nacht so bitterkalt, dass ich mit der Daunenjacke geschlafen habe. Aber jetzt wärmt die Sonne schnell alles auf und wir fahren frohen Mutes weiter.

Dieses rote Vogerl heißt Summer-Teenager 🙂

Unser Ziel ist Lynchburg. Hier wird seit dem 19. Jahrhundert Tennessee Whiskey gebrannt.

Es wird hier eine wirklich interessante Führung angeboten, seit einem Jahr auch mit Verkostung. Das Kuriose ist, hier sind wir in einem Dry-County, d.h. es darf nicht mal in den Lokalen Alkohol ausgeschenkt werden und es gibt auch keinen zu kaufen. Was für eine Gegend!

Aber zurück zu Herrn Jack Daniels. In eineinhalb Stunden erfahren wir alles, und auch wirklich alles, über die Brennerei. Von der Quelle bis zur abgefüllten Flasche. Das besondere am Tennessee Whiskey ist, dass das Destillat 5 Tage durch feine Holzkohle gefiltert wird. Das gibt den besonderen Geschmack und unterscheidet ihn vom Bourbon.

Wir sehen noch die alten Büros, die ersten Flaschen, und sogar den ersten Safe.

Dieser Safe hat eine kuriose, aber auch dramatische Geschichte.  Mr. Daniels hatte eines Morgens, als er den Safe öffnen wollte, die Kombination vergessen. Aus Wut trat er mit dem Fuss dagegen, brach sich die Zehe. 6 Monate ging er nicht zum Arzt und starb letztendlich an einer Blutvergiftung . Ein wahrhaft sinnloser Tod!!!!

Nach ausgiebiger Verkostung dann etwa um die Mittagszeit weiter nach Nashville, das Mekka aller Countryfans.

Wir finden Platz auf einem Campground Yogi Bear, 12 Meilen von der Innenstadt entfernt. 62 Dollar/Nacht. Heute ist es gar nicht so leicht, der erste Platz war komplett ausgebucht. Liegt auch daran, dass Samstag ist und in der Stadt ist Samstags die Hölle los. Es gibt einen Shuttle, der uns direkt ins Zentrum bringt.

Ehrfürchtig stehe ich vor der Country Music Hall of Fame. Schon allein deshalb, weil mein Neffe Lukas eine Countryband hat und diese Musik mein tägliches Leben begleitet. (Anm. der Red. Dun Rooster Company) Der Proberaum der Band ist direkt unter meiner Wohnung 🙂 aber wir lieben diese Musik. Besuchen werden wir sie morgen.

Wir schlendern durch die belebte Stadt und im Honky Tonk District bleiben wir hängern. Hier brodelt das Leben. Unglaublich viel Leute, viele Mädlsgruppen, die ausgelassen Polterabend feiern, ein Lokal reiht sich ans andere und aus jedem dröhnt laute Livemusik.